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Der Roboterarm von Mars-Rover Perseverance

Endlich Marsgestein statt Luft: "Perseverance" bohrt erneut

Beim ersten Mal füllte der Mars-Rover "Perseverance" nur dünne Marsluft in den Probebehälter. Nun gelang es dem Roboter, Gesteinsproben vom Mars einzusammeln - berichtet die NASA. Alles über den neuen Superstar auf dem Mars und seine Entdeckungen.
Der Roboterarm von Mars-Rover Perseverance

Das Wichtigste zum Thema Mars-Rover Perseverance

  • Der NASA-Rover Perseverance hat einen zweiten Versuch unternommen, sich ein Stück Marsgestein zu holen - und diesmal hat es geklappt. Ein erster Versuch war schiefgegangen (siehe unten).

  • Die Mars-2020-Mission des neuen Roboters läuft bisher erfolgreich. Der mitgebrachte Marshelikopter Ingenuity fliegt für die Forschung sogar weiter und häufiger als ursprünglich geplant.

  • Der gut 1 Tonne schwere Rover Perseverance war am 12. Februar 2021 nach fünf Monaten Reise und einem harten Abbremsmanöver spektakulär per Abseilaktion auf dem Mars gelandet.

  • Seine Hauptaufgabe: in einem ausgetrockneten See nach Spuren von Leben suchen.

  • Das sechsrädrige Gefährt ist ein fast baugleicher Zwilling von Mars-Superstar Curiosity. Er hat allerdings andere Analyse-Instrumente an Bord.

Ein Stück vom Mars

Perseverance: Probe von Stein "Rochette"

Echtes Marsgestein: Das Probematerial ist gut im Probebehälter zu erkennen.

Nach Bohrversuch von Perseverance: Loch im Mars

NASA Rover Perseverance: Bohrloch in Marsstein

Eine Perseverance-Aufnahmen zeigt das Bohrloch im auf "Rochette" getauften Stein.

Perseverance holt sich ein Stück Mars

  • Der erste Buddel-Versuch des Rovers am 6. August ging schief: Der Untergrund war puderweich. Die Probe am 2 Meter langen Roboterarm zerbröselte, bevor sie den Behälter erreichte. So gab es Luft statt Gestein.

  • 🏰

    Nun hat das NASA-Team sich knapp einen halben Kilometer entfernt einen neuen Probe-Sandkasten gesucht. An einem Felsgrat namens "Citadelle" (französisch für Festung) hat Perseverance eine Probe aus einem 2 Meter großen Stein erbohrt.

  • 👍

    Backup: Die Wissenschaftler:innen machten sich wegen des misslungenen ersten Versuchs keine Sorgen. Der Rover hat insgesamt 43 Probebehälter bei sich.

  • 🙌

    Außerdem betrachten sie den Griff in die Marsluft sogar als Teilerfolg. Sie hatten ohnehin vor, eine Probe der marsianischen Atmosphäre zu nehmen.

Perseverance-Bohrer läuft sich warm

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Luftbohrung: Marsboden zu weich

Die erste Bohrstelle von Mars-Rover Perseverance

Die erste Bohrstelle von Mars-Rover Perseverance: Der Bohrer zermahlte den weichen Untergrund so sehr, dass der Roboterarm das Material gar nicht erst in den Behälter überführen konnte.

Was Perseverance bisher gemacht hat

  • ⚗️

    Der Rover hat zahlreiche Experimente an Bord. Unter anderem hat er das Experiment Moxie an Bord. Das Schuhkarton-große Gerät produziert aus dem Kohlendioxid (CO2) der ultradünnen Marsatmosphäre Sauerstoff (O2).

  • 💨

    Erst Moxie macht eine bemannte Mission möglich. In einer größeren Version könnte es zukünftig Sauerstoff zum Atmen liefern.

  • 🚀

    Noch wichtiger: Falls eines Tages Menschen auf dem Mars landen, brauchen sie mehr als 25.000 Liter Sauerstoff, um damit den Treibstoff in den Motoren der Rückkehrrakete zu verbrennen.

  • 👨🏻‍🔬

    O-Ton von MOXIE-Chefentwickler Michael Hecht: "Mit Moxie muss niemand irgendwo Wassereis suchen und ausgraben, um es dann in Sauerstoff und Wasserstoff zu zerlegen. Moxie kann die Mars-Atmosphäre einfach überall einatmen."

  • 🚁

    Der vielleicht größte Erfolg ist Ingenuity. Der erste Hubschrauber auf einem fremden Planeten hat einen Elektroantrieb und mit Perseverance zum Mars gereist. Das nur 2 Kilogramm schwere Gerät ist bereits 12 Mal geflogen und dient dem Rover mittlerweile als Pfadfinder.

Wie würde Urlaub auf dem Mars aussehen?

Wie würde Urlaub auf dem Mars aussehen?

Der Spanier David Ceballos ermöglicht jetzt handverlesenen Touristen einen Aufenthalt auf dem Mars - zwar auf der Erde, aber dennoch so realistisch wie möglich.

Moxie: Liebling der Astronauten und Astronautinnen

Das Mars-Experiment Moxie

"Moxie" ist nicht viel größer als ein Schuhkarton und befindet sich im Chassis von "Perseverance". Das Gerät produziert nur 10 Gramm Sauerstoff in der Stunde - aber immerhin.

Der Auftrag von Perseverance

  • 🚛

    Forschung auf Rädern: Bisher gab es nur 4 erfolgreiche mobile Roboter auf dem Mars, alle von der NASA: "Sojourner", die Zwillings-Rover "Spirit" und "Opportunity" sowie "Curiosity". "Perseverance" ist das bisher schwerste Fahrzeug.

  • ⛏️

    Die vorangegangenen Missionen haben zahlreiche Erkenntnisse über Atmosphäre, Oberfläche und vor allem die Gesteine erbracht - aber nur wenig über mögliches Leben auf dem Mars. Daher sucht die "Mars-2020"-Mission gezielt nach Spuren von Bakterien.

  • 🚤

    Der Rover soll den Boden dort untersuchen, wo früher ein Fluss in einen See mündete. Die Mars-Oberfläche ist zwar seit Milliarden Jahren ausgetrocknet. Doch könnten Bakterien oder zumindest ihre Reste im Boden verborgen sein.

  • 👩‍🚀

    "Mars 2020" wird zudem testen, wie sich Ressourcen vor Ort nutzen lassen. Wichtig, damit eines Tages Astronauten und Astronautinnen auf dem Mars landen und dort längere Zeit überleben können. Hier mehr dazu, wie es wäre zum Mars zu fliegen und auf dem Mars zu leben.

Perseverance - das fahrende High-Tech-Labor

Perseverance ist 1 Tonne schwer, 3 Meter lang und 2,7 Meter breit - kleiner und leichter als ein Mini-Cooper! Dafür versammeln sich auf seinen 6 Rädern auf engstem Raum die Instrumente eines luxuriös ausgestatteten High-Tech-Labors.

Dabei nehmen insgesamt 23 Kameras die Umgebung und den Rover selbst in Augenschein. Kein Fahrzeug auf dem Mars hatte je mehr Linsen an Bord.

Die Instrumente auf dem Perseverance Rover


Perseverance trägt 7 Instrumente, um das Mars-Wetter aufzuzeichnen, die Zusammensetzung der Gesteine zu bestimmen und den Untergrund auf organisches Material abzusuchen. Zudem kann das Forschungs-Team über 2 Mikrofone lauschen, wie es sich auf dem Mars anhört.
© NASA

 

Der Rover bekam besonders stabile Räder. Das kantige Marsgestein hatte Tischtennisball-große Löcher in die Räder von "Perseverance" Zwilling "Curiosity" gedrückt.

"Perseverance" bedeutet auf Deutsch "Ausdauer", ein Vorschlag des US-Siebtklässler Alexander Mather. Um den Namens-Wettbewerb für den Rover auszuwerten, brauchte das NASA-Team auch Ausdauer: Es wurden fast 28.000 Vorschläge eingereicht.

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Die Mission in Bildern

Erste Testfahrt von Perseverance
Bei der ersten Testfahrt lag das Ingenieur-Team wie bei einer altertümlichen...
Der eingepackte Perseverance-Rover
Vor dem Start wird der Rover unter dem Hitzeschild des Landers und der Hülle der...
Die Schwerlastrakete Atlas V
Raketen-Thron: "Mars 2020" startet in der Spitze der Schwerlast-Rakete Atlas V ins All.
Erster Bilder von NASA-Rover Perseverance
Der Rover funkte nach seiner Landung erste Bilder der Marsoberfläche zur Erde.
Das Landegebiet von Mars 2020
Nach Spuren früheren Lebens sucht der Rover an einer besonderen Stelle: Das...
Fallschirm von Perseverance
Das Ingenieur-Team versteckten im Streifenmuster des Fallschirms eine Botschaft. Wer...
Sky Crane Manöver von NASA Rover Persevrance
Sky Crane-Manöver: Damit der Rover weich aufsetzt, wurde er die letzten Meter...
Der NASA-Rover Perseverance
Eine Reihe von Instrumenten sucht Gestein und Boden nach organischem Material ab.
Der Perseverance-Rover beim Bohren
An der Spitze des Roboter-Arms befindet sich erstmals ein Bohrer, der hartes...
Darstellung einer Rückkehrmission vom Mars
Damit könnte "Perseverance" einen alten Traum der Mars-Forschung wahr machen: Die...
Das MOXIE-Experiment
Der Rover bereitet auch die erste bemannte Mission vor. Beim MOXIE-Experiment, hier...
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Ein spektakuläres Experiment ist der Solarstrom-betriebene Mars-Hubschrauber. In...
Landegebiete von Marsoberflächen-Missionen der NASA
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Panoramabild der Landestelle von Perseverance
Das erste Panoramabild, das Perseverance von seiner Landestelle aufgenommen hat.
Erste Testfahrt von Perseverance
Der eingepackte Perseverance-Rover
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Erster Bilder von NASA-Rover Perseverance
Das Landegebiet von Mars 2020
Fallschirm von Perseverance
Sky Crane Manöver von NASA Rover Persevrance
Der NASA-Rover Perseverance
Der Perseverance-Rover beim Bohren
Darstellung einer Rückkehrmission vom Mars
Das MOXIE-Experiment
Mars-Hubschrauber Ingenuity auf dem Mars
Landegebiete von Marsoberflächen-Missionen der NASA
Panoramabild der Landestelle von Perseverance

Sound of Mars

Auf dem Kameramast des Rover sitzt sogar ein Mikrophon. Damit lässt sich nicht nur dem Marswind lauschen, sondern auch möglichen Fehlfunktionen des Rovers.

Und so hört sich der Mars an! Da es auf dem roten Planeten eine Atmosphäre gibt, werden Schallwellen transportiert. Das Mikro von "Perseverance" kann daher Geräusche aufnehmen, hier den Wind und sein eigenes Surren.

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Rushhour am Mars

  • 🚥

    Der Mars kommt der Erde etwa alle 2 Jahre so nah, dass der Flug dorthin "nur" etwa ein gutes halbes Jahr dauert. Daher sind neben Perseverance gleich 2 weitere Mars-Missionen zum Mars geflogen.

  • 👳

    Die erste arabische Mars-Sonde "Hope", oder arabisch "Al-Amal" (für “Hoffnung“) umkreist seit dem 9. Februar den Mars. Der Roboter aus den Vereinigen Arabischen Emiraten wird aber nicht landen. Stattdessen soll er aus der Umlaufbahn heraus untersuchen, warum der Planet im Laufe der Milliarden Jahre seine Atmosphäre verloren hat.

  • 🪂

    Auch die Chinesen feiern Premiere am Mars. Ihre Raumsonde "Tianwen-1" traf im Februar ein. Im Mai folgte der nächste Höhepunkt: Dann landete der kleiner Rover "Zhurong" auf der Oberfläche und erkundet seither seine Umgebung.

  • 🧬

    Die Mars-Party der Europäer:innen ist Corona-bedingt ausgefallen. Ihre "ExoMars"-Mission soll erst 2022 starten. Dann aber wird es spannend. Denn der ESA-Rover hat Instrumente an Bord, die mögliches Leben sogar noch besser aufspüren können als die von Perseverance.

Die spektakuläre Landung auf dem Mars: 7 Minuten des Terrors

Nach einer 470 Millionen Kilometer langen Reise landete der Rover "Perseverance" am 19. Februar auf dem Mars. Mit einer Abweichung von nur 40 Metern setzte der Roboter in der anvisierten Landezone auf.

Der Roboter landete mit der gleichen Technik wie 2012 sein Vorgänger "Curiosity". Nachdem sich das Landeteil mit dem eingeklappten Rover vom Reise-Raumschiff getrennt hatte, tauchte es in die Mars-Atmosphäre ein.

Landung des Rover Perseverance


Als der Rover am Mars ankam, tauchte er direkt in dessen Atmosphäre ein. Dabei bremste er von 20.000 auf 1500 Kilometer in der Stunde ab.
© NASA

Dort wurde es von der dünnen Marsluft abgebremst, bis sich in etwa 10 Kilometer Höhe Fallschirme öffnete. Kurz vor der Oberfläche zündeten kleine Bremsraketen und hielten das Gefährt in der Luft, während sich Perseverance mit einer Seilwinde auf die Oberfläche abseilte.

Die NASA nennt das die "7 Minuten des Terrors". Denn die Entwickler:innen hätten nicht eingreifen können, wäre etwas schief gelaufen. Weil die Erde Millionen Kilometer entfernt ist, wären korrigierende Funkbefehle nicht rechtzeitig angekommen.

Die spektakuläre Landung im Video

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Die Suche nach Leben auf dem Mars - macht das Sinn? Deine Meinung ist gefragt!

Veröffentlicht: 04.09.2021 / Autor: Peter Schneider