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Leben auf dem Mars? Rover "Perseverance" macht sich bereit für die Suche

Nach seiner perfekten Landung bereitet sich der Mars-Rover "Perseverance" auf seine eigentliche Mission vor: Wird er Spuren von Leben auf dem roten Planeten finden? Alles über die Forschungs-Ziele der NASA erfährst du hier.
Der NASA-Rover Perseverance hat einen Mars-Helikopter an Bord

Das Wichtigste zum Thema Mars-Rover

  • Nach einer 470 Millionen Kilometer langen Reise ist der Rover "Perseverance" am 19. Februar auf dem Mars gelandet. Es war eine Punktlandung: Mit einer Abweichung von maximal 40 Metern setzte der Roboter in der anvisierten Landezone auf (siehe das spektakuläre Landevideo weiter unten).

  • Check check! In den kommenden Wochen werden die Ingenieure die Systeme des Rovers überprüfen, seinen Kameramast aufrichten und die Batterie aufladen. Erst dann kann er seine Arbeit als Forscher auf 4 Rädern aufnehmen.

  • Bisher gab es nur 4 erfolgreiche mobile Roboter auf dem Mars, alle von der NASA: "Sojourner", die Zwillings-Rover "Spirit" und "Opportunity" sowie "Curiosity". "Perseverance" ist das bisher schwerste Fahrzeug.

  • Die vorangegangenen Missionen haben zahlreiche Erkenntnisse über Atmosphäre, Oberfläche und Gesteine erbracht - aber nur wenig über mögliches Leben auf dem Mars. Daher sucht die "Mars-2020"-Mission gezielt nach Spuren von Bakterien.

  • Der Rover soll den Boden dort untersuchen, wo früher ein Fluss in einen See mündete. Die Mars-Oberfläche ist zwar seit Milliarden Jahren ausgetrocknet. Doch könnten Bakterien oder zumindest ihre Reste im Boden verborgen sein.

  • "Mars 2020" wird zudem testen, wie sich Ressourcen vor Ort nutzen lassen. Wichtig, damit eines Tages Astronauten auf dem Mars landen und dort längere Zeit überleben können.

Das erste Mars-Panorama von "Perseverance"

Perseverance hat ein Panoramabild seiner Landestelle aufgenommen.

Die spektakuläre Landung im Video

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Der Abstieg auf den Mars: 7 Minuten des Terrors

Landung des Rover Persevernace


Als der Rover am Mars ankam, tauchte er direkt in dessen Atmosphäre ein. Dabei bremste er von 20.000 auf 1.500 Kilometer in der Stunde ab.
© NASA

Der "Perseverance"-Rover landete mit der gleichen Technik wie 2012 sein Vorgänger "Curiosity". Nachdem sich das Landeteil mit dem eingeklappten Rover vom Reise-Raumschiff getrennt hatte, tauchte es in die Mars-Atmosphäre ein.

Dort wurde es von der dünnen Marsluft abgebremst, bis sich in etwa 10 Kilometer Höhe Fallschirme öffnete. Kurz vor der Oberfläche kam der spannendste Moment: Dann zündeten kleine Bremsraketen und hielten das Gefährt stabil in der Luft, während sich Perseverance mit einer Seilwinde auf die Oberfläche abseilte.

Sky Crane Manöver von NASA Rover Persevrance


Sky Crane-Manöver: Damit der Rover weich aufsetzt, wurde er die letzten Meter abgeseilt.
© NASA

Die NASA nennt das die "7 Minuten des Terrors". Denn die Ingenieure hätten nicht eingreifen können, wäre etwas schief gelaufen. Weil die Erde Millionen Kilometer entfernt ist, wären korrigierende Funkbefehle nicht rechtzeitig angekommen.

Perseverance - das fahrende High-Tech-Labor

(Achtung, interaktiv: Zum Zoomen bitte scrollen, um das Bild zu drehen, ins Bild klicken und die Maus bewegen! Quelle: NASA)

"Perseverance" ist 1 Tonne schwer, 3 Meter lang und 2,7 Meter breit - kleiner und leichter als ein Mini-Cooper! Dafür versammeln sich auf seinen 6 Rädern auf engstem Raum die Instrumente eines luxuriös ausgestatteten High-Tech-Labors.

Die Instrumente auf dem Perseverance Rover


"Perseverance" trägt 7 Instrumente, um das Mars-Wetter aufzuzeichnen, die Zusammensetzung der Gesteine zu bestimmen und den Untergrund auf organisches Material abzusuchen. Zudem können die Forscher über 2 Mikrofone lauschen, wie es sich auf dem Mars anhört.
© NASA

Ingenieurs-Spaß: versteckte Botschaft im Fallschirm

Die Ingenieure versteckten im Streifenmuster des Fallschirms eine Botschaft. Wer sie nicht sofort erkennt: Sie ist digital kodiert und bedeutet in Buchstaben übersetzt: "Dare Mighty Things", zu deutsch "Wage Großes!" Das ist der Wahlspruch vom Jet Propulsion Center in Kalifornien, wo "Perseverance" gebaut wurde.

Sound of Mars

So hört sich der Mars an! Da es auf dem roten Planeten eine Atmosphäre gibt, werden Schallwellen transportiert. Das Mikro von "Perseverance" kann daher Geräusche aufnehmen, hier den Wind und sein eigenes Surren.

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Die Mission in Bildern

5 galaktische Facts zum neuen Rover

  • 🗓️

    Nur alle 26 Monate kommt der Mars der Erde so nah, dass der Flug dorthin "nur" 6-7 Monate dauert. Daher sind neben "Perseverance" 2 weitere Mars-Missionen unterwegs, die Raumsonde "Hope" und der chinesische Rover "Tinawen-1".

  • 📥

    Vorschlagsflut: Um den Namens-Wettbewerb für den Rover auszuwerten, brauchten die NASA-Mitarbeiter Kondition: Es wurden fast 28.000 Vorschläge eingereicht. Gewinner: Siebtklässler Alexander Mather mit seinem Vorschlag "Perseverance" (auf Deutsch: Ausdauer).

  • 📷

    Alles im Blick: Insgesamt 23 Kameras werden die Umgebung und den Rover selbst in Augenschein nehmen. Kein Fahrzeug auf dem Mars hatte je mehr Linsen an Bord.

  • ⚙️

    Ingenieure spendierten dem Rover besonders stabile Räder. Das kantige Marsgestein hatte nämlich Tischtennisball-große Löcher in "Curiositys" Räder gedrückt.

  • 🎤

    Auf dem Kameramast sitzt sogar ein Mikrophon. Damit lässt sich nicht nur dem Marswind lauschen, sondern auch möglichen Fehlfunktionen des Rovers.

Rundflug mit dem Mars-Heli

Der Marshubschrauber Ingenuity


Die 2 Rotoren des Mars-Hubschraubers "Ingenuity" wiegen zusammen nur 70 Gramm. Das Gerät wird sich auf dem Mars völlig autonom steuern.
© NASA/Cory Huston

 

Spektakulär wird sicher der Flug des Mini-Helikopters "Ingenuity", der den Rover auf dem Mars absetzen soll: Es wäre das erste Fluggerät mit eigenem Antrieb auf einem anderen Planeten.

Da die Mars-Atmosphäre 100-mal dünner ist als die auf der Erde, muss er unter Bedingungen abheben, die denen der Erde in 30 Kilometern Höhe entsprechen. Daher drehen sich die beiden solarbetriebenen Rotoren des nur 2 Kilogramm schweren Geräts bis zu 2.900-mal pro Minute (normale Helis: circa 500-mal). Der Hubschrauber hat 90 Sekunden Zeit, um Mars-Selfies zu schießen, dann muss er seine Batterien wieder aufladen.

Pointe: 2/3 seiner Power (etwa so stark wie 3 Smartphone-Batterien) braucht er für die Heizung, um in der eiskalten Mars-Nacht nicht einzufrieren. Größere, bis zu 30 Kilo schwere Nachfolger von Ingenuity sollen später schwer erreichbare Orte erforschen, zum Beispiel Schluchten und Höhlen.

Mars-Heli "Ingenuity" hebt ab: So soll das aussehen

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Fahre, oh heiliger Rover!

Bei der ersten Testfahrt lagen die Ingenieure wie bei einer altertümlichen Gottesanbetung rings um den Rover auf dem Boden - allerdings nur um Fehler zu entdecken.

Die Suche nach Leben auf dem Mars - ist das überhaupt sinnvoll? Deine Meinung ist gefragt!

So reiste der Rover zum roten Planeten

Die Mission Mars 2020 verläuft in 4 Etappen: Start - Reise zum Mars - Landung und schließlich die eigentliche Mission: die Erforschung des roten Planeten.

Veröffentlicht: 25.02.2021 / Autor: Peter Schneider