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Vom Crew Dragon zum Starship: Die nächste Vision von Elon Musk

Nach 9 Jahren dockten die Amerikaner wieder mit einem eigenen Raumschiff an der ISS an - entwickelt vom kalifornischen Unternehmen SpaceX. Jetzt plant Elon Musk das nächste Projekt: Starship.
Wegen schlechten Wetterbedingungen am US-Weltraumbahnhof Cape Canaveral wurde der Start des "Crew Dragons" verschoben.

Das Wichtigste zum Thema Starship

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    Nach dem erfolgreichen SpaceX-Flug von 2 US-Astronauten zur internationalen Raumstation ISS, will CEO Elon Musk nun den Fokus auf den Bau des Raumschiffs Starship legen.

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    Die Starship-Rakete soll in Zukunft bis zu 100 Personen gleichzeitig zum Mond und später sogar zum Mars befördern.

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    Die letzten Prototypen gingen bei bisherigen Tests allerdings immer in Flammen auf oder explodierten.

Musk richtet sich per E-Mail an seine Mitarbeiter

Nach der zuletzt geglückten Mission der Crew Dragon-Rakete wandte sich Musk nun in einer E-Mail an die SpaceX-Belegschaft. Die Probleme bei den vergangenen Versuchsraketen solle man nun schnellstmöglichst hinter sich lassen. "Bitte berücksichtigt, dass die Top Priorität von SpaceX ab sofort Starship ist", schreibt der CEO.

Zugleich soll aber auch die erfolgreiche Rückkehr der Crew Dragon stets  gewährleistet bleiben.

So ähnlich wird das neue Raumschiff aussehen

Testgelände in Boca Chica, Texas: So sieht einer der bisherigen Prototypen des Starship aus. Das Raumschiff soll durch ein Zusatztriebwerk, namens "Super Heavy", unterstützt werden. Insgesamt soll das komplett wiederverwendbare Transportsystem so auf eine Länge von 120 Metern kommen.

Der Crew Dragon war der erste SpaceX Flug mit Astronauten an Bord

  • ISS-Taxi: Der Crew Dragon hat eine klare Aufgabe. Er soll die Besatzungen der Internationalen Raumstation zwischen Erde und der Erdumlaufbahn hin und her transportieren.

  • Wiederhergestellter Nationalstolz: Der Dragon ist das erste US-Raumfahrzeug, mit dem Amerikaner zur ISS starten, seitdem die Space-Shuttles 2011 stillgelegt wurden. Seither mussten sie in den russischen Sojus-Raumschiffen auf dem Beifahrersitz Platz nehmen - für etwa 80 Millionen Dollar.

  • Beim ersten Flug saßen zwei alte Hasen im Dragon. Die NASA-Astronauten Robert Behnken und Douglas Hurley waren jeweils schon zweimal mit dem Space-Shuttle im All.

  • Delay für den Dragon: Das Raumschiff hätte seinen Pendelbetrieb zum Forschungslabor in 400 Kilometer Höhe eigentlich schon 2017 aufnehmen sollen - wurde aber erst mit 3 Jahren Verspätung fertig.

  • Glück für SpaceX: Die NASA hatte den Flugzeug-Hersteller Boeing zwar ein zweites Raumschiff entwickeln lassen. Doch ein Software-Fehler verhinderte, dass Boeings "Starliner" 2019 bei einem unbemannten Testflug die ISS erreichte.

Verfolge die NASA-Missionen im Livestream

So fliegt der Drache zur ISS

Der Mars-Plan des Dragon

Eine Version des Crew Dragon sollte bis zum Mars fliegen und dort landen. Stattdessen wird jetzt ein größeres Raumschiff entwickelt.

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    Am Ende hängt eine Mission auch von der Trägerrakete ab. Beruhigend: Die Falcon 9 ist mit 89 Starts (Stand 4. uni 2020) die meist gestartete Rakete der Welt. Ihr letzter Unfall liegt zudem 4 Jahre zurück.

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    Die Apollo-Astronauten und ihre Nachfolger fuhren mit dem sogenannten "Astrovan" zur Startrampe. Und die Besatzung des Crew Dragon? Standesgemäß mit einem Tesla - ein Elektro-Auto des anderen großen Unternehmens von Milliardär Elon Musk.

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    SpaceX-Chef Elon Musk hatte ursprünglich einen anderen Plan für den Dragon: Als "Red Dragon" sollte er zum Mars fliegen und dort mit Hilfe seiner integrierten Raketentriebwerke aufsetzen. Stattdessen lässt er derzeit das deutlich größere "Starship" bauen.

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    SpaceX ließ für die ISS-Mission komplett neue Raumanzüge schneidern. Musk sorgte höchstpersönlich dafür, dass sie stylischer aussehen als die alten NASA-Anzüge.

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    So gemütlich wie das Spaceshuttle startet der Dragon offenbar nicht. Bob Behnken beschrieb den Start mit "mehr als lebhaft".

Startabbruch: Der gewollte Knaller

Erst im Januar 2020 hat der Crew Dragon einen wichtigen Test bestanden. Bei einem gewollten Startabbruch trennten kleine Rettungstriebwerke das Raumschiff erfolgreich von der Falcon-Rakete. Diese explodierte daraufhin - wie erwartet - spektakulär. Erleichterung bei SpaceX: Bei einem Triebwerkstest war Monate zuvor noch das komplette Raumschiff zerstört worden.

Erstflüge sind in der Raumfahrt besonders heikel. Würdest du dich in das Raumschiff von SpaceX setzen?

Veröffentlicht: 11.06.2020 / Autor: Peter Schneider