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So viele schwarze Löcher - werden wir bald verschluckt?

Sie sind tief schwarz und extrem anziehend: Schwarze Löcher. Wie viele gibt es eigentlich davon? Forschende haben jetzt eine Antwort darauf. Plus: Das bislang erdnächste Schwarze Loch entdeckt - was das bedeutet und wie das Phänomen entsteht.
So viele schwarze Löcher - werden wir bald verschluckt?
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Das Wichtigste zu Schwarzen Löchern

  • Lange Zeit existierten Schwarze Löcher nur in den Köpfen theoretischer Physiker:innen. Erst 2015 kam der Durchbruch. Es gelang, Gravitationswellen zu messen. Seitdem ist klar: Es gibt sie wirklich.

  • Ein Schwarzes Loch ist in Wahrheit gar kein Loch, sondern ein Ort im Universum, an dem eine extrem hohe Gravitationskraft (Anziehungskraft) herrscht.

  • Schwarze Löcher entstehen zum Beispiel, wenn ein Stern verglüht: Geht ihm nach ein paar Millionen Jahren der Brennstoff aus, verliert er an Strahlkraft. Innerhalb von Millisekunden kollabiert der verglühende Stern und zieht sich zusammen.

  • Die Gravitationskraft ist dort so stark, dass nichts die Umgebung der Masse verlassen kann - nicht einmal Licht. Deswegen die Bezeichnung "schwarz". Alles, was sich innerhalb des sogenannten "Ereignishorizonts" befindet, wird vom Sog des Schwarzen Lochs zerrissen und "geschluckt".

  • Astronom:innen haben am Südhimmel das bisher erdnächste schwarze Loch entdeckt. Es ist nur rund 1.000 Lichtjahre von uns entfernt und wird von 2 Sternen umkreist. Die kann man sogar mit dem bloßen Auge sehen.

  • Was sich in der Umgebung eines Schwarzen Lochs abspielt, soll unter anderem das neue Weltraum-Röntgen-Teleskop IXPE untersuchen, das die NASA am 12. Dezember 2021 in den Weltraum geschickt hat.

40 Milliarden Milliarden schwarze Löcher gibt es im Universum

Das ist kein Schreibfehler - es gibt tatsächlich rund 40 Milliarden Milliarden schwarze Löcher im Universum. Also eine 4 mit 19 Nullen! Dank einer Computer-Simulation konnten Forschende nach Jahren des Rätselns nun erstmals eine Zahl ermitteln - und die ist beachtlich hoch.

Schwarzes Loch in Erd-Nähe - werden wir bald verschluckt?

Erstmal etwas zur Beruhigung: Dass wir verschluckt werden ist extrem unwahrscheinlich. 1.000 Lichtjahre ist schon ein Stück. Allein ein Lichtjahr sind 9,460 Billionen (!) Kilometer. Außerdem sind die meisten schwarzen Löcher viel zu klein, um der Erde gefährlich zu werden.

Zurück zur Entdeckung: Das Team aus Garching in Bayern hat ursprünglich so genannte Doppelsterne untersucht. Dabei fanden die Forschenden einen 3. Himmelskörper. Einer der beiden Sterne umkreiste alle 40 Tage ein geheimnisvolles, unsichtbares Objekt. Für die Astronom:innen war die Sache schnell klar: "Ein unsichtbares Objekt mit einer Masse, die mindestens 4-mal so groß ist wie die der Sonne, kann nur ein Schwarzes Loch sein".

Dank der vergleichsweise geringen Entfernung zur Erde kann man die beiden "Begleitsterne" in dunklen Nächten sogar mit dem bloßen Auge erkennen.

In unserer Milchstraße sind bisher übrigens nur einige Dutzend Schwarze Löcher entdeckt worden. Die Forschenden hoffen, dass sie nun noch mehr und nähere Schwarze Löcher in unserer Galaxie finden. Dann sind die Fotos der geheimnisvollen Himmelskörper in Zukunft vielleicht sogar noch spektakulärer als unser Titelbild.

Du willst mehr über Gravitationswellen erfahren? Schau dieses Video:

Zeitreisen mithilfe von Schwarzen Löchern?

  • 🌌

    Während man in Science-Fiction-Filmen wie "Zurück in die Zukunft", "Interstellar" oder "Ad Astra" von Zeitreisen noch träumt, ist unter Physiker:innen schon seit Einstein bekannt, dass Zeitreisen in die Zukunft zumindest theoretisch auf jeden Fall möglich sind. Praktisch fehlt dazu allerdings die nötige Technologie.

  • 🕳

    Schwarze Löcher spielen in den theoretischen Gedankenexperimenten zu Zeitreisen in die Zukunft insofern eine Rolle, da sie laut Einsteins Relativitätstheorie auf Grund ihrer hohen Gravitation die Raumzeit dehnen. Je mehr Gravitation, desto langsamer vergeht die Zeit. Innerhalb eines Schwarzen Lochs steht die Zeit fast still.

  • 🚀

    Würde ein Raumschiff mit Lichtgeschwindigkeit um ein schwarzes Loch fliegen, verginge die Zeit für die Astronaut:innen an Bord nur halb so schnell wie auf der Erde. Kämen sie nach 5 Jahren im All zurück, wären auf der Erde schon 10 Jahre vergangen. Willkommen in der Zukunft!

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Wie macht man eigentlich ein Foto von einem schwarzen Loch? Katie Bouman war dabei!

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Veröffentlicht: 04.02.2022 / Autor: Galileo