Das Very Large Telescope in Chile

Aliens im Anflug: Sprichst du Außerirdisch?

Wie verständigen wir uns eigentlich mit Aliens? Exo-Soziolog:innen raten: Die Menschheit sollte sich besser vorbereiten, falls uns Außerirdische anfunken oder eines Tages auf der Erde landen. Aber wie kann das funktionieren? Im Clip: Hier warten die Alien-Jäger auf den Erstkontakt.
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Das Wichtigste zum Thema Kommunikation mit Außerirdischen

  • Das Universum enthält Milliarden von Galaxien, die wiederum Milliarden Sterne enthalten. Viele Wissenschaftler:innen sind sich sicher: Die Chancen stehen gut, dass es da draußen intelligentes Leben gibt.

  • Der Exo-Soziologe Michael Schetsche nennt 3 Möglichkeiten, wie wir Intelligenz im Universum bemerken könnten. 1. Wir empfangen Funksignale. 2. Wir entdecken einen Gegenstand, der nicht auf natürliche Weise entstanden ist, ein so genanntes Artefakt (zum Beispiel ein Raumschiff). 2. Aliens statten uns persönlich einen Besuch ab.

  • Problem: Tauchen Außerirdische bei uns auf, ist völlig unklar, wie und ob wir mit ihnen sprechen können, so Schetsche.

  • Denn wir haben ja schon Probleme, die Botschaften von Menschen zu entziffern, beispielsweise Hieroglyphen alter Kulturen. Wie schwierig wird es da erst, die Sprache einer unbekannten Spezies richtig zu deuten?

Der Geröllhaufen antwortet nicht

2017 flog der interstellare Asteroid Oumuamua durchs Sonnensystem. Aufgrund seiner ungewöhnlich länglichen Form (hier eine Illustration) spekulierten Wissenschaftler:innen, es könne sich um ein Alien-Raumschiff handeln - ein Artefakt. Sie richteten zwar Empfangsantennen auf das rätselhafte Objekt, konnten aber keine Signale auffangen.

Lebloser Asteroid oder Raumschiff mit Aliens an Bord?

Forschende waren in Aufruhr, als sie diesen zigarrenförmigen Asteroiden entdeckten. Ist es vielleicht ein Raumschiff, auf dem Aliens wohnen?

"Ich habe wirklich was gesehen!" Galileo-Reporter Thorben Rath auf 'Alientour' in der Wüste Nevadas

Kluge Aliens, dumme Aliens

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    Um miteinander zu reden, müssen beide Gesprächspartner (einigermaßen) intelligent sein. Biologie, Soziologie, Philosophie - die wissenschaftlichen Disziplinen konnte sich bisher nicht einigen, was Intelligenz überhaupt ist - und wo sie anfängt.

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    Fest steht: Falls extraterrestrische Wesen Funksignale aussenden oder uns besuchen, müssen sie kluge Köpfe sein (oder etwas ähnlich). Sonst könnten sie ja nicht auf diese Weise auf sich aufmerksam machen.

  • 👾

    Exo-Soziologe Schetsche nimmt an, dass Außerirdische nicht einfach hier landen. Stattdessen würden sie uns zunächst beobachten und abchecken, ob wir womöglich gefährlich sind (für die umgekehrte Frage, siehe nächster Absatz).

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    Das würde das so genannte Fermi-Paradoxon beantworten: "Wenn es Außerirdische gibt, die Millionen Jahre Zeit hatten, das Weltall zu bereisen - wo sind sie?" Die exosoziologische Erklärung: Sie sind da, verstecken sich aber.

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    Viele Wissenschaftler:innen spekulieren, dass die Menschen sich bei Besuch aus dem All vermutlich mit Robotern unterhalten müssten. Maschinen überstehen den Weltraum viel besser als lebendige Wesen. Eine fortschrittliche Zivilisation würde daher wohl künstliche Intelligenz auf die tausende Jahre lange Reise schicken.

Sind sie gut oder böse?

Kosmologe Stephen Hawking


Der bekannte Astrophysiker Stephan Hawking war der Meinung, man solle nicht aktiv nach Aliens suchen.
© Flickr / Lwp Kommunikáció

Sollten Aliens uns besuchen, ist das vermutlich ein böses Omen. Allein die Tatsache, dass sie das können, wäre ein Hinweis darauf, dass sie uns technologisch weit überlegen sind. Denn umgekehrt haben wir nicht die Fähigkeit, sie zu besuchen. Zumindest die Menschheitsgeschichte sagt uns, dass solche Treffen für unterlegene Zivilisationen nie gut ausgegangen sind.

Ohnehin glauben nicht alle Wissenschaftler:innen an das Gute im Alien. Der 2018 gestorbene Astrophysiker Stephan Hawking befürwortete zwar, nach Funksignalen zu suchen, schränkte aber ein:

"Eine Zivilisation, die eine unserer Nachrichten liest, könnte uns Milliarden Jahre voraus sein. Und wenn dem so ist, wären sie ungeheuerlich viel mächtiger als wir und könnten uns womöglich als nicht viel nützlicher einschätzen als wie etwa Bakterien."

Sie sind da!

Buchtipp_Sie sind da


Lust auf einen Chat mit Außerirdischen? Die Exo-Soziologen Anton und Schetsche helfen beim Kommunizieren.
© NASA

Exo-Soziologie? Diese akademische Teildisziplin gibt es wirklich. Sie beschäftigt sich mit der möglichen Kultur von Aliens - und wie man mit ihnen kommunizieren würde.

Ein Soziologie-Professor aus Freiburg hat sogar ein Buch dazu geschrieben. In "Sie sind da" beschreiben Michael Schetsche und sein Kollege Andreas Anton, wie der Erstkontakt mit Aliens unsere Gesellschaft verändern könnte - rein theoretisch natürlich.

Um 1.000 Jahre verpasst: Wenn Nachrichten länger brauchen als Zivilisationen existieren

Ein kosmischer Chat mit Aliens? Das ist schon technisch unwahrscheinlich. Selbst, wenn wir ihre Botschaft entschlüsseln sollten und eine Antwort senden: Es ist völlig unsicher, ob sie jemals empfangen wird.

Das Universum ist so gigantisch - und die meisten Sterne sind so weit entfernt, dass Funksignale oft Tausende oder sogar Millionen Jahre unterwegs sind, wie das anschließende Video zeigt.

Sollte eine Alien-Zivilisation Signale aussenden, ist sie also vielleicht schon längst erloschen, bevor die uns erreichen.

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Google Maps für Außerirdische: In der Sternenmitte, der 3. von links

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    Wissenschaftler:innen haben schon Weltraum-Straßenkarten mit der Erde als Ziel ins All geschossen - für alle Fälle.

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    Als die NASA in den 1970er Jahren die Pioneer- und Voyager-Raumsonden ins Sonnensystem schickte, ließ sie Info-Platten in die Fahrzeuge montieren. Darin eingeritzt: mathematische Formeln, Gruß-Botschaften sowie Bilder von der Erde und Musik - darunter Stücke von Mozart, Chuck Berry und Gesänge von Pygmäen-Mädchen.

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    Wir-sind-hier-Wink für die Ewigkeit: Auf den Scheiben ist auch die Position der Erde im Verhältnis zu bedeutenden Pulsaren eingezeichnet. Es sind Karten für die Ewigkeit: Die Platten sind mit Gold beschichtet und sollen 500 Millionen Jahre halten.

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    Die Sonden mit ihren Botschaften haben das Sonnensystem bereits vor Jahren verlassen und fliegen nun durch den interstellaren Raum. Ziel: die nächsten Sternen-Systeme.

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    Die Pioneer-Sonden erreichen erst in Millionen Jahren die nächsten Sterne. Die Voyager-Sonden brauchen zwar "nur" 40.000 Jahre dafür, passieren sie aber jeweils im Abstand von mehr als einem Lichtjahr. Die angepeilten Sterne sind zudem "Rote Zwerge". Wissenschaftler:innen bezweifeln, dass bewohnbare Planeten diesen Sternen-Typ umkreisen.

Nackte Tatsachen von der Erde

Die Infoplatte der Voyager- (links) und Pioneer-Sonden: Hier ritzten die Wissenschaftler die Umrisse von nackten Menschen ein – was in den USA für ordentlich Wirbel sorgte ("Huch, was sollen die Aliens bloß von uns denken!")

Mit Aliens kommunizieren: eine gute Idee?

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Veröffentlicht: 28.05.2021 / Autor: Peter Schneider