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Umstieg auf ein Elektroauto: Wie du Geld und Strom sparen kannst

Keine Abgase produzieren, effizient und leise fahren, günstiger Betrieb: Elektroautos haben viele Vorteile - und gelten als die Zukunft der Mobilität. Aber lohnt sich der Umstieg und wie kannst du die Reichweite erhöhen?
Umstieg auf ein Elektroauto: Wie du Geld und Strom sparen kannst
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Das Wichtigste zum Thema Elektroautos

  • Klimakrise, Luftverschmutzung, knappe Erdöl-Ressourcen: Mobilität muss so bald wie möglich CO₂-neutral sein.

  • Elektroautos erzeugen während der Fahrt keine Emissionen. Wenn der Strom aus erneuerbaren Energien gewonnen wird, sind sie CO₂-neutral unterwegs. Die Produktion der Batterien verbraucht aber viel Energie, auch CO₂ entsteht.

  • Darum ist umstritten, wie umweltfreundlich E-Autos tatsächlich sind. Über ihren ganzen Lebenszyklus hinweg haben sie aber einen Klimavorteil gegenüber Benziner und Diesel, so lautet zumindest das Fazit der meisten Studien.

  • Elektroautos sind teurer als Kraftstoff-Fahrzeuge. Aber es gibt Zuschüsse und Steuervorteile, Strom ist günstiger und sie brauchen weniger Wartung. Laut ADAC fahren darum viele E-Fahrzeuge schon günstiger als Verbrenner. Zudem kannst du seit 2022 durch Emissions-Handel noch Geld hinzuverdienen. Mehr dazu unten.

  • Zwar kaufen immer mehr Menschen Elektroautos, aber ihr Anteil liegt deutschlandweit immer noch nur bei 0,6 Prozent aller 59 Millionen zugelassenen Autos. Sogenannte Plug-in-Hybride machen weitere 0,6 Prozent aus.

  • Wir zeigen dir, welche Stärken und Schwächen E-Autos mitbringen und wie du beim Kauf und beim Fahren Geld sparst.

  • Wegen der Coronakrise kommt es immer wieder zu Problemen bei der Auslieferung von Elektroautos - der Grund sind Halbleiter-Engpässe.

So gibst du beim Kauf und beim Fahren eines Elektroautos weniger Geld aus

  • 💰

    Beim Kauf eines E-Autos bekommst du bis 2025 einen Umweltbonus. Bis Ende 2022 ist dieser dank einer Innovations-Prämie sogar besonders hoch: Je nach E-Auto bekommst du bis zu 9.000 Euro. Aber nur, wenn es auf der Liste der förderfähigen Elektro-Fahrzeuge des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle steht.

  • 💶

    In den ersten 10 Jahren nach dem Kauf zahlst du keine Kfz-Steuer. Damit sparst du je nach Auto insgesamt bis 1.000 Euro. Aber auch nach den 10 Jahren ist der Steuersatz von E-Autos deutlich billiger.

  • 🌳

    Mit einem E-Auto sparst du CO₂-Emissionen ein. Diese Einsparungen kannst du seit 2022 an Unternehmen verkaufen und mehrere Hundert Euro im Jahr verdienen. Mehr dazu unten.

  • 👩‍🔧

    Du brauchst seltener in die Werkstatt. Die Wartungs-Kosten von E-Autos sind laut ADAC 20 Prozent geringer als bei Benzin- oder Diesel-Fahrzeugen.

  • 🔌

    Der Strom daheim ist meist billiger als an öffentlichen Säulen. Nutzt du allerdings Strom aus fossilen Brennstoffen, geht das zulasten der Umwelt.

Emissions-Handel: So verdienst du mit deinem Elektroauto Geld

E-Auto an einer Zapfsäule Zuhause laden

Daheim eine Zapfsäule für E-Autos - das ist praktisch und kann auch noch Geld bringen.

  • 💸

    Kaum zu glauben, aber mit deinem E-Auto kannst du seit 2022 auch Geld verdienen - und zwar rund 250 bis 500 Euro im Jahr. Möglich macht das die sogenannte Treibhausminderungsquote, kurz THG-Quote.

  • 💸

    Die THG-Quote ist dafür da, um klimaschädliche Treibhausgase zu reduzieren. Sie zwingt Mineralöl-Firmen dazu, ihre Treibhausgase um einen gewissen Prozentsatz zu verringern. Schaffen sie das nicht, kostet sie das ordentlich Geld: 600 Euro pro Tonne CO₂.

  • 💸

    Die Mineralöl-Firmen haben aber eine Option, um die Geldstrafe zu umgehen. Sie können das eingesparte CO₂ von anderen aufkaufen. Das nennt sich THG-Quotenhandel.

  • 💸

    Hier kommt dein E-Auto ins Spiel. Im Vergleich zu Autos mit Verbrennungs-Motoren spart dein E-Auto ein Drittel der CO₂-Emissionen ein. Diese Differenz ist deine THG-Quote, die du zum Verkauf anbieten kannst.

  • 💸

    Den THG-Quotenhandel machst du aber nicht selbst. Dafür registrierst du dich bei einer Vermittlungsfirma. Diese braucht deine Kontaktdaten, Fahrzeugdaten und eine Kopie deines Fahrzeugs-Scheins. Schon kann der Handel beginnen und du verdienst mit deinem E-Auto zusätzlich Geld.

  • 💸

    Besitzt du eine Ladestation, kannst du auch die THG-Quote dieser Wallbox verkaufen. Aber nur, wenn du sie als öffentliche Ladestation anmeldest.

  • 💸

    Aber Achtung: Ab Einnahmen von über 255 Euro kann es sein, dass du deine THG-Prämie versteuern musst. Das hängt von ihrer Höhe ab und ob du noch weitere Einnahmen hast. Informiere dich also unbedingt im Vorfeld.

Elektro-Auto oder Bio-Kraftstoff: Was ist besser fürs Klima?

Elektro-Auto oder Bio-Kraftstoff: Was ist besser fürs Klima?

Um die Klimaziele zu erreichen, setzt die deutsche Regierung vor allem auf Elektro-Mobilität und nicht auf Bio-Kraftstoffe. Aber warum ist das so?

Diese Vorteile haben Elektroautos

  • Ein Elektroauto produziert in seiner Umgebung keine Emissionen. Das verbessert die Luftqualität und es entstehen keine Treibhausgase, die den Klimawandel beschleunigen.
  • Strom kostet weniger als Benzin und Diesel. Wenn du die Batterie mit Ökostrom lädst, bist du umweltfreundlich unterwegs.
  • E-Autos können Strom zurückgewinnen - der Effekt heißt Rekuperation. Nimmst du den Fuß vom Gas, bremst das Fahrzeug ab. Die Bewegungsenergie wird wieder in elektrische Energie verwandelt und in den Akku geleitet.
  • Rekuperation schont auch die Bremsen, denn die nutzt du weniger. So entsteht weniger Abrieb, der als Feinstaub die Luft verschmutzt.
  • E-Autos sind sehr leise und die Lärmbelastung ist deutlich geringer. Nur ein Surren ist zu hören. Damit Fußgänger und Radfahrer das Fahrzeug hören, werden bei langsamem Tempo künstlich Geräusche erzeugt.
  • Viele Verschleißteile fallen bei Elektroautos weg: Öl- oder Filterwechsel sind nicht nötig, Keilriemen oder Zündkerzen gibt es nicht. Bei einem Verbrennungs-Motor kann mehr kaputtgehen: Er besteht aus 2.000 bis 2.500 Teilen, ein E-Motor nur aus 250 bis 1.000.
  • Elektroautos arbeiten effizient: Das Verhältnis zwischen zugeführter und nutzbarer Energie liegt bei 90 Prozent. Bei Benzin-Motoren sind es nur 35 Prozent, bei Dieselmotoren 45 Prozent. Der Rest geht jeweils etwa als Wärme verloren.
  • In vielen Städten gelten für Autos mit elektrischem Antrieb besondere Regeln: Sie dürfen Busspuren nutzen, kostenlos laden oder parken umsonst.

Immer mehr Elektroautos auf deutschen Straßen

Anzahl Elektro-Autos in Deutschland

Die Nachteile eines E-Autos

  • Die Produktion der E-Auto-Batterien ist aufwendig und es werden seltene Rohstoffe gebraucht. Die Herstellung verbessert sich aber immer mehr.
  • Die Reichweite ist meist geringer als bei Benzinern. Das hängt aber vom Modell ab: Die Teslas Model S und 3 kommen mit einer Ladung um die 600 Kilometer weit. Die meisten aktuellen E-Autos schaffen 250 bis 500 Kilometer.
  • Das dürfte den meisten im Alltag genügen: An 80 Prozent der Tage fahren Menschen in Deutschland weniger als 40 Kilometer, so das Bundesumweltministerium.
  • Kalte Außentemperaturen, Heizung oder Klimaanlage sowie lange Fahrten auf der Autobahn ziehen in einem E-Auto Strom - die Reichweite sinkt.
  • Aufladen dauert länger als Tanken. Nicht so lange warten musst du an einer Schnell-Ladesäule: Dort ist der Akku nach 30 bis 40 Minuten zu 80 Prozent voll.
  • Das Ladestationen-Netz ist ausbaufähig. Allerdings nimmt die Zahl zu: Aktuell gibt es laut Bundesnetzagentur (Stand Februar 2022) deutschlandweit mehr als 55.000 Ladesäulen. Dem gegenüber stehen 14.000 Tankstellen, in der Regel mit mehreren Zapfsäulen.
  • E-Autos verlieren schneller an Wert als Benziner oder Diesel. Das liegt an den Zuschüssen für elektrische Neuwagen - der Kauf eines gebrauchten Stromers ist weniger interessant.

Die monatlichen Kosten von E-Auto und Verbrenner im Vergleich

Vergleich Benziner zu E-Auto
Vergleich Benziner zu E-Auto
Vergleich Benziner zu E-Auto
Vergleich Benziner zu E-Auto
Vergleich Benziner zu E-Auto
Vergleich Benziner zu E-Auto

Wie du mit einem E-Auto Energie sparst und die Reichweite erhöhst

  • 🚘

    Nutze Rekuperation, statt auf die Bremse zu treten. Damit kannst du bis zu 20 Prozent mehr Reichweite herausholen, hat der ADAC errechnet.

  • 👟

    Ideal ist das One-Pedal-Driving: Du steuerst das Tempo nur über das Gaspedal. Hebst du den Fuß hoch, verlangsamt sich das Auto.

  • 🛣

    Auf Landstraßen oder Autobahnen ist das freie Rollen optimal: Bei manchen E-Autos kannst du die Rekuperation ausschalten oder niedriger einstellen. Der Schwung bewegt das Auto fort, ohne dass du Gas gibst.

  • 🔋

    Du kannst zwar mit einem E-Auto aus dem Stand schnell beschleunigen. Wenn du das aber vermeidest, schonst du die Batterie.

  • Fährst du schneller als 100 km/h, benötigt das Auto mehr Strom. Bist du langsamer unterwegs, spart das Energie.

  • 🌡

    Schalte Heizung und Klimaanlage ab, wenn du sie nicht brauchst. Tipp: Heize das E-Auto vor, während es an der Steckdose hängt.

  • Parke das Elektroauto im Winter in der Garage und lade es dort auch.

  • 🔧

    Achte auf den richtigen Luftdruck der Reifen. Erhöhst du ihn um 0,2 Bar im Vergleich zum empfohlenen Wert, reduzierst du laut ADAC den Stromverbrauch, aber fährst trotzdem sicher. Aber Vorsicht: Mache keine Experimente! Das gefährdet deine Sicherheit.

  • 🧳

    Vermeide unnötigen Ballast im E-Auto. Je schwerer es ist, desto mehr Energie verbraucht es.

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Veröffentlicht: 21.02.2022 / Autor: Claudia Frickel