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Du hast keine Konsole? Brauchst du beim Cloud Gaming auch nicht

Dein High-End-Computerspiel immer dabei - und auf jedem Gerät spielbar: Das geht beim Cloud Gaming. Es funktioniert wie Netflix oder Spotify und könnte die Games-Branche revolutionieren.

Das Wichtigste zum Thema Cloud Gaming

  • Cloud Gaming gilt als Zukunft der Spiele-Branche. Der Clou: Du brauchst keine spezielle Hardware und Software mehr, um zu zocken.

  • Stattdessen streamst du das Spiel online aus einer Cloud auf Rechner, Tablet oder Smartphone. Doppelt gut: Die Rechenleistung deines Endgeräts ist egal.

  • Warum? Alle Prozesse laufen auf einem externen Server, auf den du online zugreifst. Heißt: Ist dein Internet schnell genug, kannst du selbst High-End-Games mit anspruchsvoller Grafik flüssig zocken.

  • Und so funktioniert's: Wie bei Spotify für Musik oder Netflix für Filme schließt du ein Abo ab - und kannst dann sofort zu Hause loszocken.

  • Noch steht die Spiele-Revolution am Anfang, aber die Anbieter hoffen, dass die rund 2 Milliarden Gamer weltweit bald online zocken werden. Konsolen-Hersteller wie Microsoft oder Sony sind ebenso am Start wie der Suchmaschinen-Riese Google oder Nvidia, eigentlich bekannt für Grafikkarten.

Was brauche ich zum Cloud Gaming?

Auf jeden Fall schon mal keine Konsole, außergewöhnliche Grafikkarte oder einen Mega-Arbeitsspeicher - weil eben alle Spielprozesse online in der Cloud berechnet werden.

Was du aber brauchst: Eine schnelle Internetverbindung, mindestens ungeteilte 50 MBit pro Sekunde, also Breitband und ein schnelles W-LAN.

Wichtig ist ebenfalls, dass du auf dein vereinbartes Datenvolumen achtest. Am besten hast du eine Flatrate.

Anbieter im Test: Diese Streaming-Dienste zocken um die Krone

Das Computer-Magazin "Chip" hat im März 2020 die 4 größten Game-Streaming-Anbieter getestet. Hier siehst du das Ergebnis der Experten.

Quelle: Chip

xCloud - Microsofts Cloud Computing Update

Auch Microsoft geht nun mit dem Trend. In dem "Xbox Game Pass Ultimate" sind durch Cloud Computing nun 172 neue Videospiele abrufbar. Und das immer und überall mit dem Smartphone. Der einzige Haken: Es ist nur für Android-Geräte mit einer OS-Version 6.0 oder neuer verfügbar. Eine Version für iOS-Geräte scheitert laut Microsoft noch an strengen App-Store-Richtlinien des Apple-Betriebs-Systems.

Gamer können sich seit dem 15. September über Spiele wie "The Witcher 3", "Stranger Things 3: The Game" oder "Grounded" freuen. Und das ohne Aufpreis. Nach wie vor kostet der "Xbox Game Pass Ultimate" 12,99 Euro pro Monat. Für den ersten Probe-Monat zahlst du sogar nur 1 Euro.

Die Spiele liegen grafisch weit über dem gewohnten Standard mobiler Games. Dafür empfiehlt Microsoft aber eben auch mindestens eine 5-GHz-WLAN-Verbindung oder eine mobile Datenverbindung mit 10 Mbit/s (nur mit 4G/LTE und 5G möglich).

Worauf du bei der Anbieter-Wahl achten solltest

Mit dem Cloud Gaming soll das neue Zeitalter der Spiele-Branche anbrechen, doch die Entwicklung steht noch am Anfang.

Größtes Problem: Die Verzögerungszeit. Via Maus oder Tastatur gibst du deine Spielbefehle ein. Die müssen dann natürlich schnell verarbeitet werden ...

Und auch die Auflösung kann bei einigen Diensten sicher noch verbessert werden, hier solltest du genau vergleichen.

Je nach Anbieter sind die Apps zudem noch nicht für alle Endgeräte verfügbar. Deshalb solltest du vor einem Abo genau prüfen, ob dein gewünschtes Device kompatibel ist.

Quelle: u.a. Verband der deutschen Games-Branche

So funktioniert eine Cloud

Cloud-Betreiber stellen auf eigenen Servern Speicherplatz, Rechenleistung oder auch Services und Software im Internet zur Verfügung. Der User greift ausschließlich online darauf zu.

So kannst du große Datenmengen, wie deine Fotos, speichern oder auch komplexe Prozesse mit einem einfachen PC rechnen lassen, wie beim Cloud Gaming.

Auch praktisch: Nutzt du eine Software im Cloud-Dienst, sorgt der Anbieter für die notwendigen Updates und stellt auch den User-Support bereit.

Du hast via Internet von überall und mit jedem Endgerät Zugriff auf die Cloud - sofern du dein Passwort kennst.

Entwickelt wurden Clouds ursprünglich vor allem für Unternehmen - damit nicht jedes unzählige eigene Server betreiben muss. Mittlerweile gibt es längst auch Cloud-Lösungen für Endverbraucher.


Der Betrieb von eigenen Servern ist gerade für kleine Unternehmen nicht möglich.
© Getty Images

Darin unterscheiden sich 4 Typen von Cloud

  • Public Cloud: Sie ist für jeden nutzbar, also "öffentlich". Diese Clouds können kostenlos sein, wie viele Maildienste oder auch Google-Docs. Andere kosten Gebühren, wie SAP Business by Design.

  • Private Cloud: Sie ist "privat", steht also nur einer bestimmten Gruppe zur Verfügung. Ein Unternehmen nutzt sie zum Beispiel für die eigenen Mitarbeiter, um so eine größere IT-Sicherheit und auch den Datenschutz zu garantieren. Doch auch hier nutzt die Firma die typischen Mehrwertdienste wie Speicherkapazität, Software-Nutzung oder Installations- und Wartungsfreie IT-Anwendungen einer Cloud.

  • Hybrid Cloud: Dahinter steckt eine Mischung. Einige Dienste laufen bei diesen Anbietern über die Cloud, andere Dinge wie empfindliche Daten, werden im Unternehmen verarbeitet. Es muss also genau geprüft werden, bei welchen Prozessen die Sicherheit besonders wichtig ist.

  • Community Cloud: Diese "Gemeinschafts-Wolke" steht als gemeinsame Arbeitsgrundlage verschiedenen Unternehmen für bestimmte Projekte zur Verfügung. So können Berechtigte zusammen auf die gleichen Dienste zugreifen. Sie ist also nicht ganz so "privat" aber auch nicht ganz "öffentlich".

Quelle: Fraunhofer-Allianz Cloud Computing

Veröffentlicht: 20.09.2020 / Autor: Sven Hasselberg