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Dieses Handy hat den Röntgenblick: Wir haben ihn ausprobiert!

Dieses neue Smartphone kann, was sonst nur Superhelden können: Ein Spezial-Effekt ermöglicht es, mit der Kamera durch manche Gegenstände hindurchzuschauen. Dabei war das nicht mal Absicht.
Teaserbild: Dieses Handy hat den Röntgenblick: Wir haben ihn ausprobiert!

Das Wichtigste zum Thema Handy mit Röntgenblick

  • Das konnte noch kein Smartphone: Das OnePlus 8 Pro besitzt ein Feature in der Kamera-App, mit dem man in Objekte mit Plastikabdeckungen und sogar durch einige Kleidungsstücke blicken kann.

  • Vermutlich ist das Röntgenblick-Feature gar keine Absicht: Es gibt weder Hinweise der Entwickler dazu noch wird es vom Hersteller beworben. Nutzer haben es zufällig entdeckt.

  • Der Hersteller OnePlus hat sogar angekündigt, mit dem nächsten Update die Funktion zu entfernen. In der neuen Version soll es den Foto­chrom-Filter noch geben - aber ohne durchblickende Neben-Effekte.

  • Wir konnten die Röntgenblick-Funktion noch vor dem Update ausprobieren. Im Video siehst du die abgefahrenen Ergebnisse!

Wie entsteht der Röntgen-Effekt?

  • Möglich macht ihn nicht etwa Gamma-, sondern Infrarot-Strahlung. Und ein Farbfilter-Sensor des OnePlus 8 Pro.

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    Aktiviert man den Sensor über den "Foto­chrom-Filter" in den Kamera-Einstellungen, sendet sie Infrarot-Strahlen aus.

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    Bei Landschaftsfotos soll das für plastische Konturen sorgen. Bei dünnen und dunklen Gegenständen aus Plastik hat es aber einen Nebeneffekt: Die Infrarotstrahlen, die durch das Gehäuse gehen, werden sichtbar - zwar nicht mit bloßen Auge, aber:

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    Der Farbfilter-Sensor kann sie einfangen. Gut zu erkennen ist das zum Beispiel, wenn man die Kamera des OnePlus 8 Pro auf ein iPhone (ab Modell X) richtet. Apple nutzt Infrarotlicht für die 3D-Gesichtserkennung - und das OnePlus macht die Strahlung sichtbar. Im Video zeigen wir dir das.

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    Aber wieso können das andere Handy-Kameras nicht? Die meisten Modelle haben einen Infrarot-Blocker, der die Strahlen herausfiltert, um die Fotoqualität nicht zu beeinträchtigen. Der Farbfilter-Sensor des OnePlus 8 Pro hat diesen Blocker nicht.

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    Der Effekt klappt übrigens nur bei Objekten, die nicht gegen Infrarot-Strahlung isoliert wurden, zum Beispiel Fernbedienungen.

7 Facts über Infrarot-Licht

  • Die Vorsilbe "infra" (lateinisch) bedeutet übersetzt "unterhalb". Das bezeichnet den Bereich der elektromagnetischen Strahlung, der unterhalb des roten Endes vom sichtbaren Lichtspektrum liegt. Das Infrarot-Spektrum umfasst den Wellenlängen-Bereich von 780 bis 1.000.000 Nanometer.

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    Für uns ist das Infrarot-Spektrum nicht sicht-, aber spürbar: Wenn Infrarot-Strahlung auf den menschlichen Körper tritt, werden Moleküle in Schwingungen versetzt. Wir empfinden das als Wärme. Die Infrarot-Strahlung erwärmt dabei nur den Körper, nicht aber die Umgebungsluft.

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    Infrarot-Strahlung wird vielfältig eingesetzt, zum Beispiel bei Wärmebild-Kameras oder Raumheizungen.

  • Die wichtigste natürliche Quelle für Infrarot-Strahlung ist die Sonne. Auf Höhe der Erdoberfläche haben ihre Strahlen einen Infrarot-Anteil von circa 50 Prozent.

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    Entdeckt wurde die Infrarot-Strahlung im Jahr 1800 von Friedrich Wilhelm Herschel, einem Musiker und Astronomen.

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    Wie so oft war die Entdeckung ein Zufall: Herschel zerlegte das Sonnenlicht mit einem Glasprisma in seine spektralen Teile. Um die Energieverteilung der Sonnenstrahlung zu messen, platzierte er hinter dem Prisma ein paar geschwärzte Quecksilber-Thermometer. So stellte er fest, dass der Temperaturanstieg außerhalb des sichtbaren Spektral-Bereichs am größten war. Er entdeckte also eine nicht sichtbare, aber wärmende Strahlung.

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    Die Fähigkeit, Stoffe zu erwärmen, wird bis heute als Nachweis von Infrarot-Strahlung genutzt.

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Veröffentlicht: 22.05.2020 / Autor: Viviane Osswald