Dieser enorm gruselige Roboter-Priester segnet dich - und verfolgt dich bis in deine Träume
via YouTube / Volker Rahn

Dieser enorm gruselige Roboter-Priester segnet dich – und verfolgt dich bis in deine Träume

vor 6 Monaten

„Maschinen sind die besseren Menschen“ – das haben bestimmt einige von euch schon mal gehört. Dabei fehlt ihnen eben oft eines: die menschliche Komponente. So auch diesem gruseligen Ding hier. Ein Roboter, der dich auf Knopfdruck segnen kann.

So wirklich menschlich wirkt der nicht. Sein Name ist – wie könnte es anders sein – „BlessU-2“. Zu sehen gibt es ihn seit dem 20. Mai in der LichtKirche der kleinen Stadt Wittenberg in Sachsen-Anhalt für insgesamt vier Monate. Aber soll dieses gruselige Ding mit den verrückten Augenbrauen tatsächlich einen Priester ersetzen?

„Wir wollten, dass Leute sich darüber Gedanken machen, ob man auch von einer Maschine gesegnet werden kann oder ob dafür tatsächlich ein menschliches Wesen benötigt wird“, erklärte der Vertreter der Evangelischen Landeskirche von Hessen-Nassau Stephan Krebs dem Guardian. Er und seine Kollegen stecken in Zusammenarbeit mit dem Medienkünstler Alexander Wiedekind-Klein hinter der Initiative des Robo-Priesters und wollen damit bei der Weltausstellung der Reformation dieses Jahr in der Lutherstadt Wittenberg Diskussionen in Gang setzen.

Denn vor 500 Jahren nagelte Martin Luther seine 95 Thesen an die Kirchtür in Wittenberg. Um das Entstehen der evangelischen Kirche zu feiern, haben sich Krebs und seine Kollegen einiges einfallen lassen. Denn der Robo-Priester kann seinen Segen nicht nur auf Deutsch, sondern auch noch in einigen anderen Sprachen (darunter Englisch, Französisch, Spanisch und Polnisch) sprechen, wenn auch mit einem etwas blechernen Nachklang. Außerdem gibt es die Wahl zwischen einer männlichen und einer weiblichen Stimme. Das alles kann man auf seinem Touch-Screen auswählen, ebenso wie die Art des Segens. Auf Wunsch kann dieser sogar noch ausgedruckt werden. Quasi ein rundum Sorglos-Paket – wären da nicht dieser verpixelte Mund und die seltsam leuchtenden Hände …

Krebs und seine Kollegen zeichnen nun die unterschiedlichen Reaktionen der Menschen in der Stadt auf, um zu sehen, wie diese auf so einen Roboter-Priester reagieren. Krebs stellt aber klar: „Ein Roboter kann niemals ein Ersatz für echte Seelsorge sein. Wir wollen unsere kirchliche Arbeit nicht robotisieren, sondern sehen, ob wir einer Maschine eine theologische Perspektive gewähren können.“

Naja, so richtig umsorgt und gut aufgehoben fühlt man sich bei diesem Anblick wohl eher nicht … Aber immerhin kann man sich die Sprache und das Geschlecht der Stimme aussuchen. Das hat ja auch was.

Statt dieses Robo-Priesters gibt es natürlich auch Roboter, die tatsächlich nützlich für uns Menschen sein sollen. Unser Reporter Jan Stremmel hat diese Roboter getestet, um herauszufinden, ob sie tatsächlich unseren Alltag erleichtern können:

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