China findet keinen Boss für das größte Weltraumteleskop der Welt
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China findet keinen Boss für das größte Weltraumteleskop der Welt

vor 3 Monaten

Letztes Jahr ging in China das größte Radioteleskop der Welt in Betrieb. Es trägt den Namen „Five-hundred-meter Aperture Spherical Telescope“, kurz „FAST“ und hat einen unglaublichen Durchmesser von einem halben Kilometer. Mit ihm wollen Wissenschaftler der Nationalen Raumfahrtagentur China Aliens aufspüren. Es gibt nur ein Problem: Keiner übernimmt die Leitung der Anlage.

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Die Bewunderung war riesig und die Freude groß, als nach über fünf Jahren Bauzeit und 160 Millionen Euro Kosten endlich das sogenannte Himmelsauge in einer Bergregion der südchinesischen Provinz Guizhou eröffnete. Laut der South China Morning Post sind während der Bauarbeiten über 8000 Einwohner umgesiedelt worden, um alle möglichen Störfaktoren auszuschließen, die das Teleskop behindern könnten.

Durch ihre enorme Fläche kann die XXL-Teleskopschüssel einen riesigen Teil des Himmels durchsuchen, indem sie Strahlung aus den Tiefen des Weltalls aufzeichnet. Von diesen Daten erhoffen sich Forscher neue Erkenntnisse über das All.

Eigentlich sollte das Teleskop bereits seinen Betrieb aufgenommen haben, allerdings konnten die chinesischen Behörden bisher niemanden finden, der das „FAST“-Teleskop leiten will – beziehungsweise kann. Denn die Einstellungskriterien sind sehr hoch. Neben mindestens 20-jähriger Berufserfahrung als Führungskraft eines großen Radioteleskops braucht man für den Job außerdem eine Professur an einer weltweit anerkannten Uni. Außerdem darf man kein Chinese sein – warum auch immer.

Diese Anforderungen sind so hoch, dass weltweit höchstens zehn Forscher für den Job in Frage kämen. Von denen hatte bisher allerdings niemand Lust auf die Stelle. Das könnte neben der Sprachbarriere unter anderem daran liegen, dass sie auf Grund der hohen Arbeitsbelastung ihre eigene Forschung komplett aufgeben müssten.

Sollte bald endlich jemand den Job kriegen, könnte derjenige mit einem ziemlich verlockenden Gehalt rechnen: über eine Million Euro im Jahr. Außerdem bekommt er eine kostenlose Wohnung in der Nähe des Teleskops.

Wenn sich weiterhin kein „Nicht-Chinese“ für den Job findet, bleibt China wohl nichts anderes übrig, als das Teleskop einem einheimischen Wissenschaftler anzuvertrauen.

Teleskop

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So sah das XXL-Teleskop aus, als es noch nicht fertig war
© Wikipedia / Psr1909 / CC-BY-SA 4.0

Was die Größe betrifft, ist das Hubble-Teleskop mit gerade mal 4,3 Metern Durchmesser keine Konkurrenz für diesen China-Riesen. Dafür macht es wundervolle Aufnahmen aus dem Weltall. Seht selbst:

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