Im nördlichen Polarkreis wird bald die größte Daten-Festung der Welt gebaut
HDR / Kolos

Im nördlichen Polarkreis wird bald die größte Daten-Festung der Welt gebaut

vor 3 Monaten

In Norwegen wird das größte Datenzentrum der Welt errichtet. Besonders spektakulär: Seinen immensen Energieverbrauch wird es komplett mit grüner Energie decken. Wir erklären euch, was ihr darüber wissen müsst.

Im Norden Europas werden seit einigen Jahren immer mehr Datenzentren errichtet. Facebook speichert seine Daten unter anderem in Zentren in Schweden und Dänemark, Google in Finnland und Apple in Dänemark. Nun wird auch in Norwegen ein Datenzentrum gebaut – mit einem Unterschied: Es wird größer als alle bisherigen sein.

Hinter dem Vorhaben steckt das amerikanische und norwegische Unternehmen Kolos. Es will das gleichnamige Kolos-Datenzentrum bereits nächstes Jahr eröffnen. Die Aufgabe der Anlage ist es, im großen Stil Daten für Unternehmen und andere Kunden zu speichern und sichern. Schon jetzt wird damit geworben, dass die neuesten Technologien für Cyber-Sicherheit zum Einsatz kommen und die Anlage besonders umweltfreundlich sei.

Für den Bau ist das Architekturbüro HDR zuständig. Es veröffentlichte bereits Bilder davon, wie das vierstöckige Kolos-Datenzentrum aussehen wird:

Das Kolos Datenzentrum
Der Gebäudekomplex liegt im Nordwesten Norwegens und ist von Bergen und Wasser umgeben.
© HDR / Kolos

Das Zentrum wird riesig sein: 600.000 Quadratmeter groß, um genau zu sein. Das entspricht ungefähr 84 Fußballfeldern. Mindestens 2.000 Menschen sollen dort arbeiten. Schon jetzt wird geschätzt, dass nach der Eröffnung bis zu 15.000 neue Jobs in der Region entstehen werden, weil so viele Mitarbeiter in die Nähe des Daten-Zentrums ziehen.

Das Kolos-Datenzentrum
Es erstreckt sich über eine Fläche, die so groß wie 84 Fußballfelder ist.
© HDR / Kolos

Das Kolos-Datenzentrum
Das kalte Klima ist ein Glücksgriff: Es kühlt die Server ganz natürlich.
© HDR / Kolos

Ein Blick ins Innere
Auch die Innenarchitektur wird ziemlich beeindruckend aussehen.
© HDR / Kolos

Als Standort wurde der Ort Ballangen im Nordwesten Norwegens, 225 Kilometer nördlich vom Nordpolarkreis, gewählt. Der Grund dafür: Der Gebäudekomplex soll komplett durch erneuerbare Energien angetrieben werden. Darin unterscheidet er sich von bisherigen Datenzentren, die wegen ihres großen CO2-Fußabdrucks und Stromverbrauchs kritisiert werden. Die Lage der Kolos-Daten-Festung begünstigt das Vorhaben. Erstens ist das Klima beständig und kalt. Zweitens lässt sich dort sehr gut Windenergie gewinnen.

Drittens ist das Gelände von Wasser umgeben. Das soll genutzt werden, um Strom zu erzeugen. Das ist aber nicht alles. Die Wassermassen in der Umgebung können nämlich zeitgleich zur natürlichen Kühlung der Server eingesetzt werden. Damit könnte der Energieverbrauch gesenkt werden – und die Energiekosten würden um rund 60 Prozent schrumpfen.

Ein weiterer Vorteil: Weil das Zentrum von Wasser umgeben sein wird, ist ein Einbruch besonders schwierig. Das Wasser sei ein natürlicher Graben, der vor physischen Risiken schütze. „Kolos wird eine Festung für Daten sein“, so das Unternehmen.

Hast du dich schon einmal gefragt, wo deine eigenen Daten eigentlich landen? Wir zeigen dir, wer alles über deine Internetnutzung Bescheid weiß und wie deine Daten auf einem kleinen Chip unter deiner Haut gespeichert werden könnten:

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