Gefährlich: Selbstfahrende Autos kann man viel zu leicht austricksen
arxiv.org / University of Washington

Gefährlich: Selbstfahrende Autos kann man viel zu leicht austricksen

vor 2 Monaten

Was die Sicherheit von selbstfahrenden Autos betrifft, gehen die Meinungen stark auseinander. Befürworter argumentieren, dass der Computer schneller und effektiver Entscheidungen treffen kann, wie ein Mensch. Gegner werfen Sicherheitsrisiken in den Raum, die zweifelsfrei vorhanden sind. Forscher haben beispielsweise herausgefunden, dass man die Kamerasysteme dieser Autos viel zu einfach manipulieren kann.

Kameras, die die Umgebung nach Hindernissen, Straßenmarkierungen und Schildern abscannen, ermöglichen autonomes Fahren überhaupt erst. Aber genau diese Technologie stellt ein enormes Sicherheitsrisiko dar. Der Grund: Diese Kameras lassen sich relativ einfach überlisten. Überraschend einfach. Ok, eigentlich schon erschreckend einfach. Mit Aufklebern.

Das haben Forscher an der University of Washington herausgefunden. Der Arbeit kann man entnehmen, dass sich Straßenschilder mit Stickern so verändern lassen, dass sie von den Kameras der selbstfahrenden Autos falsch interpretiert werden. Hier ein Beispiel:

Stoppschild
Forscher an der University of Washington haben ein Stoppschild so mit Stickern bearbeitet, dass es von autonomen Fahrzeugen nicht mehr als solches erkannt wird.
© arxiv.org / University of Washington

Dieses Bild zeigt ein Stoppschild. Dieses wurde mit „Love“- und „Hate“-Stickern so verändert, dass der Algorithmus darin eine Geschwindigkeitsbegrenzung sieht. Die Folgen, die sich durch dieses Sicherheitsrisiko ergeben, kann sich jeder selbst ausmalen.

Im Grunde könnte sich theoretisch jeder ganz einfach mit dem heimischen Drucker Sticker ausdrucken, mit denen er die Kameras der autonomen Vehikel austricksen könnte. Zumindest jeder, der weiß, wie das Kamerasystem eines Autos sichtbare Objekte einstuft.

Es gibt aber Möglichkeiten, diese Sicherheitslücke zu schließen. Im Rahmen der kürzlich veröffentlichten Arbeit wurde auch gleich eine Empfehlung abgegeben. Und zwar sollen kontextbezogene Infos in die Erkennung mit einfließen. Beispielsweise der Standort eines Verkehrsschildes. Warum sollte beispielsweise ein Stopschild auf einem Highway stehen oder ein Schild mit hohem Geschwindigkeitslimit in einer geschlossenen Ortschaft?

Andere Möglichkeiten wären da etwas pragmatischer: Man könnte die Schilder einfach höher platzieren, sodass sie nicht mehr so einfach zu erreichen wären. Oder man fertigt sie ganz einfach aus Material, das nicht klebt.

Was auch immer passiert, fest steht, dass sich noch einiges ändern muss, wenn die breite Masse selbstfahrenden Fahrzeugen vertrauen soll.

Man sollte aber natürlich nicht vergessen, dass autonome Fahrzeuge teilweise sogar in der Lage sind, Unfälle vorherzusehen, noch bevor sie passieren. Wie das funktioniert, ziegen wir euch hier:

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