Forscher haben 13 Millionen Jahre alten Schädel unseres Urahnen entdeckt
ucl.ac.uk / Fred Spoor

Forscher haben 13 Millionen Jahre alten Schädel unseres Urahnen entdeckt

vor 2 Monaten

In Kenia haben Forscher einen spektakulären Fund gemacht. Sie gruben den Schädel eines 13 Millionen Jahre alten Menschenaffen aus. Dieser Fund verrät uns nun etwas mehr über unsere Vergangenheit. Woher wir stammen. Wie Menschenaffen, unsere Urahnen, damals aussahen. Und was noch viel interessanter ist: wie sie gelebt haben.

Gefunden wurde der Schädel bereits 2014 von Fossiliensammlern in der Region Napudet im Norden von Kenia. Getauft wurde er auf den Namen Nyanzapithecus (eine Gattung von ausgestorbenen Menschenaffen) alesi. Der Zusatz „alesi“ wurde vom Turkana-Wort „Ales“ abgeleitet. Das bedeutet „Ahne“.

Das Besondere an diesem Fund: Der Schädel ist hervorragend erhalten. Er verrät uns, dass unsere Urahnen wahrscheinlich in Afrika lebten. Und wir wissen nun auch, wie sie ausgesehen haben. Wie Fred Spoor vom Leipziger Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie und das Team um Isaiah Nengo von der Stony Brook University (US-Staat New York) im Fachmagazin „Nature“ berichten, lässt sich aus den Zähnen ableiten, dass der gefundene Schädel von einem Affenkind stammt. Es starb wahrscheinlich vor 13 Millionen Jahren im Alter von 16 Monaten durch einen Vulkanausbruch.

„Menschenaffenfossilien sind so selten, dass die meisten von uns schon überglücklich sind, wenn sie einen einzelnen Zahn finden“, erklärt Brenda Benefit von der New Mexico State University.

Die Forscher führten 3D-Röntgenanalysen durch, um mehr über Alesi zu erfahren. „Wir konnten Hirnhöhle, Innenohr und die noch nicht durchgebrochenen bleibenden Zähne mit ihren täglichen Wachstumslinien sichtbar machen“, erklärte Paul Tafforeau von der European Synchrotron Radiation Facility (ESRF) in Grenoble.

So fanden sie heraus, dass unser Urahne einem heutigen Baby-Gibbon ähnlich sah. Er hatte große Augen, eine kleine Nase und eine kurze Schnauze. Und sein Gehirn war etwa so groß wie ein Zitrone. Doch während sich Gibbons geschickt und schnell von Baum zu Baum schwingen können, scheint Alesi eher gemächlicher unterwegs gewesen zu sein. „Das Innenohr von Nyanzapithecus alesi zeigt, dass er sich langsamer und vorsichtiger fortbewegt haben muss“, so Fred Spoor.

Gibbon
Zum Vergleich: So sieht ein Gibbon aus.
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Auch interessant: Der Schädel besitzt voll entwickelte knöcherne Gehörgänge. Dieses Merkmal verbindet ihn mit heute lebenden Menschenaffen.

„Die Entdeckung von Alesi zeigt, dass diese Gruppe dem Ursprung heute lebender Menschenaffen und Menschen sehr nahe war und dass dieser Ursprung afrikanisch war“, machte Erstautor Isaiah Nengo von der Stony Brook University in New York klar.

Durch die Evolution steckt nicht nur der Affe im Körper des Menschen, sondern auch Fisch, Amphibie und die verschiedensten Säugetiere. Was wir beispielsweise mit dem Molch gemeinsam haben, zeigen wir euch hier:

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