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Kuriose Tierfreundschaften: Tierisch schräge Freunde

Giraffe und Strauß, Elefant und Kamel, Tiger und Ziegenbock - es gibt schon kuriose Tierfreundschaften. Wie es dazu kommt, dass unterschiedliche Tiere zu Best Buddys werden.
Giraffe Bea hat sich mit Strauß Wilma in einem Safari-Park in Florida angefreundet. Die Tiere suchen die Nähe zueinander und die Giraffe schleckt den Strauß gerne ab.

Verhaltensforscherin Dr. Vivian Gabor erklärt, was hinter schrägen Tierfreundschaften steckt

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    Es lässt sich immer wieder beobachten, dass sich aus Begegnungen zweier Tierarten Freundschaft entwickelt - sogar zwischen Jäger und Beute.

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    In Japan freundeten sich etwa eine Eule und eine Katze an. Sie spielten und tauschten sogar zärtliche Berührungen aus. Es gibt auch Eisbären, die mit Schlittenhunden toben, sie in den Arm nehmen und sie wärmen.

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    Aus welchen Gründen Tiere die Nähe zu einem anderen suchen, ist unterschiedlich. Im Fall der Eule und der Katze war der Gegenpart vermutlich sowas wie ein Ersatzpartner.

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    Ungewöhnliche Tierfreundschaften kommen vor allem vor, wenn keine Artgenossen vorhanden sind - also aus der Not heraus. In der Natur ist das Phänomen seltener als unter menschlichem Einfluss.

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    Tiere können durchaus Sympathie füreinander empfinden. Sie sehen es als Mehrwert, mit einem Kumpel zusammen zu sein. Wenn Tiere gerne nah beieinander sind, ist das ein Zeichen für Freundschaft.

Dr. Vivian Gabor ist Biologin und Verhaltensforscherin an der Uni Göttingen.

Eine ganz besondere Tierfreundschaft

Eine ganz besondere Tierfreundschaft

Eine ganz besondere Tierfreundschaft

Elefant Bubbles und Labradorhündin Bella sind beste Freunde. Sie haben eine gemeinsame Leidenschaft: Wasser. Aber wie kann sich eine Freundschaft zwischen so verschiedenen Tierarten entwickeln?

Unzertrennliches Tierpaar erheitert Parlamentsdebatte

Ein Elefant und ein Kamel sind seit Jahren dicke Freunde - und erheiterten das dänische Parlament. Die Regierung hätte das Duo beinahe getrennt. Sie wollte Elefantendame Ramboline aus dem Zirkus kaufen, um ihr einen besseren Lebensabend zu ermöglichen. Doch die Besitzer sagten: Ohne ihren Kamelfreund Ali könne Ramboline nicht umziehen. Nun besitzen die Dänen also auch ein Kamel. Denn: Tierische Freunde soll man nicht trennen.

 

Ein Leben ohne ihren Kamelfreund Ali? Für Elefant Ramboline nicht vorstellbar!


Ein Leben ohne ihren Kamelfreund Ali? Für Elefant Ramboline nicht vorstellbar!

Als Ministerpräsidentin Mette Frederiksen den Kauf des Kamels rechtfertigte, musste sie immer wieder Lachen - und steckte ihre Kollegen im Parlament an. Schon bald kringelt sich der gesamte Saal. Das Video der lustigen Rede verbreitete sich im Internet. Hier ein Auszug: "Was wir nicht wussten, als wir den Kauf begonnen haben - und darüber soll man nicht lachen - ist, dass Ramboline auch einen Freund hatte. Einen besten Freund. Ein Kamel. Das Kamel heißt Ali."

Tierfreundschaften: Die haben sich (nicht) zum Fressen gern!

Tiefreundschaft als Win-win-Situation

Im Tierreich gibt es auch Symbiosen, also eher Zweckfreundschaften. Das Nashorn etwa trägt den Madenhacker auf seinem Rücken spazieren. Der Vogel pickt sich Futter. Das Nashorn wird von Parasiten befreit - beide Tiere haben etwas von der Beziehung.

 

Zweckfreundschaft: Das Nashorn wird von Parasiten befreit und der kann seinen Hunger stillen.


Zweckfreundschaft: Das Nashorn wird von Parasiten befreit und der kann seinen Hunger stillen.

 

Übrigens: Verschiedene Tierarten können sich tatsächlich verstehen und miteinander kommunizieren. "Informationen auszutauschen dient nicht nur der Freundschaft, sondern auch der Warnung und Verteidigung", erklärt Dr. Vivian Gabor. Die Verhaltensforscherin kennt das von ihren eigenen Tieren: Legt ihr Pferd die Ohren an und droht, weiß ihr Hund genau: Jetzt aber Abstand halten!

Veröffentlicht: 29.08.2020 / Autor: Alena Brandt