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Protestierende fahren auf einer Fridays for Future-Demo in einem Fahrradkorso vor einem Banner mit der Aufschrift "Klima Krise".

Klimawandel in Deutschland: So sparst du Geld und CO2-Emissionen

Was bedeutet der Klimawandel und wie entsteht er? Wir klären auf und verraten dir, wie du CO2-Emissionen und Geld sparen kannst.
Klimawandel in Deutschland: So sparst du Geld und CO2-Emissionen
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Was ist Klimawandel?

Der Begriff Klimawandel definiert die Veränderung des Klimas auf der Erde über einen längeren Zeitraum. Der Begriff beschreibt langfristige Veränderungen verschiedener Faktoren, unter anderem des Niederschlags, der Vegetation, des Meeresspiegels und auch der Zunahme von extremen Wetterereignissen.

Spricht man heute von Klimawandel, sind Veränderungen gemeint, für die die Menschen verantwortlich sind (anthropogener Klimawandel) - etwa durch die Nutzung fossiler Brennstoffe und die Viehzucht.

Industrielle Revolution der Landwirtschaft. Das Bild zeigt eine dampfgetriebene Erntemaschine.


Das Klima hat sich noch nie so schnell erwärmt wie in der Zeit seit der industriellen Revolution.
© Warner Bros.

Die Annahme: Der CO2-Ausstoß führt zu einer Erhöhung der in der Atmosphäre natürlich vorkommenden Treibhausgase, was den Treibhauseffekt und die Erderwärmung verstärkt.

Übrigens: Klimawandel ist nicht mit dem Wetter zu verwechseln - also den täglichen, kurzfristigen Veränderungen der Temperatur.

Was ist die Klimakrise?

Die Klimakrise wird als ökologische, gesellschaftliche und politische Krise definiert, die durch den Klimawandel ausgelöst wurde. Sie ist die Folge von tonnenweise CO2, das Menschen zusätzlich verursachen. Diese große Menge hat den natürlichen Kohlenstoff-Kreislauf aus dem Takt gebracht, denn CO2 hält sich bis zu 1.000 Jahre in unserer Atmosphäre.

Die Veränderungen sind zwar seit mehr als 30 Jahren bekannt, doch erst seit wenigen Jahren wird vermehrt darüber gesprochen: Dazu tragen Bewegungen wie Fridays for Future bei. Außerdem sind die Folgen des Klimawandels spürbarer geworden. Das zeigte im Juli 2021 etwa die Hochwasser-Katastrophe in Deutschland.

Um die Veränderungen des Klimas aufzuhalten oder zumindest einzudämmen, müssen wir unseren CO2-Ausstoß drastisch reduzieren.

Ursachen des Klimawandels

  • 🌏

    Die Hauptursache des Klimawandels ist der vom Menschen verstärkte Treibhauseffekt.

  • 🥶

    Der natürliche Treibhauseffekt ist eigentlich gar nichts Schlimmes - im Gegenteil. Von Natur aus halten Wolken, CO2 und Methan die Wärme in der Atomsphäre wie bei einem Gewächshaus. Ohne die Treibhausgase würde die Sonnenenergie wieder zurück ins Weltall gestrahlt werden. Die globale Durchschnitts-Temperatur würde bei -18°C liegen.

  • 🔥

    Wir Menschen verstärken den Treibhaus-Effekt jedoch um ein Vielfaches. Unser Lebens-Standard verlangt immense Mengen an Energie. Täglich werden viele Millionen Tonnen an Erdöl, Kohle und Gas verbrannt. Dabei entstehen klimaschädliche Gase.

  • 🌡

    Die Wissenschaft ist sich einig: Eine erhöhte Konzentration von Treibhausgasen in der Atmosphäre führt zu einer globalen Erwärmung.

  • 📈

    CO2 ist zu rund 75 Prozent für den Treibhauseffekt verantwortlich - und wirkt sich somit besonders negativ auf die Atmosphäre aus.

  • 🚗

    Wir produzieren permanent und tonnenweise CO2. Die Welt produziert aktuell 36,4 Milliarden Tonnen CO2, Deutschland 805 Millionen Tonnen.

  • 😯

    Jede:r von uns verbraucht rund 10,4 Tonnen CO2. Ideal wären 2!

  • 🐮

    Neben CO2 haben auch Lachgas und Methan Anteile am Treibhauseffekt. Sie entstehen zum Beispiel beim Düngen oder bei der Viehzucht. Fleischkonsum trägt also zum Methan-Ausstoß bei.

  • 🌳

    Auch die Abholzung von Wäldern (Entwaldung) ist eine der Ursachen des Klimawandels. Bäume sind CO2-Staubsauger: Sie nehmen CO2 auf und tragen zur Klima-Regulierung bei. Diese Wirkung wird durch Abholzung jedoch aufgehalten. Die Folge: Der in Bäumen gespeicherte Kohlenstoff gelangt in die Atmosphäre, wo er zum Treibhauseffekt beiträgt.

Weltkarte des globalen Klima-Risiko-Index für die Jahre 2000-2019

Hier siehst du welche Länder welchen Platz im KRI-Ranking eingenommen haben. Je dunkler die Farbe, desto stärker sind die Länder vom Klimawandel und seinen Folgen betroffen.

Folgen des Klimawandels

  • 🧊

    Eisschmelze: Auf der Erde gibt es riesige Mengen Eis, aus dem die Polkappen der Arktis und Antarktis, Gletscher und Eisfelder der Berge bestehen. Ändern wir nichts an unserem Lebensstil, werden diese nach und nach schmelzen. Die Folge: Der Meeresspiegel steigt massiv an.

  • 🏜

    Dürren und Hitzewellen: In vielen trockenen Gebieten der Erde, zum Beispiel in Sibirien, kommt es durch steigende Temperaturen verstärkt zu extremen Dürren und Hitzewellen.

  • 🚒

    Diese verursachen heftige Waldbrände, die sich rasant ausbreiten und ihrerseits die Erde erwärmen. Oft können sich Wälder nicht mehr selbstständig von den Folgen des Brandes erholen. Hier erfährst du, wie unterschiedlich sich Waldbrände auf Ökosysteme auswirken.

  • 👵

    Gefahren für die menschliche Gesundheit: Hitzewellen können vor allem für ältere und kranke Menschen schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben.

  • Zunehmende Niederschläge: Mit dem Klimawandel steigt auch die Wassertemperatur, wodurch mehr Wasser verdunstet. Das erhöht die Gefahr von Unwettern wie Starkregen, der zu Überschwemmungen führt. Die Folge: Ernten - die Lebensgrundlage von Millionen von Menschen - werden zerstört.

  • 💰

    Erhebliche Kosten für Gesellschaft und Wirtschaft: Branchen wie die Land- und Forstwirtschaft, Energie und Tourismus hängen von bestimmten Temperatur- und Niederschlags-Niveaus ab. Eine Verschiebung verursacht schwerwiegende wirtschaftliche Schäden.

  • 🐦

    Gefahren für Flora und Fauna: Wenn die globalen Durchschnitts-Temperaturen weiter steigen, werden einige Pflanzen- und Tierarten verstärkt vom Aussterben bedroht. Übrigens: Es gibt auch einige anpassungsfähige Tiere, die beim Kampf gegen die globale Erwärmung helfen.

Abkommen von Paris

Das Abkommen von Paris wurde im Dezember 2015 bei der UN-Klimakonferenz in Le Bourget geschlossen, einer kleinen Stadt in der Nähe von Paris. Es ist die erste globale Klimaschutz-Vereinbarung. Zu den 195 Vertragsparteien zählen auch die Mitgliedstaaten der EU.

Damit sie in Kraft treten konnte, mussten mindestens 55 Länder, die für mindestens 55 Prozent der weltweiten Emissionen verantwortlich sind, ihre Ratifikations-Urkunden hinterlegen. Das war am 4. November 2016 der Fall.

Diese 3 Ziele verfolgt die Weltgemeinschaft zur Bekämpfung des Klimawandels:

  • die Erderwärmung soll im Vergleich zur vorindustriellen Zeit auf "deutlich unter" 2°C begrenzt werden. Sie soll sogar möglichst unter 1,5 Grad bleiben. Dadurch sollen die Risiken und Auswirkungen des Klimawandels deutlich reduziert werden.
  • bis zur 2. Hälfte dieses Jahrhunderts soll weltweit ein Gleichgewicht zwischen dem Ausstoß und dem Abbau von Emissionen erreicht werden. Wir Menschen sollen also nicht mehr Treibhausgase ausstoßen als beispielsweise von Wäldern wieder aufgenommen werden kann.
  • Die ärmsten Länder sollen bei der Anpassung an den Klimawandel und bei der Beseitigung von Schäden von den reicheren Ländern unterstützt werden.

Was tun die Staaten, um die Ziele zu erreichen? Damit das nachvollziehbar ist, müssen alle Staaten regelmäßig Berichte vorlegen.

Kritik am Pariser Abkommen

  • 👎

    Es kommt zu spät: Ein solches Abkommen hätte schon viel früher geschlossen werden müssen, so Umweltschützerinnen und Umweltschützer.

  • 👎

    Die Ziele werden nicht konsequent nachverfolgt: Den Ländern drohen keine Strafen, falls sie die Ziele nicht einhalten.

  • 👎

    Es gibt viel Luft nach oben: Die bisher vorgelegten Klimaschutz-Pläne der Länder reichen noch nicht aus, um die gemeinsamen Ziele zu erreichen.

Was wäre, wenn Deutschland klimaneutral wäre?

Was wäre, wenn Deutschland klimaneutral wäre?

Was wäre, wenn Deutschland oder sogar die ganze Welt komplett klimaneutral leben würde? Wäre das wirklich eine bessere Welt oder eher ein Albtraum? Wir haben das Szenario mal durchgespielt.

Treibhausgas-Emissionen in Deutschland

Gute Nachrichten: Seit 1990 konnten die Treibhausgas-Emissionen in Deutschland deutlich reduziert werden. Mit rund 739 Millionen Tonnen wurden 2020 in Deutschland 8,7 Prozent weniger Treibhausgase freigesetzt als 2019. Das geht aus den Emissions-Daten des Umweltbundesamtes (UBA) hervor. Diese Daten wurden zum 1. Mal im Rahmen des neuen Klimaschutzgesetzes vorgelegt, das seit Anfang 2020 sinkende Jahres-Emissionsmengen in Deutschland festlegt.

Besserungen gab es in allen Bereichen, besonders aber in der Energiewirtschaft. Die Corona-Lockdowns mit Einschränkungen bei Produktion und Mobilität haben dabei einen wesentlichen Anteil (rund ein Drittel). Ohne sie hätte Deutschland sein Klima-Ziel für 2020 nicht erreicht.

Da geht also noch mehr! Das sieht auch das Bundesverfassungsgericht so. Es entschied im Frühjahr 2021: Deutschland muss das Klimaschutz-Gesetz nachbessern und ambitioniertere Klima-Ziele erarbeiten. Das soll die Freiheits-Rechte jüngerer Generationen schützen.

UBA-Präsident Dirk Messner fordert, Klimaschutz im Grundgesetz zu verankern. Es müssten außerdem künftig deutlich mehr Windenergieanlagen installiert und die Zahl der Verbrenner-Autos massiv reduziert werden.

G-klärt: Was Corona mit dem Klima macht

G-klärt: Was Corona mit dem Klima macht

Die Umwelt scheint der große Gewinner der Corona-Krise zu sein, denn wir stoßen gerade so wenig CO2 aus, wie lange nicht mehr. Könnte man somit auch den Klimawandel aufhalten? "Galileo" klärt, welche Auswirkungen Corona wirklich für das Klima hat.

CO2-Emissionen in Deutschland 2020

  • Energiewirtschaft: Rund 38 Millionen Tonnen - 14,5 Prozent weniger als 2019. Der Rückgang geht unter anderem auf die Reform des europäischen Emissions-Handels zurück, die zu höheren CO2-Preisen geführt hat. Der Durchschnittspreis für 1 Tonne CO2 lag 2020 bei 25 Euro - und damit auf dem Niveau von 2019. Daher war der Betrieb von Kohlekraftwerken 2020 häufig teurer als der von Gaskraftwerken, die weniger CO2 emittieren.

  • 🏭

    Industrie: 178 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente - 4,6 Prozent weniger als 2019. Hier spielen Konjunktur-Effekte in Folge der Corona-Krise eine große Rolle. Die CO2-Äquivalente sind eine Maßeinheit zur Vereinheitlichung der unterschiedlichen Treibhausgase.

  • 👨‍🌾

    Landwirtschaft: 66 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente - 2,2 Prozent weniger als 2019. Gründe dafür sind ein vergleichsweise geringer Einsatz von Mineraldünger, sinkende Rinderbestände und die trockene Witterung.

  • 🗑

    Abfall: Rund 9 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente - 3,8 Prozent weniger als 2019. Ausschlaggebend für den Rückgang sind im Wesentlichen die sinkenden Emissionen der Abfall-Deponierung.

  • 🏢

    Gebäudebereich: 120 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente - 2,8 Prozent weniger als 2019. Die Emissionen in den Haushalten sind zwar leicht angestiegen, doch ein geringerer Brennstoffverbrauch im Bereich Gewerbe, Handel und Dienstleistungen sorgt für den Rückgang.

  • 🚍

    Verkehr: 146 Millionen Tonnen CO2 -Äquivalente - 11,4 Prozent weniger als 2019. Die Reduzierung ist insbesondere darauf zurückzuführen, dass während des 1. Lockdowns weniger Autos und Flugzeuge unterwegs waren.

Quelle: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit

Die Umwelt-Bilanz verschiedener Verkehrsmittel

CO2-Emissionen

So wirkt sich der Klimawandel in Deutschland aus

Schon heute sind die Folgen des Klimawandels auch in Deutschland spürbar. Im Zeitraum von 1881 bis 2019 hat sich die Durchschnitts-Temperatur in Deutschland um 1,6 Grad erhöht.

Im Juli 2021 erschütterte die Hochwasser-Katastrophe Deutschland. Und erinnerst du dich noch an die heißen und trockenen Sommer 2018 und 2019? Zunehmend wird ersichtlich, dass der Klimawandel auch in Deutschland Folgen hat. Sie wirken sich in verschiedenen Regionen und Sektoren ganz unterschiedlich aus. Hier einige Beispiele:

  • Teile Ostdeutschlands zum Beispiel leiden unter Hitzewellen und Trockenheit
  • in Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Bayern etwa gibt es häufiger Starkregen und Sturzfluten, was hohe Schäden verursacht und Menschenleben gefährdet
  • Küstenregionen werden in Zukunft unter dem Anstieg des Meeresspiegels leiden

Der Temperaturanstieg führt beispielsweise dazu, dass sich die Blütezeiten von wildlebenden Pflanzen und Nutzpflanzen verschieben. Die Folge: Pollen nerven uns früher und länger. Außerdem verändern sich die Verbreitungsgebiete von Tier- und Pflanzenarten. So steigt das Risiko für die Übertragung von Krankheiten oder für Allergien. Schon heute kann in einigen Regionen in Deutschland eine Zunahme von Schädlingen beobachtet werden, die bisher nur in südlicheren Regionen vorkamen.

Weitere Folgen in allen Sektoren je nach Bundesland hat das Umweltbundesamt zusammengestellt.

Klimawandel: So kannst du Geld und Emissionen sparen

Der Klimawandel ist auch hierzulande in unserem Alltag angekommen. Dagegen anzukämpfen, ist wichtig und Teil der staatlichen Gesamt-Verantwortung, aber auch der Verantwortung jedes und jeder Einzelnen. Laut Professor Matthias Garschagen, leitender Autor im Weltklimarat, werden die nächsten Jahre elementar wichtig sein. Zu einem für den Klimaschutz, also die Vermeidung und Eindämmung der weiteren Intensivierung des Klimawandels. Aber auch für die Klimawandelanpassung.

Die Organisation Global Shapers fand in einer großangelegten weltweiten Umfrage unter Millenials im Alter von 18 bis 35 Jahren heraus: Der Klimawandel und die Zerstörung der Umwelt werden derzeit als die größten Probleme der Welt angesehen. Wir haben ein paar Tipps für dich, was du tun kannst, um Geld und Emissionen zu sparen:

Grünes Internet: Die Rettung für das Klima?

Grünes Internet: Die Rettung für das Klima?

Das Internet ist nicht nur ständiger Bestandteil unseres Alltags, sondern auch ein enormer Stromverbraucher und schädlich für das Klima. Doch schon bald könnte es eine Möglichkeit geben, den problematischen Stromverbrauch deutlich zu senken.

Veröffentlicht: 22.09.2021 / Autor: Viviane Osswald