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Capybara im Wasser

Capybara: So niedlich ist das größte Nagetier der Welt

Sie sind so groß wie Schafe und leben zwischen Wiese und Wasser: Capybaras oder Wasserschweine sind die größten Nagetiere der Erde - und mit dem Meerschweinchen eng verwandt. Alles über den südamerikanischen Nager erfährst du hier. 
Capybara im Wasser

Capybara: Das Wichtigste zum Wasserschwein

  • Mit Schweinen haben Wasserschweine, wie Capybaras auch genannt werden, nichts zu tun. Sie sind Nagetiere - und zwar die größten der Welt.  

  • Wegen ihrer Vorliebe für Gräser gaben ihnen das Guaraní-Indianervolk in Südamerika einen passenderen Namen: Capybara, "Herr der Gräser". 

  • Capybaras halten sich meist in der Nähe von Gewässern auf. Bei Gefahr fliehen sie ins Wasser, wo sie sich geschickter fortbewegen als an Land. 

  • Im Wasser sind die südamerikanischen Nagetiere bestens getarnt: Um sich vor Feinden zu schützen, ragen nur Nase, Augen und Ohren aus dem Wasser. 

  • Wusstest du, dass Wasserschweine bellen? Und nicht nur das: Die Tiere fressen auch ihren eignen Kot, um Nährstoffe aufzunehmen. 

Steckbrief und Lebensraum des Capybaras

Capybara Steckbrief
Lebensraum des Capybaras
Capybara Steckbrief
Lebensraum des Capybaras

Der Capybara-Steckbrief

Wissenschaftlicher Name: Hydrochoerus hydrochaeris 
Überordnung: Euarchontoglires 
Ordnung: Nagetiere (Rodentia) 
Familie: Meerschweinchen (Caviidae) 
Lebensraum: Feucht- und Grasgebiete Südamerikas, vor allem im Norden und in der Mitte
Größe: 1 bis 1,3 Meter lang, Schulterhöhe 60 bis 70 Zentimeter
Gewicht: 50 bis 70 Kilogramm
Farbe: grau, hell- bis rotbraun 
Geschwindigkeit: bis zu 35 km/h an Land 
Lebenserwartung: 10 bis 12 Jahre 
Geschlechtsreife: 15 bis 18 Monate 
Tragzeit: 110 bis 150 Tage, ein bis acht Jungtiere (bis zu zweimal jährlich)  
Nahrung: Gräser, Wasserpflanzen, Baumrinde
Feinde: Raubkatzen, Waldhunde, Kaimane, Anakondas, Greifvögel 
Aktueller Bestand: unbekannt, aber häufig und weit verbreitet 

Capybara-Merkmale: So sieht das südamerikanische Nagetier aus 

  • 🐾

    Der Körper des Wasserschweins ist massiv und plump, mit einem stämmigen Rumpf und kurzen Beinen. Wie bei anderen Meerschweinchen-Verwandten enden die Vorderfüße in vier, die Hinterbeine in drei Zehen.  

  • 👁

    Die Augen des Capybaras liegen weit hinten am Kopf und sind leicht hervorstehend. Die Ohren sind recht klein, der Schwanz ist deutlich zurückgebildet. 

  • 🌱

    Das Capybara ernährt sich vegetarisch. Pro Tag isst ein erwachsendes Tier 2,7 bis 3,6 Kilo Gras. Beim Essen ist der "Herr der Gräser" aber wählerisch: Wasserschweine futtern nur vier bis sechs verschiedene Arten von Pflanzen.

  • 💦

    Die Nagetiere sind perfekt für ein Leben am und im Wasser ausgerüstet: Zwischen den Zehen haben Capybaras Schwimmhäute, um sich im Wasser schnell fortbewegen zu können. Ähnlich wie bei Krokodilen sitzen Nase, Augen und Ohren so weit oben am Kopf, dass sie fast vollständig abtauchen können und trotzdem den Überblick behalten.  

  • 👃

    Bei Tauchgängen können Capybaras ihre Nasenlöcher verschließen. Und nicht nur das: Im Wasser halten es die Tiere bis zu fünf Minuten ohne Luft aus. 

Capybara und Affen

Capybaras sind sehr freundliche Tiere, die sich auch mit vielen anderen Spezies gut verstehen und gerne mit ihnen koexistieren.

Lebensraum: Wo kommen Capybaras vor? 

Wasserschweine sind in den Sumpf-Gebieten, Mangroven-Wäldern und überfluteten Gras-Landschaften Südamerikas zuhause, immer in unmittelbarer Nähe einer konstanten Wasserquelle.   

Die größte Anzahl von Capybaras lebt in den Savannen von Kolumbien und Venezuela. Auch im Norden Argentiniens und im gesamten Amazonas-Gebiet sind die Nagetiere zu finden.  

Neben dem Capybara gibt es noch die verwandte Art der Panama-Capybaras, und zwar etwas weiter nördlich: von Nord-Kolumbien bis Panama in Mittelamerika. Sie sind kleiner und dunkler als die Capybaras.   

Gelassen und gesellig: So verhalten sich Capybaras

Capybara-Familie
Wasserschweine sind gesellige Tiere. Normalerweise leben sie in Herden zwischen...
Capybara-Einzelgänger
Gelegentlich treten auch Einzelgänger auf. Dabei handelt es sich um erwachsene...
Capybara-Mutter mit Baby
Capybaras paaren sich mehrmals im Jahr. Die meisten Geburten fallen aber in die...
Capybara-Gruppe in der Wiese
Der südamerikanische Nager ist kein Vielschläfer. Morgens ruht es vor allem im...
Capybaras bellen bei Gefahr
Wasserschweine verständigen sich durch unterschiedliche Laute: Sie schnurren...
Capybara-Familie
Capybara-Einzelgänger
Capybara-Mutter mit Baby
Capybara-Gruppe in der Wiese
Capybaras bellen bei Gefahr

Capybaras bellen bei Gefahr: So hört sich das an

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Capybaras und Nahrung: Das futtern die Wasserschweine

  • 🌿

    Der Titel "Herr der Gräser" kommt nicht von ungefähr: Das Capybara gehört zu den größten Gras-Fressern Südamerikas. 

  • 🌳

    Neben Wasserpflanzen und Kräutern steht auch weiche Baumrinde auf dem Speiseplan der südamerikanischen Nagetiere.  

  • 🌽

    Gelegentlich ernähren sich Wasserschweine auch von Früchten, Beeren, Zuckerrohr und Mais. 

  • 💩

    Eklig, aber wahr: Capybaras fressen ihren eigenen Kot. Das hilft den Tieren, die im Futter enthaltene Zellulose zu verdauen und wichtige Nährstoffe aufzunehmen. 

Fortpflanzung: So bekommen die Wassertiere Nachwuchs 

Normalerweise trägt das Capybara-Weibchen einen Wurf pro Jahr aus, bei guten klimatischen Bedingungen auch zwei. Etwa vier bis fünf Monate nach der Paarung kommen Junge zur Welt, pro Wurf bis zu acht Tiere.  

Capybara-Mutter mit ihjrem Nachwuchs


Capybara-Weibchen mit ihrem Nachwuchs
© picture alliance / All Canada Photos | Wayne Lynch

Übrigens: Die Paarung findet im Wasser statt. Angelockt wird das Weibchen durch den starken Geruch des Männchens. Der entströmt aus der Duftdrüse, die sich auf dem Nasenrücken befindet.   

Schon kurz nach der Geburt sind die Jungen weit entwickelt: Sie kommen völlig behaart und mit den bleibenden Zähnen zur Welt, mit denen sie bereits an ersten Gräsern und Pflanzen nagen. Nach nur zwei Monaten endet die Säugezeit, sodass die kleinen Wasserratten schnell auf sich allein gestellt sind.

Wie gefährdet ist das Wasserschwein? 

Capybaras werden für ihre Haut und ihr Fleisch gejagt. Teilweise sind es professionelle Jäger, die beides auf südamerikanischen Märkten verkaufen. Meistens werden die Tiere aber für den Eigenbedarf erlegt. Aus dem Leder werden beispielsweise Jacken gemacht oder auch Sättel und Zaumzeug für Pferde.   

Auf der Roten Liste gefährdeter Arten der Weltnaturschutzunion IUCN werden Capybaras zwar als "nicht gefährdet" geführt. Trotzdem schrumpft ihr Lebensraum durch die Zerstörung des Regenwaldes immer weiter. Die Jagd auf ihr Fell dezimiert den Bestand und an manchen Orten wurden die Wassertiere bereits komplett verdrängt. 

Alle lieben Capybara-Babys: Nachwuchs im Zoo Berlin  

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Werde Capybara-Pate!

In einigen Zoos kannst du eine Tier-Patenschaft übernehmen - auch für Capybaras. Hier findest du beispielsweise den Antrag auf Tier-Patenschaften im Zoo Dortmund.   

Häufige Fragen zu Capybaras

  • ⁉️

    Kann man ein Capybara als Haustier halten?

    Capybaras dürfen in Deutschland zwar mit behördlicher Erlaubnis als Haustiere gehalten werden. Sie zu besitzen, ist aber eine enorme Aufgabe und eine noch größere Verpflichtung. Denn die südamerikanischen Nagetiere müssen in der Umgebung leben, die professionelle Zoos bieten: mit mindestens einem weiteren Artgenossen und ausreichend Platz im Wasser und an Land.  

  • ⁉️

    Was kostet ein Wasserschwein? 

    Die Preise für ein Wasserschwein variieren. Ein Tier aus einer legalen Zuchtstelle kostet in Polen etwa 1.000 bis 1.500, in Deutschland rund 2.500 Euro. Eine Duisburger Zoohandlung bietet Wasserschweine als Paar für 10.000 Euro an.  

  • ⁉️

    Ist ein Capybara gefährlich? 

    Capybaras sind normalerweise sehr friedlich und scheu. Trotzdem können sie, wie alle Wildtiere, die Flucht nach vorne antreten. Mit ihren rasiermesserscharfen Schneidezähnen können sie schmerzhafte Biss-Wunden verursachen.  

  • ⁉️

    Kann man Capybaras essen? 

    In ihrer Heimat in Südamerika gelten Wasserschweine als Delikatesse. Insbesondere in Venezuela wird Capybara-Fleisch gern in der Fastenzeit gegessen. Denn im Wasser lebende Tiere gelten dort als Fische.

Veröffentlicht: 12.08.2022 / Autor: Nicholas Vogel