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Blue Holes - Geheime Höhlen im Ozean

In den Höhlen am Boden der Ozeane wimmelt es von Tieren, Pflanzen und Skeletten. Wir erklären dir, warum Forscher so scharf auf einen Tauchgang sind.
Taucher auf der Jagd nach den mysteriösen Blue Holes.

Das Wichtigste zum Thema Blue Holes

  • Blue Holes sind Höhlensysteme oder Krater im Meeresboden. Während der Eiszeit lag der Meeresspiegel tiefer, der Kalkstein frei, und Regen wusch die Höhlen aus. Andere Blue Holes stammen von alten Quellen. Dann füllte das Meer sie wieder auf.

  • Sie werden bis zu 300 Meter tief. Das Wasser ist besonders sauerstoffarm. Es ist dunkel dort, aber es gibt zahlreiche Nährstoffe, die die umliegenden Ökosysteme versorgen und Tiere anziehen.

  • Da immer wieder Tier- und auch Menschenskelette im Laufe der Jahrhunderte in Blue Holes gesunken sind, sehen Forscher sie als eine Art konservierende Zeitkapsel und versuchen, von den Überresten etwas über frühere Lebenswelten zu erfahren.

  • Blue Holes gibt es auf der ganzen Welt. Einige Einstiegshöhlen liegen mittlerweile auch an Land. Mehr über die Löcher im Ozean weiter unten.

Querschnitt eines Blue Hole

Das Blue Hole in Ägypten: Der gefährlichste Tauchspot der Welt

Das Blue Hole in Ägypten: Der gefährlichste Tauchspot der Welt

Das Blue Hole in Ägypten: Der gefährlichste Tauchspot der Welt

Das Blue Hole im Golf von Aqaba gilt in Taucherkreisen als der bekannteste Divespot am Roten Meer. Wegen zahlreicher Unfälle wird die Höhle auch oft als gefährlichster Tauchplatz der Welt bezeichnet.

Das verbirgt sich hinter und in den Blue Holes


Blue Holes, auch Sinklöcher genannt, befinden ich in Kalkböden. Einige von ihnen haben ihre Einstiegslöcher "offshore", in Riffen oder am Meeresboden, andere an Land.
© Getty Images

Während der Eiszeiten stieg und sank der Meeresspiegel. Je nach Level höhlte der Regen den Kalkstein in unterschiedlichen Schichten aus. Das Süßwasser von oben trifft so in der Höhle auf Salzwasser. Entweder, weil der Kalk das Meereswasser wie ein Schwamm gespeichert hatte oder aber, weil bereits Höhlen in die See führten.

Irgendwann stürzte ein Teil der Decke ein, und so entstand das Einstiegsloch. Experten vermuten, dass auch alte Quell-Läufe einige Krater formten. In manchen Blue Holes gibt es unter Wasser Tropfsteine. Da die aber nur in trockenen Höhlen wachsen, ist klar, dass diese einmal über dem Wasserspiegel lagen.

Die Höhlen sind sauerstoffarm, aber reich an Nährstoffen und an Schwefelwasserstoff. Deshalb riecht es dort auch immer nach faulen Eiern. Taucher bemerken das sogar durch ihre Masken.

Im Laufe der Jahrmillionen lebten hier viele Tiere, manchmal auch Menschen, oder sie fielen in die Löcher oder wurden als Beute hineingeschleppt. Auf Grund des besonderen chemischen Milieus konservierten Blue Holes zahlreiche Skelette, Zähne, oder Schildkrötenpanzer.

Anhand dieser Fossilien, Kleinstlebewesen und Mikroben erhalten Forscher Einblicke in das Leben vor Millionen von Jahren. So wurden Tierarten entdeckt, die längst wieder ausgestorben sind, oder Arten, von denen niemand wusste, dass sie in diesem Teil der Erde überhaupt lebten.

Die nächste Expedition soll im Mai 2021 vor Florida stattfinden.

Trip zu den Blue Holes: Hier erfährst du mehr über die Löcher im Ozean

Das sind die berühmtesten Blue Holes

  • 🇧🇸

    Bahamas: Gut 200 Meter tief und ungefähr 25 bis 30 Meter breit ist Deans's Blue Hole. Dieses Sinkloch in der Karibik ist wegen des leichten Einstiegs sehr beliebt bei Tauchern.

  • 🇲🇹

    Malta: Ghar iz-Zerqa liegt vor der Westküste der kleineren maltesischen Insel Gozo. Es ist nur etwa 15 Meter tief und 10 Meter breit und liegt wie eine Art malerischer Pool am Meeres-Rand. Durch ein großes Loch in 7 Metern Tiefe ist es mit dem Meer verbunden.

  • 🇺🇸

    USA: An der Westküste Floridas liegt das 130 Meter tiefe Green Banana Hole. Und auch das kleinere Amberjack-Hole mit 72 Metern Tiefe wurde bereits erforscht. Beide sollen ungefähr vor 8.000 Jahren entstanden sein. Das Wasser am Einstieg misst ungefähr 30 Grad, kühlt aber schon nach wenigen Metern auf 15 Grad ab.

  • 🇨🇳

    China: Das Dragon Hole im südchinesischen Meer gilt mit 300 Metern als das tiefste. Auch "Auge des Meeres" genannt, liegt es in einem Korallenriff. Allein am oberen Rand leben bis zu 20 Fischarten. Forscher sollen ebenso viel bisher unbekannte Kleinstlebewesen hier entdeckt haben.

  • 🇧🇿

    Belize: Gut 70 Kilometer von Belize-City entfernt, liegt draußen im Ozean das Great Blue Hole. Es ist 125 Meter tief und gut 300 Meter breit und gehört als Teil des Belize Barrier Reef zum UNESCO-Weltkulturerbe. Hier gibt es Tropfsteine von 8 Metern Länge.

  • 🇪🇬

    Ägypten: Dieses 110 Meter tiefe und 65 Meter breite Sinkloch heißt einfach nur Blue Hole, liegt im Roten Meer und ist berüchtigt: Etwa 130 Tauchunfälle gingen hier tödlich aus. Durch die vielen Touristenströme ist das Korallenriff oft überlaufen, viele der Korallen sind bereits abgestorben.

Veröffentlicht: 10.10.2020 / Autor: Sven Hasselberg