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Wiedehopf Vogel des Jahres

Vogel des Jahres in Deutschland: Wer landet als Nächster im Sieger-Nest?

Der Wiedehopf ist der Vogel des Jahres 2022. Warum du den Sieger-Vogel trotz prächtiger Krone und orange-rotem Gefieder selten zu sehen bekommst und wie du für den Vogel 2023 abstimmen kannst, erfährst du hier. Plus: Wie gut kennst du dich mit Vogelstimmen aus? Mach den Test!
Wiedehopf Vogel des Jahres

Das Wichtigste zum Thema Vogel des Jahres

  • Zum 52. Mal startet dieses Jahr der Naturschutzbund Deutschland (NABU) mit dem Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV) seine Aktion "Vogel des Jahres".

  • Bis zum 27. Oktober kannst du den nächsten Jahresvogel wählen. Fünf Vögel haben es bis in die engere Auswahl geschafft. Der Piepmatz, der am meisten Stimmen sammelt, tritt sein Amt ab Jahresanfang 2023 an.

  • Stolzer Sieger im Jahre 2022 war der Wiedehopf mit 45.523 Stimmen von insgesamt knapp 143.000. Den Titel "Vogel des Jahres 2022" trägt der Zugvogel mit orange-rotem Gefieder und auffälliger Federkrone nach 1976 zum zweiten Mal.

  • Die Wahl zum Vogel des Jahres gibt es bereits seit 1971. Erster Gewinner war damals der Wanderfalke. Wer 2022 im Rennen war und für 2023 kandidieren wird, stellen wir dir weiter unten vor.

  • Weißt du, welcher Vogel da zwitschert? Im Quiz weiter unten kannst du dein Wissen über Vogelstimmen unter Beweis stellen.

Quelle: NABU/LBV

Der heimische Paradiesvogel ist gefährdet

Mit seinem langen Schnabel, farbenfrohen Gefieder und der auffälligen Federkrone ist der Wiedehopf ein richtiger Hingucker in der Vogelwelt. Trotzdem ist der Zugvogel eher selten in Deutschland zu beobachten.

Der Wiedehopf mag es eher warm - deshalb zieht es den Vogel im Winter nach Afrika. Zusätzlich gilt die Art mit nur noch knapp 900 brütenden Paaren in Deutschland als gefährdet. Es mangelt an Nistplätzen und Nahrung, weil durch die hohen Pestizid-Einsätze große Insekten wie Heuschrecken seltener zu finden sind. Sein Wahl-Slogan lautete deshalb auch: "Gift ist keine Lösung".

3 Fun Facts über den Wiedehopf

  • 💨

    Vorsicht, Stinkbombe: Wenn Gefahr droht, stoßen Weibchen und Jungvögel im Nest ein übel riechendes Sekret aus ihrer Hautdrüse aus, um Angreifer zu verscheuchen.

  • 📢

    Seinen Namen verdankt der Wiedehopf vermutlich seinem berühmten Balzruf, der so ähnlich klingt wie: "Hup Hup Hup".

  • 🎶

    Im alten Volkslied "Die Vogelhochzeit" übernimmt der Zugvogel eine wichtige Aufgabe: "Der Wiedehopf, der Wiedehopf, der bringt der Braut 'nen Blumentopf."

Diese Plätze belegten die fünf Finalisten für das Jahr 2022

Der Wiedehopf ist Vogel des Jahres
Platz 1: In erster Linie ernährt sich der Wiedehopf von großen Insekten und Larven...
Die Mehlschwalbe
Platz 2: Die Mehlschwalbe es zieht im Winter ebenfalls Richtung Afrika. Sie brütet...
Bluthänfling
Platz 3: Die männlichen Anwärter des Bluthänflings fallen durch ihre kaminrote Brust...
Feldsperling
Platz 4: Feldsperlinge mögen es gesellig und sind gern in größeren Gruppen...
Platz 5: Mit seinem grauen Gefieder ist der Steinschmätzer optimal in felsigem...
Der Wiedehopf ist Vogel des Jahres
Die Mehlschwalbe
Bluthänfling
Feldsperling

So stimmst du ab

Mittlerweile kann jede:r bei der öffentlichen Abstimmung von NABU mitmachen. Dafür hast du bis zum 27. Oktober Zeit. Die Kampagne dient dazu, dem auserwählten Vogel besondere Aufmerksamkeit zu widmen, denn oft sind die Vögel vom Aussterben bedroht oder gefährdet.

Vogel des Jahres 2023: Welchen wählst du?

Feldsperling
Der Feldsperling - oder Feldspatz genannt - mit seinen weißen Wangen und dem dunklen...
Neuntöter
Neuntöter mit dem Wahl-Motto "Schnabel auf für mehr Insekten" ist ein kleiner Vogel...
Teichhuhn
Das Teichhuhn fliegt zwar nur kurze Strecken, dafür wird es aber bis zu circa 15...
Trauerschnäpper
Der Trauerschnäpper ist in ganz Deutschland verbreitet. Er geht gerne Mischehen ein...
Braunkehlchen
Braunkehlchen hat das Wahl-Motto "Wiesen wieder wilder machen". Dieser Singvogel ist...
Feldsperling
Neuntöter
Teichhuhn
Trauerschnäpper
Braunkehlchen

Vögel beobachten: 6 Tipps vom LBV

  • Uhrzeit: Umtriebig sind Vögel besonders morgens und abends. In der Früh singen sie bis gut 10 Uhr und werden am Abend so zwei bis drei Stunden vor der Dämmerung aktiv. Am Mittag und Nachmittag ist hingegen eine gute Zeit, um Greifvögel zu beobachten.

  • 👁

    Fernglas: Die Experten schwören hier auf eine mindestens achtfache Vergrößerung und einen Objektiv-Durchmesser von 40 Millimeter. Die Lichtstärke eines Glases sollte nicht unter 3,5 liegen. Sie errechnet sich aus dem Objektiv-Durchmesser, geteilt durch die Vergrößerung. Gut geeignete Ferngläser kannst du für um die 150 Euro kaufen.

  • 📚

    Bestimmungsbücher: Der Handel hält zahlreiche gute Fachbücher bereit, die dir helfen, Vögel einzuordnen. Sie enthalten Infos zu den Arten und Zeichnungen, mit denen du die Tiere erkennen kannst. Achte darauf, dass sowohl Bilder von Männchen und Weibchen als auch Alt- und Jungvögeln gezeigt werden.

  • 🎤

    Notizbuch oder Diktiergerät: Wer das Vogel-Beobachten zum Hobby macht, kann gern Buch führen. Je mehr Infos, desto spannender. Dabei gilt es nicht nur die entdeckte Vogelart, sondern den Ort, das Wetter, die Uhrzeit und die Umstände oder auch das Verhalten des Tieres festzuhalten.

  • 📱

    App: Mittlerweile gibt es auch zahlreiche Apps, die dir bei deinem neuen Hobby helfen können. Besonders gut eignen sie sich, wenn du wie in unserem Spiel über die Vogelstimmen erraten willst, welche Art da gerade singt.

  • 🥾

    Kleidung: Natürlich solltest du dich wetterfest und je nach Jahreszeit auch warm genug anziehen. Denn so eine Beobachtungs-Tour kann lange dauern. Achte auf gutes, festes, wasserdichtes Schuhwerk. Zur Camouflage-Kleidung raten die Experten nicht unbedingt. Vögel reagieren eher auf Bewegung als auf Farben.

Quelle: LBV

Erkennst du diese Vögel an ihren Stimmen?

Unsere Vögel sind bedroht

Durch die Zerstörung ihrer Lebensräume sind auch in Deutschland viele Vogelarten gefährdet. Flüsse werden begradigt, Sümpfe trockengelegt, Umweltverschmutzung greift um sich. Landwirtschaftliche Monokulturen und feinsäuberlich getrimmte Gärten rauben den Tieren Nistplätze und Nahrung.

Zwar ist es durch Schutzgebiete und -maßnahmen gelungen, einige gefährdete Arten wie den Kranich, die Großtrappe oder den Schwarzstorch zu retten. Aber gerade die Vögel, die es einst in Massen gab, wie Sperlinge oder Stare gehen im Bestand stark zurück.

Die letzten Daten wurden 2016 erhoben. Damals lag die Gesamtzahl der Brutpaare aller Arten bei 74–100 Millionen. Amsel und Buchfink sind bei uns am häufigsten.

Hochrechnungen des Trends von 1992 bis 2016 ergaben, dass die Anzahl der Brutvögel in diesem Zeitraum in Deutschland um etwa 14 Millionen zurückging. Deshalb müssen wir auch weiter den Vogelschutz vorantreiben. Die nächste Bestandserhebung gibt es erst 2025. Eine Rangliste der häufigsten Arten findest du unten in der Tabelle.

Quelle: Bundesamt für Naturschutz

Die Top 10 der Brutvögel in Deutschland

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Veröffentlicht: 12.09.2022 / Autorin: Sven Hasselberg