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Yvonne Gutesche und ihr Saarloos-Wolfhund Jesper

Ist das ein Wolf auf dem Sofa? Hunde im Lupus-Look boomen

Da liegt doch ein Wolf auf dem Sofa, oder? Viele Menschen wollen gerade einen Hund, der dem Wolf ähnelt. Was sie oft nicht bedenken: Wolfshunde haben spezielle Bedürfnisse. Worauf es bei der Haltung ankommt und warum Tierschützer:innen vor Hybriden warnen.
Yvonne Gutesche und ihr Saarloos-Wolfhund Jesper

Wolfshunde sind im Trend

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    Stechende Augen, graues Fell: Der sieht ja aus wie ein Wolf! Hunde im Wolfspelz sind gefragt wie nie. Doch: Ihre Haltung ist anspruchsvoll.

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    Welche wolfsähnlichen Hunderassen es gibt und was eine Besitzerin mit ihrem Saarloos-Wolfhund erlebt, erfährst du weiter unten.

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    Informieren sich Besitzer im Vorfeld nicht genug, sind Konflikte programmiert. Wolfscheu, Bewegungsbedürfnis und Revier-Ansprüche überfordern viele Hundehalter.

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    Tierschützer:innen warnen: Immer mehr Wolfshunde landen in Tierheimen. Ihr ursprünglicheres Verhalten erfordert Erfahrung bei der Erziehung.

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    Zu unterscheiden vom Wolfshund sind Wolf-[Hybriden. Bei den Hybriden ist ein Elternteil Wolf, eines Hund. Solche Mischungen eignen sich nicht als Haustier.

Hunderassen, die dem Wolf ähneln

Tamaskan Hündin Wolfshund
Tamaskan/Northern Inuit: Diese Wolfshunde sind Kreuzungen aus Schlittenhunden und...
Wolfhund
Tschechoslowakischer Wolfhund/Tschechischer Wolfhund: Die Kreuzung aus Schäferhund...
Wolfhund Barsoi
Barsoi: Der Russische Wolfhund ähnelt einem Windhund und ist blitzschnell unterwegs...
Wolfhund Hybrid aus Wolf und Hund
Saarloos-Wolfhund: Die Rasse entstand aus Kreuzungen von Hunden und Wölfen. Die...
Tamaskan Hündin Wolfshund
Wolfhund
Wolfhund Barsoi
Wolfhund Hybrid aus Wolf und Hund

Die Schattenwölfe in "Game of Thrones"

Wolfsähnliche Hunde boomen vor allem seit "Game of Thrones".  In der Serie spielten Northern Inuit Dogs die Schattenwölfe.

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"Ich muss selbst zum Wolf werden für die Erziehung"

Pferdetrainerin und Tierschützerin Yvonne Gutsche aus Bad Wimpfen ist mit Hunden groß geworden. Ihr Saarloos-Wolfhund Jesper ist ihr dritter Wolfhund. Im Interview erzählt sie über die Besonderheiten der Tiere.

Yvonne Gutesche und ihr Saarloos-Wolfhund Jesper


Ich hab dich zum Abschlecken gern: Yvonne Gutsche und ihr Saarloos-Wolfhund Jesper.
© Lisa Rädlein

Du besitzt einen Saarloos. Was ist an dem wolf-ähnlichen Hund besonders?

In Jesper steckt genetisch noch viel mehr Wolf als etwa im Mops. Er ist ein offener Hund - aber zeigt gegenüber gewissen Leuten Scheu, die sogenannte Wolfscheu. Damit muss man umgehen können. So ein Hund braucht souveräne Führung. Fehlt diese, kann Angst in aggressives Verhalten übergehen. Ein Wolfshund ist nichts für Anfänger. Ich habe viele Wolfbücher gelesen und mich intensiv mit den Bedürfnissen der Tiere beschäftigt. Ich bin quasi selbst zum Wolf geworden.

Saarloos Wolfhund


Stechende Augen sind ein Kennzeichen von Wolfshunden.
© Yvonne Gutsche

Welche Bedürfnisse hat ein Wolfshund?

Es ist kein Hund für die Stadtwohnung. Die Tiere sind Langstreckenläufer. Außerdem reagieren sie sehr sensibel auf äußere Reize wie Geräusche. Daran muss man sie vorsichtig gewöhnen. Wolfshunde sind selbstständig und haben ihren eigenen Kopf. Wer wenig Erfahrung mit Hunden hat, kann schnell damit überfordert sein.

Du betreibst einen Trainings-Stall für Pferde und ziehst Wildtiere groß. Hat dein Wolfshund die anderen Tiere nicht zum Fressen gern?

Jesper hat gelernt, dass Familie nicht gefressen wird (lacht). Er war von klein auf bei der Wildtieraufzucht dabei, kennt meinen Waschbären aus der Wildtier-Rettung, Pferde, Hunde und Eichhörnchen. Er hat keinen ausgeprägten Jagdtrieb.

Wolfshund trifft Waschbären


Schau mir in die Augen, Bär! Der Wolfshund hat sich mit dem Waschbären angefreundet.
© Yvonne Gutsche

Wolfshund trifft Waschbären


Dich kann ich gut riechen: Die zwei Tiere beschnuppern sich.
© Yvonne Gutsche

Würdest du dir wieder einen Wolfshund kaufen?

Jaaa! Für mich kommt keine andere Hunderasse mehr infrage. Jesper ist absolut treu, anhänglich und verschmust. Und er ist total lustig. Seine Intelligenz darf man nicht unterschätzen. Er öffnet etwa Tretmülleimer und räumt diese aus. Und er öffnet eine Dose Wurst an der Lasche. Diese Hunde beobachten ganz viel, probieren aus und suchen Lösungen.

Wolfshund Jesper Saarloos


Liebesbeweis! Jesper schleckt sein Frauchen ab.
© Lisa Rädlein

Worauf hast du beim Kauf geachtet?

Ich habe mir beim Züchter die Elterntiere genau angeschaut. Sie sind zur Begrüßung auf mich zugelaufen und haben mich abgeschleckt. Jespers Mutter lebte im Haus und hat da auch geworfen. Die Welpen kannten die Geräusche von Staubsauger, Kaffeemaschine und Geschirrspüler. So hatte Jesper auch bei mir in der Wohnung von Anfang an wenig Stress.

Wolfshund Jesper


Jesper ist ein Saarloos-Wolfhund.
© Thomas Lehmann

Wölfe können keinen Hundeblick

Der Kopf liegt schräg, der Hund hebt die Augenbrauen und guckt so treu mit seinen Kulleraugen - ooooh, dieser Hundeblick! Schon wandert die Hand in die Tasche - und Wuffi bekommt ein Leckerchen.

Die Forscherin Juliane Kaminski fand mit ihrem Team heraus: Nur Hunde können diesen charmanten Blick aufsetzen. Bei Wölfen sind die entsprechenden Muskeln im Gesicht weniger ausgeprägt. Für das Wildtier sind die Muskeln auch nicht wichtig. Für den domestizierten Hund hingegen schon. Über Augenkontakt kommuniziert er mit dem Menschen. Da schau her!

Du kriegst nicht genug von cooler Hunde-Mimik? Außergewöhnliche Bilder gibt's auf dem Instagram-Account der Fotografin Elke Vogelsang.

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Halb Hund, halb Wolf: Die Hybriden

  • Es leben seit einigen Jahren wieder Wölfe in freier Natur in Deutschland. Tatsächlich kommt es vor, dass sie sich mit Hunden paaren. Dann entstehen Wolf-Hund-Hybriden.

  • Wie häufig das vorkommt, ist strittig. Der Hybridisierungs-Anteil der Wölfe liegt unter 1 Prozent laut einer Stichprobe der Senckenberg-Gesellschaft für Naturforschung. Andere Untersuchungen gehen von höheren Zahlen aus.

  • Leben Wolfs-Hybride in freier Natur, stehen sie wie Wölfe auch unter Schutz. Sie dürfen nicht getötet werden. Aber: Sie werden gefangen, damit sich die Hunde-Gene nicht in den Wolfs-Populationen verbreiten.

  • Hybriden sind keine Haustiere. Sie zeigen stärkeres Revierverhalten, gehen eher in Konkurrenz mit Hunden und in Konflikt mit dem Menschen. Vor allem ab der Geschlechtsreife treten häufig Probleme auf.

  • An der Erziehung von Hybriden aus Schäferhunden und Wölfen scheiterte schon das sowjetische Militär in den 1960er Jahren. Die Hunde sollten die Grenze sichern. Aber sie ließen sich nicht trainieren. Das Projekt scheiterte.

  • Schätzungen zufolge gibt es in Deutschland 1.000 bis 2.000 Hybriden als Haustiere. Das Problem: Sind Besitzer:innen überfordert, endet das für viele Tiere mit dem Tod. Auffangstationen sind rar. Normale Tierheime können den Hybriden meist nicht gerecht werden.

  • Hybriden der ersten Generation bezeichnet man als F1. Sie haben zu 50 Prozent Wolfs-Anteil. Ab der fünften Generation (F5) gelten die Tiere als Haushunde.

Auffang-Stationen für Wölfe und Hybriden sind selten

Der Alternative Bärenpark Schwarzwald rettet Wölfe, Wolfshybriden und Bären aus schlechter Haltung. Die Tiere zeigen oft Verhaltensstörungen, wenn sie nicht artgerecht leben können. Die Rettungsaktionen sind teuer. Interessierte können Patenschaften für die Tiere übernehmen.

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Der teuerste Hund der Welt

Der teuerste Hund der Welt

Über eine Million Euro für einen Hund? Kaum zu glauben! Aber diese unfassbare Summe hat ein millionenschwerer Chinese tatsächlich für einen Vierbeiner hingelegt. Doch welche Hunderasse ist so viel wert? Und was genau macht sie so unglaublich teuer?

Veröffentlicht: 28.04.2021 / Autor: Alena Brandt