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Stock-Fotos: Vom Internet-Star zu Fails im Netz

Kennst du "Hide the Pain Herold"? Der pensionierte Elektriker wurde über Nacht zum Internet-Hit - dank Stock-Fotos. Kannst du das auch? So werden deine Bilder berühmt - und darauf solltest du bei Stock-Fotografie achten.
Teaserbild: Stock-Fotos: Vom Internet-Star zu Fails im Netz

Vom Rentner zum Internet-Hit - die unglaubliche Geschichte von "Hide the Pain Herold"

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    "Hide the Pain Herold" heißt eigentlich Arató András István und ist ein pensionierter Elektriker aus Ungarn. Zufällig entdeckte ein Fotograf sein Urlaubsfoto im Netz und schlug ihm vor, Stock-Fotos von ihm zu knipsen. Warum nicht, dachte András.

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    Stock-Fotos ("to stock": etwas auf Lager haben) sind vorproduzierte Bilder, die du online bei Bildagenturen findest. Die größten sind Getty Images, Adobe Stock und Shutterstock.

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    Plötzlich sah András sein Gesicht überall im Netz - nicht nur auf verschiedenen Webseiten und Werbungen, sondern auch in lustigen Memes! Ein Beispiel findest du weiter unten.

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    "Die Internet-User gaben mir den Spitznamen 'Hide the Pain Herold', weil sie eine versteckte Traurigkeit in meinem Lächeln sahen. Ich musste es wohl oder übel akzeptieren", sagt uns András im Interview.

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    Heute ist er selbst Experte für Memes und hält sogar Vorträge über das Internet-Phänomen. Seine Berühmtheit brachte ihm lukrative Werbe-Deals ein. Wie du dennoch nicht die Kontrolle über Fotos im Netz verlierst, liest du weiter unten.

So sehen die Memes mit "Hide the Pain Herold" aus

Sein "trauriges Lächeln" inspirierte kreative Köpfe auf der ganzen Welt zum Basteln verschiedenster Memes. András' Gesicht wurde viral - und der Name "Hide the Pain Herold" war geboren.

Kann man online mit Fotos Geld verdienen?

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    Es klingt traumhaft: Du lädst "nebenbei" Fotos hoch und verkaufst sie dann für hohe Beträge.

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    In der Realität sieht das Ganze aber schon schwieriger aus. Die großen Agenturen wie Getty Images oder Shutterstock, wo sich mit Stock-Fotos tatsächlich Geld verdienen lässt, haben strenge Aufnahme-Bedingungen.

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    Hier brauchst du schon ein professionelles Portfolio, um aufgenommen zu werden. Und auch dann ist die Ausbeute überschaubar: Stock-Foto-Models bekommen einmalig zwischen 300 und 1.000 Euro für ihren Einsatz.

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    Wer wirklich daran verdient, sind also die Fotografen und Agenturen. Für Hobby-Fotografen ist Stock-Fotografie also durchaus interessant.

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    Bei Stock-Fotografie sind vor allem Gesichtsausdrücke und Körpersprache gefragt. Du hast solche Fotos im Portfolio? Dann hast du nichts zu verlieren, wenn du dich bei Stock-Agenturen bewirbst. Vielleicht versteckt sich ja unter deinen Fotos der nächste Hit?

So wirst du zum Star am Stock-Foto-Himmel - und darauf solltest du achten

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    Die gute Nachricht: Bei Stock-Fotos sind Model-Maße nicht so wichtig. Hier geht es vor allem um Emotionen, Ausdruck und alltägliche Situationen - der Betrachter soll sich mit der Person auf dem Bild identifizieren können. Dein Auftritt sollte natürlich, aber gepflegt sein.

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    Außerdem sollte das Bild vielfältig einsetzbar sein. Deshalb sind Shots gut, die man im Hoch- und Querformat verwenden kann.

  • Ebenfalls von Vorteil: Ein ruhiger Hintergrund - denn der Fokus liegt auf der Person. Punkten kannst du auch, wenn neben der Person noch Platz für eine potenzielle Schrift bleibt.

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    Achtung: Auch bei der Stock-Fotografie gibt es Fallen. Wenn du die Kontrolle über deine Bilder nicht verlieren möchtest, lies dir Verträge genau durch. Achte genau darauf, welche Rechte du an die Agentur abgibst - und welche nicht.

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    Um sicher zu gehen, lasse die Verträge notfalls durch einen Dritten prüfen - oft verstecken sich Tücken im "Kleingedruckten".

Autsch - peinliche Stock-Foto-Fails

Die Schweizerische Volkspartei (SVP) des Kantons Zürich sorgte im Sommer mit einem Post auf Twitter für viel Spott: Versehentlich nutzte sie im "Kampf gegen die Zubetonierung der Schweiz" ausgerechnet ein Bild des Holocaust-Denkmals in Berlin.

Das Ergebnis: ein riesiger Shitstorm. Die Partei löschte den Post und entschuldigte sich auf  Twitter. Wie das passieren konnte? Die Zuständigen hätten auf einer Bilddaten-Bank nur das Wort "Beton" eingegeben und wären sich nicht bewusst gewesen, um welches Bild es sich handelte.

Auch die AfD sorgte mit Stock-Fails für Lacher: die "traditionelle taiwanesische Familie"

AfD Wahlplakat 2017


Auf den ersten Blick fällt es nicht auf - auf den zweiten sieht man jedoch, dass diese Familie aus Taiwan nicht dem "typisch deutschen" Bild entspricht, das die AfD hier abbilden wollte.
© imago images / Seeliger

Mit diesem Plakat warb die AfD 2017 im Wahlkampf. Sieht man genau hin, ist das aber keine traditionelle deutsche Familie - sondern eine taiwanesische - gefunden auf Shutterstock.

 

Die AfD und das Matterhorn in Deutschland

Ebenfalls für Spott sorgte dieses Wahlplakat des Kreisverbands Nürnberg der AfD. Vermutlich verwechselte der Designer die Zugspitze mit dem Schweizer Matterhorn, das hier auf dem Stock-Foto abgebildet ist.

Willst du mit dem eigenen Foto Geld verdienen?

Veröffentlicht: 06.11.2020 / Autor: Carina Neumann-Mahlkau