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Ökologischer Fußabdruck

Ökologischer Fußabdruck: So verkleinerst du ihn

Der "Earth Overshoot Day 2022" (Erdüberlastungs-Tag) ist am 28. Juli. Das bedeutet, die weltweiten ökologischen Ressourcen für das ganze Jahr sind aufgebraucht. Den Rest des Jahres machen wir Umwelt-Schulden. Wie dein ökologischer Fußabdruck klein bleibt, erfährst du hier. Im Clip: Das CO2-Experiment.
Ökologischer Fußabdruck: So verkleinerst du ihn
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Das Wichtigste zum Thema Ökologischen Fußabdruck verkleinern

  • Fast drei Viertel der Weltbevölkerung (72 Prozent) lebt in einem Land, das mehr ökologische Ressourcen verbraucht, als der Weltdurchschnitt beiträgt.

  • Der Tag, ab dem der Verbrauch der Weltgemeinschaft die Menge der natürlich erneuerbaren Ressourcen übersteigt, wird "Earth Overshoot Day" genannt. Wir bauen also Umwelt-Schulden auf - und das mittlerweile seit Jahrzehnten.

  • Indem du zum Beispiel saisonal einkaufst, weniger Fleisch isst und insgesamt weniger Lebensmittel wegschmeißt, hältst du deinen ökologischen Fußabdruck möglichst klein. Mehr dazu liest du weiter unten.

Earth Overshoot Day: Ab wann die Erde ökologisch überlastet ist

Mit dem Earth Overshoot Day (Erdüberlastungs-Tag) errechnet das Global Footprint Network den Tag, ab dem die weltweiten ökologischen Ressourcen des Jahres aufgebraucht sind.

Ab dem Tag übersteigen unser Verhalten und Konsum die verfügbaren Mittel, die die Natur innerhalb eines Jahres erneuern kann. Wir leben ökologisch betrachtet "auf Pump" und hinterlassen künftigen Generationen Umwelt-Schulden.

2022 liegt der Erdüberlastungs-Tag am 28. Juli. Im Gegensatz dazu kam die Welt in den 1960er Jahren noch mit den jährlichen Ressourcen aus. Seitdem ist der Trend eindeutig: Der Earth Overshoot Day kommt jedes Jahr früher.

Eine Ausnahme war das Jahr 2020: Eine Folge der Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie war ein verringerter Ressourcen-Verbrauch. Dadurch reichten die ökologischen Ressourcen in dem Jahr zumindest drei Wochen länger als zunächst berechnet.

Country Overshoot Days


Würde die gesamte Menschheit wie die Menschen in einem bestimmten Land konsumieren, würde der Erdüberlastungs-Tag auf das jeweils angegebene Datum fallen.
© Global Footprint Network

Ökologischen Fußabdruck berechnen: So geht's

In der Maßeinheit globale Hektar (gha) wird berechnet, wie viel Fläche wir für Essen, Konsum, Energie, Verkehr usw. brauchen. Dabei wird auch einkalkuliert, welche Fläche wir benötigen, um unseren CO2-Ausstoß zu kompensieren.

Teilt man die gesamte nutzbare Erdoberfläche gleichmäßig auf alle Menschen auf, hat jeder Mensch 1,6 gha -  etwa drei Fußballfelder - zur Verfügung.

Im Durchschnitt verbraucht jeder Mensch aber 2,7 gha, in Deutschland sind es 4,7 gha.

So viel verbrauchen wir in Deutschland

Wenn alle Menschen so leben würden wie wir, wäre der "Earth Overshoot Day" bereits Anfang Mai. Mit anderen Worten: Wir bräuchten gut drei Erden, um unseren Ressourcen-Hunger zu stillen.

Dazu kommt: Alle Deutschen produzieren im Jahr etwa 11.200 Kilogramm CO2 pro Person. Um klimaneutral zu leben, dürfte jede:r von uns höchstens 1.000 Kilogramm verursachen.

So verkleinerst du deinen ökologischen Fußabdruck

  • 🌱

    Grüner "googeln": Die deutsche Suchmaschine Ecosia spendet 80 Prozent des Gewinns für Aufforstung. Damit wurden bislang (Stand: 28.Juli 2022) über 154 Millionen Bäume gepflanzt.

  • Mehrweg statt Einweg kaufen: Einwegflaschen werden immer wieder energieintensiv eingeschmolzen, Mehrwegflaschen dagegen bis zu 50-mal wiederverwendet. Wenn alle Deutschen nur Mehrweg- statt Einwegflaschen nutzen würden, könnten wir 1,25 Millionen Tonnen CO2 sparen. Das entspricht dem Verbrauch von 575.000 Autos.

  • 🍏

    Saisonal snacken: Der deutsche Apfel ist der Klima-Champion im Herbst. Keine andere Frucht wird so kurz transportiert. Essen wir einen Monat lang statt Bananen nur Äpfel, sparen wir so viel CO2 wie 10.000 Menschen beim Flug von Frankfurt nach New York und zurück brauchen.

  • 🚲

    Öfter mal aufs Rad steigen: "Wenn wir nur halb so viel mit dem Auto fahren und ein Drittel mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurücklegen würden, den Rest durch Wandern oder Radfahren überbrückten, könnten wir den Overshoot Day um zwölf Tage verschieben", so der WWF.

  • 🍖

    Weniger Fleisch essen: "Wenn jeder Bundesbürger nur einmal pro Woche auf Fleisch verzichten würde, könnte das zu einer jährlichen Einsparung von rund 9 Millionen Tonnen Treibhausgas-Emissionen führen." Das entspricht laut WWF umgerechnet 75 Milliarden PKW-Kilometern.

  • 📱

    Für weniger Plastik werben: Mit der App "Replace Plastik" vom Verein "Küste gegen Plastik" kannst du dich direkt im Supermarkt über überflüssige Plastikverpackungen beschweren. Dafür scannst du einfach den Barcode oder gibst ihn von Hand ein. Sobald 20 Stimmen für ein Produkt zusammengekommen sind, erhält der Hersteller eine Mail.

  • 😜

    Nichts tun: Mach mit beim jährlichen "Kauf-nix-Tag". Der ist in Europa am letzten Samstag im November und soll daran erinnern, dass wir nicht immer etwas kaufen müssen, um happy zu sein.

Mit diesen Apps machst du deinen Alltag klimafreundlicher

  • 🌐

    Klimakompass: In der App von Worldwatchers kannst du deinen persönlichen CO2-Fußabdruck ausrechnen, indem du Angaben zu deinen Lebens-Umständen und Konsum-Gewohnheiten machst. In Challenges setzt du dir selbst Ziele, etwa plastikfrei zu leben oder insekten-freundliche Pflanzen zu pflanzen. Für jede erfüllte Challenge bekommst du Klima-Punkte, mit denen du in höhere Level aufsteigst. Und: Du kannst in der App den Barcode von Produkten einscannen und so deren Klima-Bilanz checken.

  • 💡

    Energy Buddy: Der Aufbau ist ähnlich wie beim Klimakompass. Auch hier kannst du deinen CO2-Fußabdruck anhand von Standard-Fragen errechnen - hier sind sie etwas detaillierter. Und auch hier gibt es Challenges, um Punkte für dein Klima-Konto zu sammeln. Wie der App-Name schon sagt, liegt der Fokus auf dem Energie-Verbrauch. Du kannst Zählerstände erfassen, Stromkosten und den eigenen Tagesverbrauch errechnen. Im Reiter "News und Facts" findest du Artikel rund um das Thema Energie.

  • 🌳

    Eevie: Auch diese App startet mit der Berechnung deines CO2-Fußabdrucks. Danach kannst du Gewohnheiten auswählen, die du dir aneignen möchtest, etwa saisonale Ernährung oder Recycling. Auch dafür gibt's Punkte - die kannst du einlösen, um einen Baum pflanzen zu lassen.

  • 🍽

    Rvolt: Auch diese App bietet Challenges an, zum Beispiel die Spülmaschine zu einer Zeit zu nutzen, in der viel erneuerbare Energie im Netz ist und somit wenig CO2 emittiert wird. Durch jede CO2-Einsparung verbesserst du den virtuellen Planeten und gewinnst Punkte. Die kannst du dann sogar im App-eigenen Shop für Smart Home Produkte oder virtuelle Spiel-Items einlösen.

Veröffentlicht: 28.07.2022 / Autor: Galileo