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Mann verschüttet Kaffee.

Schusseligkeit: Warum sie angeboren ist - und was du dagegen tun kannst

Schusseligkeit kennen wir alle. Manche Menschen verlegen aber häufiger ihre Schlüssel als andere, verpeilen Termine oder lassen Dinge fallen. Welche Ursache Schusseligkeit hat und wie du sie bekämpfen kannst.
Schusseligkeit: Warum sie angeboren ist - und was du dagegen tun kannst
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Das Wichtigste zum Thema Schusseligkeit

  • Schusseligkeit ist keine Krankheit. Das ist die gute Nachricht. Und mal ehrlich: Hast du nicht auch schon stundenlang die Sonnenbrille gesucht, den Arzt-Termin verpasst oder den Kaffee auf deiner Hose verteilt?

  • Es gibt aber Menschen, denen solche Missgeschicke öfter passieren als anderen. Welche Ursache Schusseligkeit hat, ist zumindest teilweise erforscht. Zum einen spielen die Gene eine Rolle, zum anderen das Gehirn und unser Persönlichkeitsprofil.

  • Aber was hilft gegen Schusseligkeit? Weiter unten haben wir Tipps für dich.

Woher kommt Schusseligkeit?

Zerstreutheit hat eine Funktion für unser Gehirn. Dadurch, dass wir einzelne Fakten vergessen, entsteht Platz für neue Informationen und wir bleiben handlungsfähig, wie diese Studie belegt.

Schusseligkeit liegt zudem in der Familie. Forscher:innen um den Psychologen Sebastian Markett von der Universität Bonn haben ein Schusseligkeits-Gen gefunden. Es heißt Dopamin D2 Rezeptor-Gen (DRD2) und trägt in einer bestimmten Variante dazu bei, dass das Dopamin-Gleichgewicht aus dem Takt kommt. Das wirkt sich auf die Konzentration aus - man lässt sich leichter ablenken, vergisst das Smartphone im Restaurant oder kann sich nicht mehr an den Namen der neuen Kolleg:innen erinnern.

Die Wissenschaftler:innen fanden aber auch heraus, dass Persönlichkeitsmerkmale eine Rolle spielen. Das Selbstvertrauen scheint entscheidend zu sein. Typische Schussel gelten als verträumt, ängstlich und impulsiv.

 

Schusseligkeit: Ursachen, die infrage kommen

  • Stress

  • Nebenwirkungen von Medikamenten

  • Schlafmangel

  • Flüssigkeitsmangel

  • Depression

  • Schilddrüsenstörung

  • Eisen- oder Vitamin-B12-Mangel

Was beeinflusst Schusseligkeit noch?

  • 🧠

    Je älter wir werden, desto träger wird das Gehirn. Das sogenannte Arbeitsgedächtnis nimmt schon mit Mitte oder Ende 20 ab und bringt uns dadurch öfter aus dem Takt. Nur das Langzeitgedächtnis bleibt stabil.

  • 👵🏼

    Ältere Menschen haben oft clevere Taktiken und Routinen gegen die Vergesslichkeit entwickelt und sind daher nicht unbedingt schlechter organisiert als jüngere Menschen.

  • 🧑🏻‍⚕️

    Es gibt einen großen Unterschied zwischen Schusseligkeit und krankhaften Veränderungen des Gehirns: Wer Zusammenhänge gravierend durcheinanderbringt, desorientiert ist und komplette Tage vergisst, sollte ärztlichen Rat einholen. Das könnten Anzeichen von Demenz oder Alzheimer sein.

Schusseligkeit bekämpfen: Die besten Strategien

  • 🗒️

    Merkzettel schreiben

  • 📅

    Wichtige Termine im Kalender eintragen

  • 🤯

    Multitasking vermeiden

  • 📱

    Gadgets wie Schlüsselanhänger nutzen, die auf Knopfdruck akustische Signale von sich geben.

  • 📖

    Lesen ist Gehirnjogging und stärkt unsere Konzentration.

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Schusselig gleich sympathisch?

Schusselig zu sein mag wie ein Makel klingen, doch dem ist nicht so. Tatsächlich spricht man in der Psychologie vom Pratfall-Effekt. Der besagt, dass uns Mängel auch sympathisch machen.

Das fand der Psychologe Elliot Aronson in einem Experiment heraus. Die Testpersonen bekamen ein Tonband zu hören, auf dem jemand schwierige Quiz-Fragen beantwortete. Waren die Antworten fast immer richtig, aber zusätzlich das Umfallen einer Kaffeetasse zu hören, wirkte die Person nahbarer und sympathischer.

Schusseligkeit: Alle Fragen und Antworten

  • ⁉️

    Wer gilt als schusselig?

    Menschen, die öfter den Schlüssel verlegen, etwas auf dem Herd vergessen oder Termine verwechseln, gelten als schusselig. Sie lassen sich leichter ablenken und sind deshalb nicht mehr so konzentriert. Das kann sich als Vergesslichkeit äußern oder mit Störungen in der Motorik - also durch Stolpern, etwas Fallen lassen etc.

  • ⁉️

    Woher kommt Schusseligkeit?

    Teilweise liegen die Ursachen von Schusseligkeit in den Genen. Forscher haben eine bestimmte Variante des Gens DRD2 identifiziert, das sie bei einem Experiment bei rund der Hälfte der Testpersonen gefunden haben. Aber auch das Selbstvertrauen hat einen Einfluss auf die Zerstreutheit.

  • ⁉️

    Ist Schusseligkeit angeboren?

    In gewisser Weise schon. Denn eine bestimmte Variante des Gens DRD2, das am Dopamin-Gleichgewicht beteiligt ist und damit einen Einfluss auf die Konzentration hat, ist erblich.

  • ⁉️

    Welche Art von Vergesslichkeit ist normal?

    Ab und zu mal eine Denk-Blockade zu haben oder sich nicht mehr daran zu erinnern, wo man das Auto geparkt hat, ist völlig normal. Wer allerdings Gegenstände an ungewöhnlichen Orten wiederfindet (etwa eine Dose Tomaten im Kleiderschrank) oder richtige Erinnerungslücken hat, sollte sich an Mediziner:innen wenden.

Veröffentlicht: 19.10.2021 / Autorin: Bianca Leppert