Themenseiten-Hintergrund

Was bedeutet es, "Nägel mit Köpfen" zu machen?

Wer Nägel mit Köpfen macht, der fackelt nicht lang, legt sofort los und liefert ordentliche Ergebnisse ab. Aber woher kommt die Redewendung eigentlich?
Teaserbild: Was bedeutet es, "Nägel mit Köpfen" zu machen?

Schlaumeier-Wissen: Nägel mit Köpfen machen

  • 👷🏼‍♀️

    "Nägel mit Köpfen" werden sprichwörtlich nicht nur von Handwerkern gemacht und verwendet. Wenn du deine Sache anpackst und voll durchziehst, dann machst auch du Nägel mit Köpfen - dabei machst du alles richtig und führst deine Dinge zu einem guten Ende.

  • 🔨

    Es ist ja so schon schwierig, Nägel in die Wand zu schlagen - ohne den Daumen zu treffen. Bei einem Nagel ohne Kopf mit jeweils nur einer dünnen Spitze oben und unten steigt die Autsch-Gefahr noch mal deutlich an.

  • 👍🏼

    Vielleicht hast du keinen grünen Daumen, aber einen roten willst du ganz sicher nicht. Da ist es besser, Nägel mit Köpfen zu haben. Heute werden sie maschinell gefertigt und in jedem Baumarkt verkauft. Früher aber wurde jeder einzelne Nagel in Handarbeit produziert.

  • 🔥

    Hauptproduzent von Nägeln war früher der Schmied. Solche mit Köpfen zeigten, dass er seine Arbeit ordentlich gemacht hatte. War er aber nicht ganz bei der Sache, kamen am Ende Nägel ohne Köpfe heraus. Und die waren wertlos.

  • 📌

    Übrigens: Wer etwas an den Nagel hängt, der hört mit einer Sache oder Tätigkeit auf. Das geht umgangssprachlich aufs 15. Jahrhundert zurück: Wenn man damals einen Gegenstand gerade nicht mehr brauchte, wurde er aufgehängt.

Teste dich um Sprach-Quiz: Kennst du diese Redewendungen?

Auch hier sind Nägel im Spiel

Wenn du dir etwas unter den Nagel reißt, dann ist damit der am Ende deines Fingers gemeint. Denn bis ins 16. Jahrhundert hatten Fingernägel eine redensartliche Bedeutung wie heute die "Langfinger". Martin Luther schrieb: "Der Bauer hat sehr diebische Nägel an den Fingern". Daraus entwickelte sich die heutige Bedeutung.

Ist etwas wichtig, dringlich oder unaufschiebbar, dann brennt es dir unter den Nägeln. Auch dieses Sprichwort geht zurück ins 16. Jahrhundert, wo in Klöstern absolute Stille herrschte. Zur winterlichen Frühmesse klebten sich Mönche kleine Kerzen auf die Daumennägel, die während des Gottesdienstes abbrannten. Sprach der Pfarrer zu lange, brannte es unter den Nägeln.

Auch die Fußnägel spielen im Sprachgebrauch eine Rolle. Wenn jemand Unverständnis oder Ekel zum Ausdruck bringen will, rollen sich bei ihm die Zehennägel hoch. Wo die Redewendung herkommt, ist nicht klar belegt. Die Schweizer sagen übrigens: "Do rögelets äim jo d' Zeechenegu ufe." Das klingt zumindest lustig.

Veröffentlicht: 16.11.2020 / Autor: Galileo