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Operation London Bridge Queen Elizabeth II.

Operation London Bridge: So ist die Nachfolge der Queen geregelt

Mehr als 70 Jahren trug Queen Elizabeth II. die Krone von Großbritannien. Nun ist sie am 8. September gestorben. Wie es jetzt weiter geht, regelt die sogenannte "Operation London Bridge". Wir erklären, was dahinter steckt.
Operation London Bridge: So ist die Nachfolge der Queen geregelt
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Das Wichtigste zur Operation London Bridge

  • Mit ihren mehr als sieben Jahrzehnten auf dem Thron wirkte Queen Elizabeth II. lange wie die "ewige Königin" von Großbritannien.

  • Nun ist sie am 8. September gestorben und ihr Sohn Charles ist der neue König Großbritanniens.

  • Wie die Übernahme des Throns und die Trauerfeierlichkeiten geregelt sind, steht seit Jahrzehnten fest. Der Plan trägt dem Namen "Operation London Bridge".

Deckname: "Operation London Bridge"

Elizabeth Alexandra Mary Windsor - besser bekannt als Queen Elizabeth II. - regierte seit 1952 das Vereinigte Königreich. Am 8. September starb sie auf Balmoral Castle in Schottland. Damit die Nachfolge nach ihrem Tod trotz der schweren Trauer gelingt, gibt es die "Operation London Bridge".

Bei der Bezeichnung handelt es sich somit um einen Tarn-Ausdruck für die Abläufe ab dem Moment, wenn Queen Elizabeth II. stirbt. Ursprünglich entstand der Plan schon in den 60er-Jahren. Seitdem wird er regelmäßig erneuert. Bereits seit einigen Jahren kursierten die geplanten Abläufe nach dem Tod von Queen Elizabeth II in den Medien.

Teil davon ist ein exakt ausgearbeiteter Zehn-Tages-Plan für die Zeit vom Tod der Queen bis zu ihrer Beisetzung. Der Todestag der Queen wird dabei als "D-Day" bezeichnet, vergleichbar zum "Tag X" im Deutschen. Die folgenden Tage lauten dementsprechend "D-Day+1", "D-Day+2" und so weiter.

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Welche Aufgaben hat ein Butler der britischen Königsfamilie zu erledigen? Wir haben es für dich herausgefunden.

Der Ablauf der "Operation London Bridge"

  • D-Day: Nach dem Tod der Queen werden zuerst die amtierende Premierministerin Großbritanniens Liz Truss und weitere ranghohe Beamte mit dem Satz "London Bridge is down" geheim informiert. Dieser dient als Code für das Ableben der Queen. Wörtlich übersetzt bedeutet der Satz eigentlich: "Die London Bridge ist eingestürzt".

  • D-Day: Innerhalb von zehn Minuten müssen die Flaggen auf den Straßen des Londoner Regierungsviertels auf halbmast gesenkt werden. Am Buckingham Palace wird eine schwarz umrandete Todesanzeige angebracht. Auch alle Online-Auftritte - von Webseiten bis Accounts in sozialen Medien - sollen ein schwarzes Banner tragen.

  • D-Day: Die Medien erhalten über die nationale Nachrichtenagentur des Vereinigten Königreichs Bescheid. Gleichzeitig wird am Buckingham-Palast die offizielle Meldung über den Tod der Queen an das Tor des Schlosses geheftet. Die Sender sind angewiesen, ruhiges Programm spielen. Eine nationale Schweigeminute wird angekündigt.

  • Ihr Sohn Charles ist mit sofortiger Wirkung König von Großbritannien und Nordirland. Das Königshaus veröffentlichte ein schriftliches Statement des Monarchen. Eine Fernseh-Ansprache wird im Laufe des Freitags, 9. September erwartet.

  • 1️⃣

    D-Day+1: Der ehemalige Prinz Charles wird offiziell zum neuen Monarchen erklärt (Operation "Spring Tide" = Springflut). Das Parlament kommt zusammen, um eine Beileidsbekundung zu verabschieden. Alle anderen parlamentarischen Arbeiten werden für zehn Tage ausgesetzt. Am Nachmittag findet eine Audienz mit dem neuen König und dem Premierminister sowie dem Kabinett statt.

  • 2️⃣

    D-Day+2: Der Sarg der Queen wird zum Buckingham Palace überführt. Je nachdem, wo die Queen verstirbt, solle ihr Leichnam entweder per königlichem Zug (Operation "Unicorn" = Einhorn) oder per Flugzeug (Operation "Overstudy" = Überstudie) transportiert werden. Queen Elizabeth verstarb auf ihrem schottischen Landsitz Balmoral.

  • 3️⃣

    D-Day+3: King Charles wird im Westminster Palace die Beileidsbekundung des britischen Parlaments entgegennehmen. Anschließend bricht er zu einer Reise durchs Vereinigte Königreich auf.

  • 4️⃣

    D-Day+4: King Charles erreicht Nordirland. Im Hillsborough Castle erhält er eine weitere Beileidsbekundung. Derweil wird die Prozession des Sarges der Queen vom Buckingham Palace zum Westminster Palace geprobt (Operation "Lion" = Löwe).

  • 5️⃣

    D-Day+5: Die Prozession durch London wird durchgeführt. Nach der Ankunft des Sarges wird ein Gottesdienst in der Westminster Hall gefeiert. Dort wird der Leichnam der Queen für drei Tage für die Öffentlichkeit aufgebahrt (Operation "Feather" = Feder).

  • 6️⃣

    D-Day+6: Das Staatsbegräbnis der Queen wird geprobt.

  • 7️⃣

    D-Day+7: King Charles reist nach Wales, um eine Beileidsbekundung vom walisischen Parlament entgegenzunehmen und an einem Gottesdienst in der Llandaff Cathedral teilzunehmen.

  • 🆗

    D-Day+8/9: Die umfangreichen Vorbereitungen für das Staatsbegräbnis laufen. Besonders wichtig ist die Abstimmung der organisatorischen Abläufe. Befürchtet wird, dass London überfüllt ist und im Chaos versinkt.

  • 🔟

    D-Day+10: Das Staatsbegräbnis in der Westminster Abbey findet statt. Die Queen wird in der St George's Chapel neben ihrem 2021 verstorbenen Mann Prinz Philip beigesetzt. Der Tag soll ein Tag der nationalen Trauer sein und damit auch arbeitsfrei. Zur Mittagszeit werden landesweit zwei Schweigeminuten abgehalten.

Erster Thronfolger der Queen: Prinz Charles

Prinz Charles

Prinz Charles ist der älteste Sohn von Queen Elizabeth II. und deren verstorbenem Ehemann Prinz Philip. Er wird nach dem Tod der Queen automatisch König. Zweiter Thronfolger ist keines seiner Geschwister Andrew, Anne oder Edward, sondern sein Sohn Prinz William.

Decknamen von früheren, royalen Todesfällen

Der letzte royale Todesfall ereignete sich am 9. April 2021, als Prinz Philip, Ehemann von Queen Elizabeth II., verstarb. Die Abläufe nach seinem Tod waren unter dem Tarnausdruck "Operation Forth Bridge" geregelt.

Der Vorgänger von Queen Elizabeth II. war ihr Vater King George VI. Auf seinen Tod im Jahr 1952 folgte das Vorgehen unter dem Codenamen "Operation Hyde Park Corner".

Im Video siehst du das offizielle Statement zum Tod von King George VI.

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FAQ zur Operation London Bridge

  • ⁉️

    Was ist die Operation London Bridge?

    Die Bezeichnung "Operation London Bridge" ist ein Deckname für die Abläufe ab dem Moment, wenn Queen Elizabeth II. stirbt. Die ersten Ideen des Plans entspringen den 60er-Jahren. Seither wurde er regelmäßig aktualisiert.

  • ⁉️

    Was passiert, wenn die Queen stirbt?

    Es gibt einen genauen Zehn-Tages-Plan für die Zeit ab dem Tod der Queen bis zu ihrer Beisetzung. Ihr Todestag am 8. September wird als "D-Day" bezeichnet, ähnlich dem "Tag X" im Deutschen. Darauf folgen "D-Day+1", "D-Day+2" etc. Zuerst erfährt der amtierende Premierminister vom Tod mit dem Satz: "London Bridge is down". Ab dem Zeitpunkt des Todes der Queen ist ihr Sohn Charles neuer König. Das Staatsbegräbnis der Queen soll an D-Day+10, also voraussichtlich am 18. September stattfinden. Die Krönung von King Charles III soll am 6. Mai 2023 stattfinden.

  • ⁉️

    Wo wird die Queen nach ihrem Tod beigesetzt?

    Nachdem die Queen drei Tage lang in der Westminster Hall aufgebahrt wurde, wird sie in der St George's Chapel beigesetzt - neben ihrem verstorbenen Ehemann Prinz Philip. Die Beisetzung soll ein Tag der nationalen Trauer sein. Daher soll auch nicht gearbeitet werden. Zur Mittagszeit gibt es zwei Schweigeminuten.

Veröffentlicht: 09.09.2022 / Autor: Galileo