Armin Laschet

Armin Laschet: Wie tickt der neue Kanzler-Kandidat?

Armin Laschet will Nachfolger von Bundeskanzlerin Angela Merkel werden. Wie kam der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen zur Politik - und wofür steht er?

Armin Laschet will der Kanzlerkandidat der Union werden

  • Nach langem Ringen mit seinem Konkurrenten Markus Söder steht nun fest: Armin Laschet geht für die Union (CDU und CSU) ins Rennen ums Kanzleramt bei der Bundestagswahl im September.

  • Obwohl Söder laut Wahlumfragen bei den Beliebtheitswerten deutlich vorn lag, stimmte der CDU-Bundesvorstand schließlich für Laschet als Kanzler-Kandidaten. Söder machte ihm den Weg frei und sicherte ihm seine Unterstützung zu.

  • In der Corona-Pandemie entwickelte sich vor allem im Frühjahr 2020 ein Öffnungs-Wettstreit zwischen Laschet und Söder. Dabei trat Laschet allerdings in der Regel weniger breitbeinig und laut auf als Söder.

  • Fehler machten beide, vor allem Laschets Umfragewerte litten: Insbesondere nach seiner Ankündigung, über Ostern "nachdenken" zu wollen, während die Inzidenzzahlen weiter stark stiegen. Passend dazu: seine anschließende Forderung nach einem "Brücken-Lockdown", die ungehört verhallte.

  • Wer ist der Mann, der Merkels Nachfolger werden will? Armin Laschet im Porträt.

Armin Laschet in den sozialen Medien

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Die politische Karriere von Armin Laschet

  • Die Fußstapfen sind sehr groß: Die Vorgängerin als Unions-Kanzlerkandidatin ist Angela Merkel - seit 2005 Bundeskanzlerin.

  • Merkel verkündete bereits im Oktober 2018, bei der Bundestagswahl 2021 nicht mehr antreten zu wollen.

  • Beim Parteitag der CDU im Januar 2021 wurde dann ein neuer Parteivorsitzender gesucht - und damit auch ein Favorit der Partei für die nächste Kanzler-Kandidatur.

  • Laschet setzte sich in der Abstimmung gegen Friedrich Merz und Norbert Röttgen durch.

  • Seit 2017 ist Laschet Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen. Er hatte die SPD-Politikerin Hannelore Kraft abgelöst und die CDU wieder zurück in die Landesregierung im bevölkerungsreichsten Bundesland gebracht.

  • Laschet bewegt sich seit 1989 in der Politik. In Nordrhein-Westfalen wurde er 2005 der erste Integrations-Minister in Deutschland - nach 5 Jahren musste er nach dem Wahlsieg der SPD seinen Posten räumen.

Das Leben von Armin Laschet in Bildern

Laschets Leben außerhalb der Politik

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    Laschet ist als Sohn eines Bergmanns in Aachen aufgewachsen - und lebt heute noch mit seiner Familie in einem Reihenhaus in der Stadt.

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    Seine Frau Susanne lernte Laschet bereits im Grundschulalter kennen. Die beiden haben 2 Söhne und 1 Tochter.

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    In die Schlagzeilen geriet Laschets Sohn Johannes 2020. Der Mode-Influencer hatte zu Beginn der Corona-Pandemie einen Kontakt zwischen einem Mode-Unternehmen, für das er Werbung machte, und seinem Vater hergestellt.

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    Das Mode-Label bekam anschließend den millionenschweren Auftrag, Schutzkleidung für das Landesgesundheitsministerium zu produzieren. Politische Gegner:innen warfen Laschet daraufhin Vetternwirtschaft vor.

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    Laschet studierte in München und Bonn Rechts- und Staatswissenschaften und stieg nach einer journalistischen Ausbildung mit Hilfe seines Schwiegervaters schnell zum Chefredakteur der Kirchenzeitung Aachen auf.

Schwierige Momente in Laschets politischer Laufbahn

  • Armin Laschet wird in der CDU als unterschätzter Politiker gesehen. Als Favoriten auf die Merkel-Nachfolge galten lange andere.

  • Obwohl Laschet der Ministerpräsident des bevölkerungsreichsten Bundeslandes ist, hätte er bei einer Niederlage im Kampf um den CDU-Vorsitz im Januar 2021 kaum Chancen auf das Amt des Kanzlerkandidaten gehabt.

  • Laschets Linie in der Corona-Pandemie ist umstritten. Nach dem ersten Lockdown im Frühjahr 2020 forderte er lautstark Öffnungen und wollte damit einen weniger strikten Kurs einschlagen wie viele seiner Ministerpräsidenten-Kollegen.

  • Bundeskanzlerin Angela Merkel und SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach kritisierten, Laschet habe hohe Infektionszahlen riskiert.

  • Die Kritik nahm im Frühjahr 2021 weiter zu, als Laschet sich trotz steigender Infektionszahlen gegen einen erneuten strengen Lockdown wehrte und zunächst Zeit zum Nachdenken erbat.

Die Chancen aufs Kanzleramt

  • Die Geschichte spricht für einen Unions-Kandidaten: In 72 Jahren Bundesrepublik Deutschland kamen die Bundeskanzlerin oder der Bundeskanzler in 50 Jahren aus der CDU.

  • Aber auch der Druck ist groß: Nach 16 Jahren Angela Merkel wollten Laschet und Söder dafür sorgen, dass das Kanzleramt weiterhin in den Händen der Union bleibt.

  • Trotz seines Siegs über Söder gibt es noch einige Hindernisse auf dem Weg zum Kanzleramt. Neben den eigenen schlechten Umfragewerten muss Laschet auch mit Skandalen einiger Unionspolitiker kämpfen, die sich im Laufe der Pandemie bei Maskengeschäften teils großzügig bedient und das eigene Konto gefüllt hatten.

Die Haltung zu...

  • 🦠

    Während Bundeskanzlerin Angela Merkel in der Corona-Krise auf den Rat von Forschenden hörte und meist strenge Maßnahmen forderte, versuchte sich Laschet immer wieder in der genau gegensätzlichen Rolle: Öffnen statt zusperren.

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    Neben der Corona-Pandemie gilt die Klimakrise als größte Herausforderung. Laschet versucht, der CDU einen grünen Anstrich zu verpassen und will vor allem die Wasserstoffproduktion massiv ausbauen.

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    Im Streit um die Abholzung des Hambacher Forsts stellte sich Laschet zunächst auf die Seite des Braunkohle-Abbaus. Inzwischen möchte er NRW zum Vorreiter beim Kohle-Ausstieg aufbauen.

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    Dabei betont Laschet, im Gegensatz zu den Grünen wolle er weder Verbraucher noch Wirtschaft zu stark regulieren. Wie schon bei einigen Corona-Maßnahmen versucht er auch hier, die deutsche Industrie zu stärken.

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    Auch wenn es in der Corona-Pandemie nicht immer so war: Laschet würde als Bundeskanzler wohl den Merkel-Kurs fortsetzen. Ähnlich wie die amtierende Bundeskanzlerin moderiert er eher und fällt weniger als sein CSU-Konkurrent Söder mit markigen Sprüchen auf.

Veröffentlicht: 20.04.2021 / Autor: Johannes Huyer