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"Honig ums Maul schmieren": Warum sagt man das so?

Wer jemandem Honig ums Maul schmiert, will sich einschmeicheln. Aber woher kommt die Redewendung? Haben Bienen etwas damit zu tun? Oder Bären? Mach dich schlau!

Schlaumeier-Wissen

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    Wenn man jemandem Honig ums Maul schmiert, will man der Person schmeicheln. Dabei werden mitunter übertriebene Komplimente gemacht - mit der Absicht, eine Gegenleistung zu erhalten.

  • 🐻

    Bienen haben nichts damit zu tun. Der Ausdruck geht auf die Bären-Dressur in früheren Zeiten zurück.

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    Auf Jahrmärkten und in Zirkuszelten waren Bären einst eine Attraktion. Und so wurden die Pelztiere darauf abgerichtet, Kunststücke zu vollführen.

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    Zeigten die Tanzbären eine gute Leistung, bekamen sie Honig zur Belohnung. Auf diese Weise ließen sich die Schleckermäuler immer wieder zu bärenstarken Nummern animieren.

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    Eine andere Deutung der Redewendung bezieht sich auf einen alten Brauch, der vor allem in China verbreitet war: Dort strich man Götterfiguren Honig auf die Lippen, um sie wohlgesonnen zu stimmen.

Übrigens: Kennst du das "Mädchen mit den Honiglippen"?

Der brasilianische Schriftsteller José de Alencar veröffentlichte 1865 den Roman "Iracema". Darin erzählt er die Liebesgeschichte zwischen der jungen Eingeborenen Iracema und dem Soldaten Martim, einem Nachfahren portugiesischer Kolonialherren.

Benannt ist die Protagonistin nach der Göttin des Wassers, der Flüsse und der Liebe, die noch heute von den Indio-Stämmen Brasiliens verehrt wird. Das Wort "Iracema" entspringt der Tupi-Sprache und bedeutet "Die mit den Honiglippen". Dementsprechend handelt es sich bei der Romanfigur um ein schönes, anmutiges Mädchen.

Wohl auch deswegen ist "Iracema" in Brasilien ein beliebter weiblicher Vorname. Hierzulande wird er sehr selten vergeben - pro Jahr soll es in deutschen Standesämtern nicht mehr als 5 Einträge mit dem göttlichen Namen geben.

 

Iracema


Das erste Bild von Iracema: José Maria de Medeiros fertigte das Gemälde 1884 an.
© nce / akg-images

Veröffentlicht: 20.07.2020 / Autor: Heike Predikant