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Hitzewelle und Brandgefahr in Europa: Ist der Klimawandel schuld?

Die Hitzewelle in Europa macht aktuell vielen Menschen zu schaffen. In Spanien und Portugal herrschen Temperaturen über 40 Grad, Italien kämpft mit extremer Dürre. Ab wann spricht man von einer "Hitzewelle" und wie wächst durch Trockenheit und Hitze die Gefahr für Waldbrände?
Hitzewelle und Brandgefahr in Europa: Ist der Klimawandel schuld?
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Das Wichtigste zum Thema Hitzewelle in Europa

  • 48,8 Grad Celsius - der Rekord für die höchste jemals in Europa gemessene Temperatur wurde 2021 auf Sizilien gemessen. In diesem Jahr rollt bereits die nächste Hitzewelle auf Europa zu.

  • In Spanien und Portugal schwitzen die Menschen aktuell bei Temperaturen über 40 Grad. Expert:innen rechnen, dass die Hitzewelle bis zu zehn Tage am Stück anhält. Regionen in Italien haben bereits seit Wochen mit extremer Dürre zu kämpfen.

  • Auch in Deutschland wird es in den kommenden Tagen wieder extrem heiß. Die Folgen von Dürre und Hitze in Europa sind jetzt schon sichtbar.

  • Denn mit lang anhaltender Trockenheit wächst auch die Gefahr von Waldbränden. Ist die Situation noch normal oder schon extrem? All das erfährst du auf dieser Seite.

Waldbrand-Alarm und Wasser-Knappheit: Die heiße Lage in Europa

  • 🇩🇪

    In Deutschland brachen in den vergangenen Tagen immer wieder kleinere Waldbrände aus. In der kommenden Woche sollen die Temperaturen noch weiter ansteigen.

  • 🇪🇸

    Spanien hat in den vergangenen elf Monaten bereits fünf Hitze-Episoden erlebt. Schon der Mai war der wärmste, den das Land seit Beginn des Jahrhunderts erlebt hat. Bis Ende Juni 2022 gab es in Spanien bereits 250 größere Feuer, die insgesamt 8.000 Hektar Wald zerstört haben. Das ist bereits fast so viel, wie im gesamten Vorjahr.

  • 🇮🇹

    Nord-Italien wartet seit Monaten vergeblich auf Regen. Der Pegelstand des Po, des längsten Flusses in Italien, war seit 70 Jahren nicht so niedrig wie aktuell. Da der Winter sehr mild war, fehlt es gleichzeitig an Schmelzwasser aus den Berg-Regionen. In vielen Gemeinden hat die Regierung das Wasser rationiert und nachts abgestellt.

  • 🇵🇹

    Portugal kämpft aktuell nicht nur gegen Temperaturen bis 43 Grad, sondern auch gegen ausufernde Waldbrände. In zwei Dritteln des Landes herrscht eine extreme Trockenheit. Wegen des erhöhten Waldbrand-Risikos sind Lagerfeuer verboten und der Aufenthalt in Wäldern nur beschränkt möglich. Die Regierung ruft dazu auf, Wasser zu sparen, wo immer es geht.

  • 🇫🇷

    In Frankreich ist es jetzt schon so trocken, wie sonst erst Ende Juli. Die früheste je gemessene Hitzewelle mit Temperaturen von 43 Grad hat Deutschlands Nachbarland gerade hinter sich. Um die Wasser-Versorgung zu sichern, musste der Bürgermeister im Bergdorf Villars-sur-Var sogar eine neue Entnahme-Quelle anzapfen.

Waldbrände und Hitzewellen am Mittelmeer: Ist der Klimawandel schuld?

Hitze-Perioden und Waldbrände gab es am Mittelmeer schon immer. Vor allem in den Sommer-Monaten herrscht in den trockenen Pinienwäldern akute Brandgefahr. Laut Metereolog:innen werden die Wetter-Extreme aber immer stärker.

Verglichen mit früher sind die Hitze-Perioden deutlich länger. Grund dafür ist laut Wissenschaftler:innen der Klimawandel. Durch ihn gerät das Klima aus dem Gleichgewicht: Die hohen Temperaturen und starke Winde begünstigen die Ausbreitung von Waldbränden.

Gleichzeitig spielt auch die Veränderung bei der Landnutzung bei der Entwicklung von Waldbränden eine Rolle. Weltweit werden Waldbrände in Zukunft deshalb keine Seltenheit bleiben, heißt es in einem Bericht des UN-Umweltprogramms (UNEP).

Ist dieses Gel ein Wundermittel gegen Brände?

Ist dieses Gel ein Wundermittel gegen Brände?

Waldbrände könnten in Zukunft dank eines speziellen roten Gels verhindert werden. Bei der Flüssigkeit handelt es sich um ein Hydro-Gel, das die Flammen im Keim erstickt. Wie soll das funktionieren?

Ab wann spricht man von einer "Hitzewelle"?

  • ☀️

    Die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) mit Sitz in Genf spricht von einer Hitzewelle, wenn die Höchst-Temperatur für mehr als fünf Tage die durchschnittliche Höchst-Temperatur um mindestens fünf Grad übersteigt.

  • ☀️

    Die Definition berücksichtig allerdings keine regionalen Unterschiede. In Deutschland kommt es im wärmeren Freiburg beispielsweise viel öfter zu einer Überschreitung der 30-Grad-Marke an fünf aufeinanderfolgenden Tagen als in kühleren Hamburg.

Schneller als du rennen kannst: So rasant breitet sich Feuer aus

Schnelligkeit des Feuers

Die Ausbreitungsgeschwindigkeit von Feuer ist sehr hoch, schneller als ein rennender Mensch.

Wie entstehen Waldbrände?

Trockenheit, Hitze und Wind - die perfekten Voraussetzungen für einen Waldbrand. Im Mittelmeer-Raum sind in den Sommer-Monaten oftmals alle drei Faktoren gegeben. Eine unachtsam weggeworfene Zigarette, vom Wind verwehte Grill-Flammen - vieles kann zum zündenden Funken werden. Nur selten sind natürliche Faktoren wie ein Blitz-Einschlag schuld.

Ist das Feuer einmal entfacht, fallen trockene Wälder den Flammen schnell zum Opfer. Mediterrane Pinienwälder sind besonders anfällig. In den Sommer-Monaten regnet es kaum, Pinienholz ist besonders trocken, und die Waldböden sind mit porösen Pinien-Nadeln bedeckt - der perfekte Nährboden für Feuer. Weht dann noch starker Wind, verbreiten sich Waldbrände in rasanter Geschwindigkeit.

Der Kreislauf eines Waldbrands

Kreislauf Waldbrände

So kannst du helfen, Waldbrände zu verhindern

  • Beachte die Waldbrand-Stufen in deiner Umgebung. Jede Warnstufe bringt Empfehlungen für ein angepasstes Verhalten im Wald mit sich. Welche das genau sind, kannst du auf den Webseiten der regionalen Behörden nachlesen.

  • 🚭

    Von März bis Oktober herrscht in Deutschland generell Feuer-Verbot im Wald. Auch brennende Zigaretten dürfen nicht weggeworfen werden.

  • 🚘

    Nutze offizielle und ausgeschilderte Parkplätze, wenn du im Wald spazieren gehst. Von den heißen Katalysatoren im Auto kann bei sehr trockenem Boden eine Brandgefahr ausgehen.

  • 🚒

    Halte Rettungswege für die Feuerwehr zu jeder Zeit frei.

Das andere Extrem: Hochwasser

Veröffentlicht: 15.07.2022 / Autorin: Carina Neumann-Mahlkau