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Muslime beten zu Ramadan in Malaysia

Start des Ramadan: nach der Pandemie wartet die nächste Herausforderung

Am 1. April 2022 hat weltweit wieder der Ramadan begonnen. Für rund zwei Milliarden Muslima und Muslime weltweit ist der Fastenmonat eines der wichtigsten religiösen Rituale. Nach zwei Pandemie-Jahren mit vielen Einschränkungen wurden die Corona-Auflagen nun gelockert. Im Clip: Warum wird überhaupt im Ramadan gefastet?
Start des Ramadan: nach der Pandemie wartet die nächste Herausforderung
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Das Wichtigste zum Thema Ramadan

  • Der Ramadan ist der Fastenmonat der Muslima und Muslime. Im islamischen Kalender ist es der 9. Monat. Durch den Mondzyklus verschiebt sich die Fastenzeit jedes Jahr um 10 bis 12 Tage nach vorn.

  • Gläubige sollen zwischen Sonnenauf- und untergang auf Essen und Trinken verzichten. Davon ausgenommen sind Kinder, Kranke, Altersschwache, Schwangere, Stillende und Reisende.

  • Sex ist "nur" tagsüber verboten. Im Koran steht: "Erlaubt ist euch, in der Nacht des Fastens mit euren Frauen Beischlaf auszuüben."

  • Weitere Pflichten: sich um Bedürftige kümmern, spenden, besinnen und Zwiesprache mit Allah halten.

  • Zum Fastenbrechen werden nach dem Abendgebet traditionell Datteln und Wasser gereicht, bevor gemeinsam gegessen wird.

Fasten trotz Corona-Virus

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    In den vergangenen zwei Jahren mussten Muslima und Muslime ihre Ramadan-Traditionen aufgrund der Corona-Pandemie stark einschränken. So wurde zum Beispiel das öffentliche Fastenbrechen in vielen Ländern abgesagt. Für Gebete und Gottesdienste galten zudem allgemeine Corona-Verordnungen wie etwa das Tragen von Masken.

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    Jetzt, im dritten Ramadan der Corona-Pandemie, sind die Auflagen in vielen Ländern erstmals gelockert worden.

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    In Saudi-Arabien, wo die Pilgerstädte Medina und Mekka liegen, können die Menschen nun wieder freier ihre Religion ausüben, mehr Gläubige dürfen in die Moscheen. Auch das gemeinsame Fastenbrechen und das traditionelle Frühstück vor dem Morgengrauen (Suhur) in Moscheen ist dort wieder erlaubt. Gewisse Regeln gibt es aber noch: Pilgerreisende müssen Masken tragen und die Covid-Warn-Apps "Tawakkalna" oder "Eatmarna" nutzen.

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    Auch in Deutschland gibt es viele Lockerungen. Dennoch achten viele muslimische Gemeinden und Familien weiterhin darauf, dass nicht zu viele Gläubigen auf engem Raum sind, Masken getragen und Abstände eingehalten werden.

Die neue Herausforderung: Der Krieg in der Ukraine

Neben der Corona-Krise birgt der Krieg in der Ukraine noch zusätzliche Herausforderungen für den diesjährigen Ramadan. In vielen Staaten wie dem Irak, Ägypten und Tunesien sorgen sich die Menschen um kriegsbedingte Lebensmittelknappheit und steigende Preise. Sowohl Russland als auch die Ukraine sind dort wichtige Lieferanten für Weizen und Sonnenblumenöl. Besonders betroffen sind vor allem Bürgerkriegsländer wie der Jemen, Gaza und Syrien.

 

Deutsche Islam-Verbände beten für Opfer von Kriegen

Der Ramadan ist für Muslima und Muslime auch eine Zeit, in der sie anderen helfen und Menschen in Not unterstützen. Islam-Verbände in Deutschland haben deshalb angekündigt, die Opfer von Konflikten weltweit in ihre Gebete aufzunehmen.

Imam in Köln spricht zu Gläubigen


Ramadan in Köln: Viele deutsche Moschee-Gemeinden solidarisierten sich mit den Menschen in der Ukraine.
© picture alliance / AA | Mesut Zeyrek

Bereits vor Beginn der Fastenzeit haben verschiedene deutsche Moschee-Gemeinden Spenden unter anderem für ukrainische Geflüchtete gesammelt oder ihre Mitglieder in deren Muttersprachen über die aktuelle Lage informiert.

Wenn die Sonne nicht auf- oder untergeht: Ramadan am Polarkreis

In den nördlichsten und südlichsten Gegenden der Erde kann es - je nach Jahreszeit - extrem lange hell oder dunkel sein. Das wirkt sich im Ramadan auf die Dauer des täglichen Fastens aus.

Zudem geht an den Tagen der Sonnenwende jenseits der Polarkreise die Sonne nicht auf oder unter. Wie lange also sollen Gläubige dort fasten? Einige Gelehrte meinen: Muslime dürfen sich nach den Uhrzeiten der heiligen Städte Mekka oder Medina richten, wenn sie tatsächlich mehr als 18 Stunden fasten müssten. Sonst wäre die körperliche Belastung zu hoch. Oder sie richten sich an die Zeiten des nächsten Landes, in dem das Fasten noch machtbar ist.

Wiederum andere Gelehrte sind der Meinung: Solange es Sonnenauf- und untergang gibt, sind die Regeln einzuhalten. Wenn Muslima und Mulsime dazu nicht in der Lage sind, sollen sie die fehlenden Fastentage bis zum nächsten Ramadan nachholen.

Gläubige beten in einer Moschee


Gläubige beten in einer Moschee.
© picture alliance / Godong

Eid al-Fitr: Was ist das?

Das Fest des Fastenbrechens (Eid al-Fitr) beendet weltweit den Ramadan. Je nach Land und Region dauert es 2 bis 3 Tage. Die Gläubigen danken Allah dafür, dass sie das Fasten und die damit verbunden Anstrengungen und Aufgaben gemeistert haben. Gefeiert wird mit ausgiebigen Festessen, vielerorts finden Lichterumzüge, Musik- und Tanzveranstaltungen statt. Weil viele Süßigkeiten verschenkt werden, ist im Türkischen auch vom Zuckerfest (Şeker Bayramı) die Rede.

Das Fest des Fastenbrechens (Eid al-Fitr) beendet weltweit den Ramadan. Je nach Land und Region dauert es 2 bis 3 Tage. Die Gläubigen danken Allah dafür, dass sie das Fasten und die damit verbunden Anstrengungen und Aufgaben gemeistert haben. Gefeiert wird mit ausgiebigen Festessen, vielerorts finden Lichterumzüge und Musikveranstaltungen statt. Weil viele Süßigkeiten verschenkt werden, ist im Türkischen auch vom Zuckerfest (Şeker Bayramı) die Rede.

Wie verbringen die Muslime den Ramadan in Deutschland?

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Während des Fastenmonats Ramadan darf man nur nachts etwas essen und trinken. Doch wie verbringen die Muslime hierzulande den Ramadan?

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Veröffentlicht: 05.04.2022 / Autor: Galileo