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Du bist, was du isst: Wie Essen unser Verhalten beeinflusst

Saures macht uns laut einer Studie mutiger: Ob das stimmt, zeigt das Galileo-Experiment. Beim Scrollen erfährst du, welche Lebensmittel "wundersame" Wirkungen haben, inwiefern das Frühstück den Gerechtigkeitssinn beeinflusst und ob Liebe wirklich durch den Magen geht.

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Das Wichtigste zum Thema Luftballon-Experiment

  • Eine Studie der britischen Universität Sussex belegt: Sauer macht mutig.

  • Probanden, denen zuvor Getränke mit verschiedenen Geschmäckern angeboten wurden, sollten Luftballons per Klick aufblasen. Und je größer der Ballon wurde, umso mehr Geld konnten sie gewinnen.

  • Galileo stellte das Experiment nach - mit echten Luftballons und Fake-Sport-Tests zur Ablenkung.

  • Heraus kam das gleiche Ergebnis: Diejenigen, die Zitronensaft getrunken hatten, waren risikobereiter als die Wassertrinker - und pusteten, bis der Ballon fast platzte.

  • Bestimmte Geschmäcker beeinflussen tatsächlich unser Verhalten. Während bittere und salzige Noten laut der britischen Forscher keine Auswirkungen haben, bewahren süß und umami vor intuitiven Reaktionen.

Gerecht oder unfair? Eine Frage des Frühstücks

Wer nicht über den Tisch gezogen werden möchte, sollte den Tag mit einem kohlenhydrat-reichen Frühstück (Müsli, Brot, Hülsenfrüchte, Obst) beginnen. Denn ein Forscher-Team der Universität Lübeck stellte fest, dass sich unser Gerechtigkeits-Empfinden durch die aufgenommenen Nährstoffe verändert.

Für die Studie nahmen die Probanden nach dem Frühstück an einem sogenannten Ultimatum-Spiel teil: Dabei geht es darum, einen vorgegebenen Geldbetrag aufzuteilen, wobei der jeweilige Spieler von einem virtuellen Gegenspieler ein Angebot erhält. Akzeptiert er den Vorschlag, wird das Geld entsprechend verteilt - lehnt er es ab, bekommen beide nichts.

So zeigt sich, wann ein Mensch lieber leer ausgeht als sein Gegenüber mit einer Ungerechtigkeit davonkommen zu lassen. Das Ergebnis: Jemand, der viele Kohlenhydrate (und weniger Proteine) zum Frühstück verputzt, lehnt unfaire Angebote schneller ab. Das war bei 53 Prozent der Studien-Teilnehmer der Fall, während in der Low-Carb-Gruppe weniger als ein Viertel solche Offerten zurückwies.

Die Zusammensetzung unserer Nahrung hat Einfluss auf die Neurotransmitter im Gehirn, die für die Informations-Übertragung zwischen den Nervenzellen zuständig sind. Die Kohlenhydrate erhöhen den Tyrosin-Spiegel und schärfen dadurch Sensibilität und Urteilsvermögen.

Frühstück


Frühstücken für die Gerechtigkeit: Je mehr Kohlenhydrate wir morgens zu uns nehmen, umso sensibler reagieren wir auf unfaire Angebote.
© Getty Images

So frühstückt die Welt

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Andere Länder, andere Frühstückskulturen. Während hierzulande meist Brötchen, Wurst, Käse oder Müsli auf den Frühstückstisch kommen, bevorzugt man in anderen Ländern ganz andere Dinge. Was man in China, im Libanon und in Lateinamerika gern am Morgen isst, verraten wir im Video.

Food & Mood: 5 Lebensmittel, die Stimmung machen

  • 🍌

    Gelbe Lebensmittel wie Bananen, Eier und Nudeln sorgen für gute Laune. Wissenschaftler vermuten, dass ihre Farbe bei uns positive Assoziationen hervorruft - etwa die Wärme der Sonne.

  • 🐟

    Wer viel Fisch isst, erkrankt Studien zufolge seltener an Depressionen. Möglicherweise ist dafür der hohe Gehalt an Omega-3-Fettsäuren verantwortlich, der den Serotonin-Spiegel ("Glückshormon") anhebt.

  • Kaffee wirkt anregend. Bei manchen Menschen jedoch kann das Koffein auch Unruhe, Herzrasen oder Angst auslösen. Dafür sind oft Veränderungen im Erbgut verantwortlich.

  • 🥜

    Mit Nüssen lässt sich Stress wegknabbern. Forscher der University of Wales fanden heraus, dass insbesondere Paranüsse das Nervensystem beruhigen, da sie extrem viel Selen enthalten. Empfohlene Dosis: 3 Paranüsse täglich genügen.

  • 🌶️

    Chilli kurbelt nicht nur Verdauung und Durchblutung an, die Schote gilt auch als "Natur-Droge". Der sogenannte Pepper-High-Effekt wird durch den Scharfstoff Capsaicin herbeigeführt.

Die Geheimnisse des Pfeffers

Die Geheimnisse des Pfeffers

Normalerweise peppen die Körner unser Essen auf. Aber Pfeffer kann noch viel mehr. Und wusstest du, dass es auch "unechten" Pfeffer gibt?

Heiße Frage: Geht Liebe wirklich durch den Magen?

  • 👩❤️

    Eine US-Studie zeigt, dass bei Frauen bestimmte Gehirn-Areale stärker auf Romantik reagieren, wenn sie satt sind. Das fanden die Forscher mit Hilfe von Magnetresonanz-Tomographen und romantischen Bildern heraus.

  • 👨 ❤️

    Männer bevorzugen fleischhaltige Gerichte, wenn sie sexuell motiviert sind. Die Essenswahl führen australische Wissenschaftler auf einen "alten" Instinkt zurück: Schon in der Steinzeit wirkten Jäger auf Frauen anziehend, da sie in der Lage waren, eine Familie zu ernähren.

Aphrodisierende Zutaten: Damit zauberst du Leidenschaft ins Essen

Ingwer wird auch als "göttliches Feuer" bezeichnet. Er fördert die Durchblutung und heizt ordentlich ein.

Die süßen Noten der Vanille-Schote ähneln den Pheromonen - sexuelle Lockstoffe, die nicht nur die Nase betören.

Schokolade enthält Substanzen wie den hirneigenen Botenstoff Phenylethylamin, die uns in einen Glücks-Zustand versetzen.

Das ätherische Öl der Petersilie wirkt euphorisierend. Frisch gehackt, leistet die Kräuterpflanze die besten Liebesdienste.

In Erdbeeren stecken reichlich Vitamin C und Zink. Um damit die Lust anzukurbeln, sollte man eine Handvoll der roten Früchte essen.

Veröffentlicht: 19.02.2021 / Autor: Heike Predikant