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Verschiedene Jeans auf einem Haufen

Du trägst Jeans? Dann stehst du vielleicht mit einem Bein im Knast

Blue Jeans sind Kult. Aber wusstest auch, dass sie lupenreine Detektiv-Arbeit leisten? Keine Jeans ist gleich - deshalb funktionieren die Kult-Klamotten fast wie Fingerabdrücke! Das und weitere Jeans-Facts erfährst du hier.
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Wer braucht schon Fingerabdrücke, wenn er Jeans hat? Wie Hosen bei der Verbrecher-Jagd helfen

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    Jeans ist nicht gleich Jeans - die Hosen sind buchstäblich einzigartig. Denn schon in der Herstellung entstehen individuelle Falten im Stoff.

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    Das Tragen verstärkt die sogenannten "Berge und Täler". Die Berge nutzen sich beim Tragen und Waschen stärker ab und werden hell - die Täler bleiben dunkel.

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    Wenn du Jeans trägst, solltest du also keine Dummheiten anstellen - denn mithilfe von Überwachungskameras können Experten ein Profil der Jeans erstellen.

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    Bei Einbruch-Serien helfen dann auch keine Masken - denn die Jeans allein kann verraten, ob ein Täter an mehreren Fällen beteiligt war.

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    Tatsächlich gaben Jeans in der Kriminalgeschichte schon wichtige Hinweise und brachten gesuchte Verbrecher hinter Gitter.

Auch die Jeans hat eine kriminelle Vergangenheit: In der DDR war sie verboten!

"Systemgefährdend, ein Export-Produkt aus dem Westen" - in der DDR waren Jeans in den 50er und 60er Jahren verboten. Die körperbetonten Hosen seien obszön und würden, entgegen der Geschlechtertrennung, von Männern und Frauen getragen. Schon ihr Name war verpönt, deshalb nannte man sie umständlich "blaue doppelt genähte Knappnaht-Hose".

Im Osten galt die Jeans als Protest-Symbol. Wer sie trug, rebellierte offen gegen das System - und wurde nicht selten angezeigt. Erst in den 70er Jahren etablierte sich die Jeans in der Alltagsmode.

Die Levi's Blue Jeans war in den 70er Jahren das weltweit meist verkaufte Kleidungsstück - aber in der DDR waren "West-Jeans" noch nicht im Sortiment. Stattdessen wurden Ost-Jeans produziert - wie "Boxer", "Shanty", "Wisent" oder "Cottino".

Auschnitt aus Mode-Katalog DDR 1975


"Ost-Mode" aus dem Jahr 1975: Levis-Jeans sind noch in weiter Ferne, dafür gibt es immer mehr "Ost-Marken" wie Boxer und Co.
© picture alliance/akg-images

Die erste Jeans der Welt - von der Arbeiter-Hose zum Kassenschlager

Jacob Davis, ein Schneider aus Lettland, wanderte in den 1850er Jahren in die USA aus und fertigte dort Pferdedecken und Zelte aus Canvas (auch "Duck" genannt) an - ein wasser- und reißfestes, aber steifes Material. Der Stoffhändler seines Vertrauens: Levi Strauss. 1872 erhielt Davis den Auftrag, für einen beleibten Arbeiter eine reißfeste Hose zu machen - denn bei dem platzten die Nähte ständig auf.

Also schneiderte er eine Arbeiter-Hose aus Canvas und festigte sie an den Nähten mit den typischen Kupfer-Nieten. Schon bald wurden die Hosen zur Ausrüstung für Minen-Arbeiter - und 1873 erhielten Jacob Davis und Levi Strauss gemeinsam das Patent für die Jeans.

Da das Canvas-Material steif und unbequem war, wurde es später durch den weicheren Baumwollstoff "Denim" ersetzt. Im Laufe der Zeit wurde aus der ursprünglichen Arbeiter-Hose unsere heutige Kult-Jeans.

Deine Jeans ist ein Lebensretter - so bewahrt sie dich vor dem Ertrinken

Diesem Schiffbrüchigen hat eine Jeans das Leben gerettet - den einfachen Trick solltest du dir merken.

Veröffentlicht: 09.09.2020 / Autor: Carina Neumann-Mahlkau