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Du bist ein schlechter Autofahrer? Egal, bald fährt dein Auto alleine

Autonom fahrende Autos sind das Ziel von großen Auto-Herstellern, aber auch Tech-Giganten wie Google, Apple und Co. Wie weit die Entwicklung schon ist.

Das Wichtigste zum Thema Künstliche Intelligenz im Auto

  • Künstliche Intelligenz kommt kommt bereits in herkömmlichen, nicht selbstfahrenden Autos, zum Einsatz. Zum Beispiel bei Systemen wie Sprachsteuerung, Entertainment- oder Navigationssystem.

  • Ingenieure und Informatiker der großen Autokonzerne, aber auch Apple, Google oder Uber liefern sich ein heißes Rennen bei der Entwicklung von vollautomatisierten Autos.

  • Schätzungen gehen davon aus, dass im Jahr 2040 jährlich mehr als 33 Millionen selbst fahrende Autos verkauft werden. Zum Vergleich: Aktuell sind in Deutschland etwa 45 Millionen Autos zugelassen.

Auf dem Weg zum autonomen Fahren werden 5 Stufen der Entwicklung durchlaufen

Wie weit ist die Entwicklung? Ein paar Beispiele

Bereits Ende 2018 startete Google mit "Waymo One" einen der ersten Mitfahrdienste mit selbstfahrenden Fahrzeugen in den USA. Ausgewählte Personen testen per App den Service in Phoenix.

 

Das US-amerikanisches Dienstleistungsunternehmen Lyft und das Autotechnikunternehmen Aptiv haben Anfang letzen Jahres 50.000 autonome Fahrten in Las Vegas absolviert und Lyft-Fahrten zu Zielen in der ganzen Stadt durchgeführt.

 

Hamburg testet autonome Kleinbusse auf einer Strecke von knapp zwei Kilometern. Ziel: Im Oktober 2021 soll der fünf Meter lange und knapp drei Tonnen schwere Bus bis zu 10 Fahrgäste auf einer Strecke von knapp 2 Kilometern transportieren.

 

Diese Assistenten erleichtern dir schon jetzt (oder sehr bald) das Autofahren

  • 🚗

    Tempomat: Rechts ist das Pedal, das Krach macht. Wer es jedoch ruhiger angehen möchte, aktiviert den Tempomat und cruist mit der gewählten Geschwindigkeit.

  • 🚘

    Abstandsregel-Tempomat: "Wer das hier lesen kann, ist zu nah dran". Ein lustiger Autoaufkleber, den du nicht während der Fahrt lesen können sollten. ACC (Adaptive Cruise Control) bremst und beschleunigt automatisch für einen sicheren Abstand.

  • 🚊

    Spurhalte-Assistent: Im Büro ist es okay neben der Spur zu sein. Auf dem Heimweg nicht. Dieses System erkennt Fahrbahnmarkierungen vor und neben dem Auto und warnt dich zum Beispiel durch Vibration des Lenkrades, wenn es knapp wird. Manche Assistenten lenken sogar mit. Fühlt sich an wie in der Bahn.

  • 🛣️

    Spurwechsel-Assistent: Nix für Leute, die nicht blinken. Denn wenn dies geschieht, warnt das System vor Fahrzeugen auf der Nebenspur, die sich im toten Winkel befinden oder sich für den Fahrer nicht erkennbar schnell nähern.

  • 🅿️

    Park-Assistent: Ob Lücken zu klein sind, musst du dich nicht mehr fragen. Du musst nicht mal mehr zum Lenkrad greifen. Durch Gasgeben und Bremsen kannst du das automatische Einparken dennoch kontrollieren.

  • 🚴‍♂️

    Ausstiegswarnung: Erfasst in Echtzeit Verkehrsteilnehmer, die sich von hinten nähern. Du wirst rechtzeitig davor gewarnt die Tür zu öffnen. Eine Erfindung, die vor allem Radfahrern das Leben retten kann.

  • 🛑

    Notbrems-Assistent: Dieses System erkennt frühzeitig, wenn es zum Unfall kommen könnte und hilft beim Bremsen - nimmt dies dem Fahrer aber nicht komplett ab.

  • 🚸

    Automatische Notbremsung: Mithilfe von Umfeldsensoren erkennt ein System andere Verkehrsteilnehmer und bremst bei Gefahr automatisch bis zum Stillstand ab.

  • 😴

    Müdigkeitswarner: Dieses System analysiert dein Lenkverhalten. Abruptes Korrigieren wird bemerkt und in Verbindung mit der Geschwindigkeit oder des Blinkverhaltens gesetzt. So berechnet der Müdigkeitswarner, wenn eine Pause eingelegt werden sollte. Ganz schön aufgeweckt.

  • 🎶

    Entertainmentsystem: Wer eine neue A-Klasse mit dem Entertainmentsystem MBUX fährt, bekommt heute schon Vorschläge, die das Auto im Lauf der Zeit gelernt hat. Beispiel: Du hörst immer zur selben Zeit einen bestimmten Sender? Das System erkennt das und schlägt ihn vor.

  • 🖼️

    Automatische Bild- und Mustererkennung: Hierbei analysiert dein Auto künftig Verkehrssituationen und trifft Voraussagen über das Verhalten anderer Fahrer aufgrund vorher gelernter Daten. Dann entscheidet es, was zu tun ist und führt dies aus.

  • 😃

    Gesichtserkennung: Der chinesische Hersteller Byton plant eine Fahrzeug-Entriegelung per Gesichtserkennung. Intelligente Cockpits sollen mit Hilfe von Kameras erkennen, welche Schalter und Knöpfe der Fahrer als nächstes drücken will und blenden sie dann ein.

  • 💬

    Rundum-Paket: Noch ist es Zukunftsmusik, aber am Ende soll alles miteinander vernetzt sein. Heißt: Während Sie sich über den Steinschlag in der Scheibe ärgern, sagt Ihr Auto: "Ich habe einen Termin um 14 Uhr in der Filiale ABC reserviert. Alle Ersatzteile sind vor Ort. Die Dauer für die Reparatur beträgt zirka 30 Minuten. Darf ich buchen?"

Autonomes Fahren - Wäre das was für dich?

Es hat Boom gemacht - und wer haftet dann bei Unfällen?

  • Beim automatisierten Fahren muss der Fahrer eingreifen, wenn das System ihn dazu auffordert. Passiert dennoch ein Unfall, muss er blechen.
  • Beim autonomen Fahren dagegen gibt es keinen Fahrer, sondern nur Passagiere. Sie können nicht eingreifen und haften deshalb auch nicht - bei einem Unfall zahlt die Versicherung.
  • Bei technischen Fehlern am Fahrzeug, die den Unfall verursacht haben, ist der Hersteller verantwortlich.

 

Veröffentlicht: 20.02.2020 / Autor: Bjoern Krause