Wahlen in Deutschland

Die ältesten Demokratien der Welt

In einer Demokratie zu leben, ist für dich selbstverständlich? Dabei existiert sie in Deutschland noch gar nicht so lange. Die ersten demokratischen Systeme entstanden vor Jahrtausenden - hielten aber nicht lange durch.
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Das bedeutet Demokratie

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    Das Wort "Demokratie" kommt aus dem Altgriechischen und setzt sich aus den Begriffen demos ("Volk") und kratos ("Herrschaft") zusammen.

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    Politische Systeme, in denen die Macht vom Volk ausgeht, gibt es schon seit Tausenden von Jahren.

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    Die Demokratie in Deutschland ist dagegen vergleichsweise jung und existiert in ihrer jetzigen Form erst seit dem Ende des 2. Weltkriegs.

Ursprünge der Demokratie

  • Im 5. Jahrhundert vor Christus entstand die erste demokratische Form der Antike: Die attische Demokratie in Athen. Allerdings waren Frauen, Menschen unter 30 Jahren und Sklaven davon ausgeschlossen.

  • Der griechische Philosoph Aristoteles entwickelte die demokratischen Staatsformen weiter. Er benannte die Freiheit als Basis für Demokratien.

  • Nach der Auffassung von Aristoteles gehört außerdem ein ständiger Wechsel zum Prinzip der Demokratie. Niemand sollte ein Amt dauerhaft innehaben.

  • Allerdings gelang es den ersten demokratischen Systemen nicht, dauerhaft zu bestehen.

  • Seit 930 n. Chr. existiert das Althing, das Parlament von Island. Es ist damit die älteste, noch existierende Volksvertretung eines unabhängigen Staates.

Älteste bestehende Demokratien der Welt

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    Als eine der ältesten noch bestehenden Demokratien der Welt gilt die USA - ihre Verfassung wurde 1787 verabschiedet.

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    Danach folgt die Schweiz. Die dortige Demokratie mit weitreichenden direktdemokratischen Instrumenten wurde 1848 errichtet.

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    1854 wurden in Neuseeland die ersten Parlamentswahlen abgehalten. Seit 1893 sind auch Frauen wahlberechtigt. Das war - vor allem im Vergleich zu europäischen Demokratien - sehr früh.

Warum Demokratien im 18. Jahrhundert immer beliebter wurden

  • Durch die Industrialisierung entstand das Besitzbürgertum, also Kaufmänner und aufstrebende Handwerker. Diese begnügten sich nicht mit der Rolle der Untertanen, sondern wollte Mitspracherechte.

  • Mit dem Wohlstand wuchs auch der Wunsch nach Freiheit. Festgehalten wurden diese Freiheit und das Mitspracherecht in einem Vertrag - der Verfassung.

  • Zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren zwar die meisten monarchischen Systeme in Europa mehr oder weniger in repräsentative Rollen zurückgedrängt worden.

  • Doch der stetig wachsende Wohlstand war noch ungleich verteilt - die Arbeiterschaft wollte auch hier mehr Anteil nehmen. So entstand unter anderem die Sozialdemokratie, also eine demokratische Staatsform, die sich für eine sozial gerechte Gesellschaft einsetzt.

Die Entstehung von Demokratien im Zeitstrahl

Deutschlands Weg zur Demokratie

  • Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges entstand 1918 in Deutschland eine erste Demokratie - die Weimarer Republik.

  • Aber bereits 1933 wurde sie von der nationalsozialistischen Diktatur abgelöst.

  • In der Besatzungszeit nach dem Zweiten Weltkrieg wurde zumindest in Westdeutschland die Basis für eine neue Demokratie gelegt.

  • Mit der Gründung der Bundesrepublik Deutschland 1949 wurde eine repräsentative, keine direkte Demokratie in der Verfassung festgesetzt. Das bedeutet, dass politische Entscheidungen nicht direkt von den Wähler:innen getroffen werden, sondern von gewählten Vertreter:innen (Abgeordneten).

  • Im Osten Deutschlands existierte bis zur Wiedervereinigung 1990 die DDR mit einer sozialistischen Staatsform.

Darum sind Wahlen für Demokratien so wichtig

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    Wahlen sind eines der wichtigsten Kriterien für eine Demokratie. Sie zeigen das politische Meinungsbild der Bevölkerung. Durch sie können Wahlberechtigte Kontrolle ausüben und die Machtverteilung beeinflussen.

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    Gemäß dem Grundgesetz sind Wahlen in Deutschland allgemein, unmittelbar, frei, gleich und geheim.

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    Allgemein: Alle Bürgerinnen und Bürger der BRD über 18 Jahren besitzen unabhängig von Geschlecht, Einkommen, Beruf, Konfession und politischer Überzeugung ein Stimmrecht.

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    Unmittelbar: Die Abgeordneten werden direkt gewählt, ohne Zwischeninstanz.

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    Frei: Die Wählerinnen und Wähler werden bei der Wahlentscheidung nicht beeinflusst.

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    Gleich: Jede Stimme zählt gleich viel.

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    Geheim: Niemand soll erkennen können, wer welche Wahlentscheidung getroffen hat.

Veröffentlicht: 15.05.2021 / Autor: Johannes Huyer