Neil Armstrongs Mondstaub-Tasche wurde versehentlich für nur 995 Dollar verkauft – und dann für 1,8 Millionen
Sotheby's

Neil Armstrongs Mondstaub-Tasche wurde versehentlich für nur 995 Dollar verkauft – und dann für 1,8 Millionen

vor 5 Monaten

Die Tasche, in die der Astronaut Neil Armstrong bei der ersten Mondlandung Mondstaub füllte, hat einen langen Weg hinter sich. Sie reiste von der NASA in den Weltraum und wieder zurück, wurde in einem Museum ausgestellt, verloren und falsch benannt. Dann verkaufte die US-amerikanische Regierung das wertvolle Einzelstück versehentlich für nur 995 Dollar. Als herauskam, was sie da eigentlich verkauft hatte, war es zu spät – für die clevere Käuferin ein Millionengeschäft.

Am 20. Juli 1969 wurde ein Meilenstein für die Raumfahrt gelegt. „Ein kleiner Schritt für einen Mann, ein großer Schritt für die Menschheit“, sagte der Astronaut Neil Armstrong an diesem Tag, als er mit seinem Team der Apollo-11-Mission Fuß auf den Mond setzte. Mit dabei hatte er ein kleines weißes Säckchen mit der Aufschrift „LUNAR SAMPLE RETURN“. Armstrong nahm auf dem Mond eine Bodenprobe und füllte sie in genau diese Tasche, auch „Dekontaminierungsbeutel“ genannt. Dann kehrten die Astronauten auf ihren Heimatplaneten zurück. Ihre ganze Ausrüstung wurde dem Smithsonian Museum übergeben – bis auf das Säckchen für den Mondstaub.

Das wurde bei der Inventarisierung versehentlich falsch eingeordnet und gelangte in das Johnson-Raumfahrtzentrum in Houston, Texas. Dort hatte man keine Ahnung, was die Tasche bereits erlebt hatte, und beschloss, sie wegzuschmeißen. Zufällig entschieden sich die Mitarbeiter aber um und schenkten sie dem Museumsdirektor Max Ary, der in Kansas ein Museum betrieb.

Auch er wusste nicht, dass der Mondstaubbeutel bei der Apollo-11-Mission dabei war. Das Säckchen ging irgendwo in seiner Garage verloren – bis es 2003 zufällig wieder auftauchte. Hintergrund war eine Untersuchung gegen Max Ary. Der hatte nämlich unerlaubt Ausstellungsstücke verkauft. Die US-Regierung stellte alle übrigen Gegenstände sicher und beschriftete sie neu. Dem Beutel für Mondstaub half das aber auch nicht weiter. Die Regierung hatte nämlich ebenfalls keine Ahnung, wo er herkam, und bot ihn 2015 bei einer Online-Auktion an. Und das nicht gerade erfolgreich. Erst beim vierten Angebot bot überhaupt jemand Geld dafür. Obwohl er ursprünglich 20.000 Dollar einbringen sollte, wurde er gemäß des höchsten Gebots für nur 995 Dollar weiterverkauft – ein Schnäppchen, wie sich später herausstellen sollte.

Die glückliche Käuferin war Nancy Lee Carlson, eine Sammlerin und Anwältin aus Illinois, die den Beutel in ihrem Schlafzimmerschrank aufbewahrte. Aus Neugier schickte sie das Säckchen für Mondstaub zur US-Raumfahrtbehörde NASA. Carlson wollte nämlich herausfinden, woher die dunklen Staubflecken daran stammen und bei welcher Mondmission es dabei war.

Die NASA wusste natürlich Bescheid (hätte man da nicht früher nachfragen können?) und bestätigte, dass das gute Stück in Wahrheit Neil Armstrongs Dekontaminierungsbeutel von 1969 ist und sich darin tatsächlich Mondstaub befand. Sofort versuchte die Raumfahrtbehörde, das unglaublich wertvolle Stück zurückzubekommen. Es entbrannte ein heftiger, jahrelanger Rechtsstreit. Die NASA argumentierte damit, dass das weiße Säckchen keiner Privatperson gehören sollte, sondern allen amerikanischen Bürgern. Sie behielt den Beutel kurzerhand. Doch das half wenig. Der Richter gab zwar zu, dass der Beutel niemals bei einer Auktion verkauft hätte werden dürfen, erklärte den Kauf aber für rechtsmäßig. Nancy Lee Carlson hatte ihn legal erworben – wenn auch lächerlich günstig – und bekam ihn dieses Jahr zurück.

Letzten Donnerstag, am 48. Jahrestag der Apollo-11-Mission, verkaufte Nancy Lee Carlson ihn dann für 1,8 Millionen Dollar über das Auktionshaus Sotheby’s in New York:

Von 995 Dollar auf 1,8 Millionen Dollar – für Carlson entpuppte sich die lange Reise des Beutels als Glücksfall.

Was nach der Heimkehr der Apollo-11-Crew mit der Mondtasche passierte, ist ganz schön überraschend. Ein Detail der Mondlandung ist aber noch verrückter: Wisst ihr, was der Anzug von Neil Armstrong mit BHs gemeinsam hat? Wir erklären es euch: 

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