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Williams-Beuren-Syndrom: Menschen mit dieser Krankheit sind immer nett

Markus hat das Williams-Beuren-Syndrom (kurz: WBS). Ein Merkmal dieser seltenen Krankheit: Er ist immer freundlich. Mehr über WBS - und warum Freundlichkeit glücklich macht - liest du hier.
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Das Wichtigste zum Thema Williams-Beuren-Syndrom

  • WBS ist sehr selten. Nur etwa 1 von 8.000 Menschen leidet an dem Gen-Defekt. Aufgrund der Seltenheit ist die Forschung auf dem Gebiet noch jung.

  • Erst seit den 1960-ern trägt das Syndrom seinen Namen - benannt nach zwei Kardiologen, die es erforschten. Seit 1993 ist die genaue Ursache für die Krankheit bekannt: das Fehlen des Elastin-Gens. WBS ist angeboren und nicht therapierbar.

  • Menschen mit WBS leiden oft an Herzproblemen, hohem Blutdruck, Darm-Krankheiten und verminderten kognitiven Fähigkeiten. Dank moderner Medizin können sie aber trotzdem das Senioren-Alter erreichen.

  • Äußerlich unterscheiden sie sich von anderen Menschen - haben zum Beispiel einen vergleichsweise kleinen Kopf, ausgeprägte Wangenknochen, eine breite Stirn und ausladende Nasenflügel. Früher sprach man deshalb auch von "Elfenmenschen".

  • Doch die größte Besonderheit bei Menschen mit WBS ist ihr freundliches Wesen: Im Vergleich zu anderen verlieren sie niemals ihre kindliche Begeisterung und Freude an den kleinen Dingen des Lebens. Sie lachen viel, sind sehr sozial - und musikalisch!

Endlich ist es bewiesen: Freundlich sein macht glücklich

Und zwar nicht nur dein Gegenüber, sondern auch dich. Das zeigte eine Studie der kalifornischen Berkeley Universität. Die Teilnehmer der Studie halfen anderen Menschen. Danach gaben sie an, sich gelassener, fröhlicher, optimistischer und selbstbewusster zu fühlen.

Der Grund: Sind wir freundlich, setzt unser Körper das Glückshormon Serotonin frei. Dadurch nehmen unsere Umwelt positiver wahr und sind optimistischer.

Im Glücksratgeber "Raising Happiness" der Soziologin Christine Carter wird Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit sogar als lebensverlängernd beschrieben: Menschen ab 55 Jahren, die sich sozial engagieren, haben demnach eine 44 Prozent geringere Wahrscheinlichkeit, verfrüht zu sterben.

Diese Berühmtheiten ließen sich von ihren Krankheiten nicht aufhalten

Der Spielfilm "Gabrielle - (k)eine ganz normale Liebe" erzählt die berührende Geschichte von zwei Liebenden mit WBS

Das Besondere daran: Die beiden Hauptdarsteller, die sich im Film verlieben, haben auch im echten Leben WBS. Das macht den Film besonders authentisch.

Veröffentlicht: 11.11.2020 / Autor: Carina Neumann-Mahlkau