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Post-Covid-Syndrom - Das bringt eine Reha für Corona-Patienten

Nach dem Krankenhaus sind die Covid-Folgen für viele Patienten noch lange nicht ausgestanden. Welche Langzeitfolgen auch nach einem milden Covid-19-Verlauf drohen können - und wie Betroffene in der Reha wieder zu Kräften kommen.
Rehabilitation: In einem französischen Krankenhaus wird ein Mann mit Post-Covid-Syndrom behandelt

Das Wichtigste zum Thema Therapie nach Covid-19-Infektion

  • Die Symptome von Corona-Patienten können ganz unterschiedlich sein - das macht die Krankheit so unberechenbar. Auch für die Erholung danach sind deswegen flexible Strategien nötig.

  • Weil die Krankheit noch so neu ist, werden wir erst in den nächsten Monaten und Jahren wissen, wie die Langzeitfolgen aussehen.

  • Ein Forscher-Team des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein will jetzt mehr über die Langzeitfolgen herausfinden.

  • Wer mit Covid-19 im Krankenhaus lag, womöglich sogar auf der Intensivstation, hat danach meist Anspruch auf eine Reha- oder Kur-Maßnahme.

  • Mediziner haben die Faustregel: Für einen Tag auf der Intensivstation braucht ein Patient danach eine Woche Reha.

Diese Beschwerden kann Covid-19 im Körper verursachen

Vor der Reha: Auf zum "Weaning"

Ein Intensivbett auf einer Intensivstation der Uniklinik Dresden.


Ein Intensivbett auf einer Intensivstation der Uniklinik Dresden.
© picture alliance/Ronald Bonss/dpa-Zentralbild/dpa

 

Wenn du im Krankenhaus an ein Beatmungsgerät angeschlossen warst, musst du dich danach erst wieder daran gewöhnen, selbst zu atmen. Der Fachbegriff für diesen Prozess lautet "Weaning" (von Englisch "Entwöhnen").

Dafür gibt es in Deutschland sogenannte "Weaning-Zentren", in die Patienten kommen, bevor sie für eine Kur oder Reha bereit sind. Dort werden sie aufgepäppelt und lernen, wieder selbständig zu atmen und zu essen - denn während eines Komas wirst du künstlich ernährt.

Was ist das "Post-Covid-Syndrom"?

Viele Menschen, die die akute Erkrankung überstanden haben, fühlen sich körperlich und geistig weniger leistungsfähig als vorher. Betroffene klagen über ständige Müdigkeit und Abgeschlagenheit, Konzentrationsschwäche, Vergesslichkeit und Alpträume.

Eine Untersuchung in Italien ergab, dass diese Erschöpfung im Durchschnitt 2  Monate nach den ersten Symptomen auftrat.

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So läuft die Corona-Reha ab

  • Wer nach der Erkrankung noch an Spätfolgen leidet, muss, um Reha-Maßnahmen zu erhalten, einen medizinisch begründeten Antrag stellen. Bist du wegen Covid-19 im Krankenhaus, wird man dir meist dort dabei helfen.

  • 😷

    Eine spezielle "Covid-19-Reha" gibt es nicht. Einige Lungenfachzentren, wie die Median-Klinik Heiligendamm, arbeiten aber bereits daran, Programme für Post-Covid-Patienten zu entwickeln.

  • 👩‍⚕️

    Wenn du erwerbstätig bist oder arbeitssuchend, musst du die Reha in der Regel bei der gesetzlichen Rentenversicherung beantragen. Ansonsten ist die Krankenkasse zuständig.

  • 💆‍♂️

    Bislang wendet man nach einer Covid-19-Erkrankung in der Regel Reha-Maßnahmen an, die bereits bei Lungen- oder Herz-Kreislauf-Patienten üblich sind oder bei neurologischen Problemen.

  • 💪

    Es geht darum, dich wieder leistungsfähig zu machen und deine Atemfunktion zu verbessern, mit Kranken- und Atemgymnastik, Muskel-, Ausdauer- und Koordinationstraining sowie balneo-physikalischen Therapien (zur Muskel-Aktivierung).

  • 💬

    Weil eine derart schwere Erkrankung auch traumatisierend sein kann, steht oft auch eine Psychotherapie auf dem Programm.

Veröffentlicht: 17.08.2020 / Autor: Ischta Lehmann