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Nasenspray

Sprühen ohne Risiko: Wie lange darf ich Nasenspray benutzen?

Muss man Nasenspray nach einer Erkältung oder Corona-Infektion wegwerfen? Und wie vermeidet man Nasenspray-Sucht? Hier erfährst du alles, was du jetzt über die richtige Anwendung wissen musst.
Sprühen ohne Risiko: Wie lange darf ich Nasenspray benutzen?
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Das Wichtigste zum Thema Nasensprays

  • Bei einem Infekt produziert die Nase mehr Schleim, um Viren zu binden und aus dem Körper zu befördern. Dabei schwellen die Schleimhäute an. Deine Nase fühlt sich verstopft an.

  • In Nasenspray stecken Stoffe, die die Blutgefäße zusammenziehen und so die Schleimhäute abschwellen lassen, z. B. Xylometazolin oder Oxymetazolin. Mit ihnen kannst du wieder durchatmen und besser schlafen. Kurzfristig macht das Sinn, denn so wirst du schneller wieder fit.

  • Nasenspray schützt auch vor Komplikationen. Kann der Schleim nicht gut abfließen, setzt er sich manchmal in den Nasennebenhöhlen fest. Die Folge ist eine schmerzhafte Entzündung.

  • Nasenspray ist nicht so lang haltbar wie z. B. Tabletten, meist nur etwa 6 Monate. HNO-Ärzte raten, alte Sprays aus hygienischen Gründen wegzuwerfen. Und zwar in den Hausmüll, die Reste dürfen nicht ins Klo gekippt werden.

  • Ob man sich über Nasenspray mit Corona anstecken kann, ist nicht bekannt. Allerdings dringt das Virus 'häufiger über die Nasenschleimhaut ein als über den Rachen. Aus Sicherheits-Gründen solltest du dein Nasenspray daher nicht mit anderen teilen – dazu unten mehr.

  • Es gibt sogar Nasensprays, die vor Corona schützen: Produkte mit Carragelose, einem natürlichen Wirkstoff aus Rotalgen, senken das Risiko für eine Infektion, indem sie die Schleimhäute feucht halten. Das ergab eine argentinische Studie.

  • Aktuell arbeiten Forscher:innen daran, ein Nasenspray zu entwickeln, das Coronaviren abtöten kann.

Bahn frei! Dos and Dont’s beim Sprühen

  • Nimm Nasenspray nur, wenn beide Nasenlöcher verstopft sind und du kaum Luft bekommst.

  • Benutze das Nasenspray nie länger als 5 Tage. Nach 10 Tagen treten erste Gewöhnungseffekte auf.

  • 🚥

    Sprüh auch in der Infekt-Hochphase höchstens 3-mal am Tag. Spätestens am 4. Tag solltest du nach und nach damit aufhören.

  • 😤

    Zieh das Nasenspray nach jedem Sprühstoß ganz aus der Nase (Sprühkopf dabei gedrückt halten!), sonst können Schleim und Keime aus der Nase in das Fläschchen gesaugt werden. Danach den Sprühkopf mit einem Tuch trocknen.

  • 👨‍👧

    Teil dein Nasenspray nicht mit anderen. Sonst teilt ihr euch auch eure Viren und seid länger krank. Dabei wächst die Versuchung, das Spray länger zu benutzen.

  • 😪

    Verwende kein Nasenspray von der letzten Erkältung. Keimschleuderalarm! Haften noch Viren daran, kriegst du gleich den nächsten Infekt.

  • Ist der Schnupfen auch nach einer Woche nicht besser, steig auf Meersalz-Spray aus der Apotheke um.

  • 👨‍⚕️

    Wenn deine Nase gar nicht mehr frei wird, geh zum HNO-Arzt. Er prüft, ob z. B. eine Allergie gegen Pollen oder Hausstaub dafür verantwortlich ist. Auch eine krumme Nasenscheide-Wand oder vergrößerte Nasenmuscheln können Gründe für die Dauerverstopfung sein.

  • Bewahre Nasenspray nicht im Bad auf. Besser ist die Lagerung an einem dunklen und trockenen Ort (z. B. im Schlafzimmer). Schreib darauf, wann du es angebrochen hast. Danach richtet sich das Verfallsdatum. Wie lang du das Spray nutzen darfst, steht in der Packungs-Beilage.

  • 🧼

    Wenn du ein angebrochenes Nasenspray in diesem Zeitraum wiederverwendest, reinige den Sprühkopf vorher mit Desinfektions-Mittel.

Ist das so schlimm ...? Diese Folgen hat Nasenspray-Sucht

Ein junger Mann benutzt Nasenspray.


Ein junger Mann benutzt Nasenspray.

Wenn du Nasenspray zu lange benutzt, gewöhnen sich die Schleimhäute daran. Sie schwellen übermäßig an. Die Nase ist dauerverstopft und wird ohne Spray nicht mehr frei. Das gilt auch für Tropfen. Mediziner nennen das "Rebound-Effekt". Es gibt keine genauen Zahlen, wie viele Menschen davon betroffen sind. Wahrscheinlich ist auch die Dunkelziffer hoch.

Nutzt du Nasenspray über längere Zeit, trocknet das jedoch die Schleimhäute aus. Sie spannen und jucken, Krusten bilden sich und du kriegst leichter Nasenbluten. Außerdem kommt es zu Entzündungen oder Dauer-Erkältungen. Der Grund: Die Nase kann sich selbst nicht mehr richtig reinigen. Bei einigen Betroffenen leidet der Geruchs- und Geschmacks-Sinn.

Seltener sind schwere Folgen, wie ein Loch in der Nasenscheide-Wand. Auch Bakterien finden dann gute Bedingungen vor. Nistet die sich ein, droht in extremen Fällen eine "Stinknase". Dabei steigt Betroffenen permanent ein fauliger Geruch aus der Nase.

Schon abhängig? So wirst du die Sucht los

  • 📌

    Nase zu und durch: Beim kalten Entzug verbannst du das Nasenspray von heute auf morgen. Das ist hart, aber das Durchhalten lohnt sich. Am besten suchst du dir dafür ein langes Wochenende oder die Ferienzeit aus, denn mit der verstopften Nase fällt das Schlafen erst mal schwer. Wie lange der Entzug dauert, ist bei jedem verschieden. Hilfreich: den Kopf im Bett hochlagern, tagsüber viel trinken und Zeit an der frischen Luft verbringen.

  • 📌

    Ein-Loch-Methode: Nutz das Nasenspray nur noch für 1 Nasenloch. Wenn sich das andere erholt hat und von selbst frei bleibt, machst du mit Nummer 1 weiter.

  • 📌

    Weniger, weniger, nichts: Beim langsamen Entzug reduzierst du Schritt für Schritt die Spray-Dosis. Es gibt mehrere Methoden: Verlängere die Abstände zwischen den einzelnen Shots, steige erst auf ein milderes Kinder- oder Säuglings-Nasenspray um oder verdünne das Spray nach und nach mit Meersalzlösung (Rezept siehe Bildergalerie).

  • 📌

    Unterstützung suchen: Lass dir beim Entwöhnen vom HNO-Arzt helfen. Er kann dir für den Entzug z. B. ein kortisonhaltiges Nasenspray und Tabletten verschreiben, das lindert die Entzugs-Erscheinungen.

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Veröffentlicht: 19.02.2022 / Autorin: Chris Tomas