Dramkrebs

Wie Krebs entsteht und wie du dich davor schützen kannst

Wie entsteht Krebs und was passiert dabei im Körper? Wir klären, was Tumore und Metastasen überhaupt sind und wie Krebs heutzutage behandelt wird. Plus: Mit diesen Tipps beugst du Krebs am besten vor.
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Das Wichtigste zum Thema Krebs

  • Bei Krebs verändern sich Körperzellen bösartig - sie entarten. Schuld daran sind Fehler und Schäden in der DNA.

  • Krebszellen wuchern schnell und unkontrolliert. Es entsteht eine immer größer werdende Geschwulst: ein bösartiger Tumor. Er wächst aggressiv in das umliegende Gewebe ein und zerstört es.

  • Über Blut oder Lymphe wandern zudem einzelne Krebszellen in andere Körperteile. Dort siedeln sie sich an und werden zu neuen Tumoren, den Tochter-Geschwülsten auch Metastasen genannt. Oft streuen Tumorzellen in Lymphknoten, Knochen, Gehirn, Lunge und Leber.

  • Bei Blutkrebs (Leukämie) und Lymphknotenkrebs gibt es keinen festen Tumor. Hier finden sich die Krebszellen im Blut und/oder im lymphatischen System. Sie stammen aus dem blutbildenden Knochenmark.

  • Die wichtigsten Krebstherapien sind die operative Entfernung des Tumors, Strahlen- und Chemotherapie. Oft werden sie kombiniert. Was dabei genau passiert erklären wir unten. Die Hälfte der Patienten wird heute geheilt.

  • Bei gutartigen Tumoren spricht man übrigens nicht von Krebs. Sie verdrängen das gesunde umliegende Gewebe, überschreiten aber keine Gewebe-Grenzen. In der Regel kann der Arzt sie gut entfernen.

Vorsorge-Untersuchungen retten Leben

Fakt ist: Je früher Krebs entdeckt wird, desto besser kann er behandelt werden. Dann ist der Tumor kleiner und leichter zu entfernen. Zugleich ist die Wahrscheinlichkeit, dass Krebszellen bereits gestreut haben und es Metastasen gibt, geringer.

👉Daher gehe unbedingt zu den Früherkennungs-Untersuchungen. Diese gibt es für: Brustkrebs, Prostatakrebs, Darmkrebs, Hautkrebs und Gebärmutterhalskrebs.

Krebsvorsorge-Untersuchungen


Die Kosten für die verschiedenen Krebsvorsorge-Untersuchungen übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen ab einem gewissen Alter. Wenn in deiner Familie gehäuft eine Krebsart auftritt, kannst du dich schon früher kostenlos untersuchen lassen.
© Galileo

 

Wann und wie oft dir welche Krebsvorsorge-Untersuchung genau zusteht, findest du beim Krebsinformationsdienst.

Abtasten kannst du selbst!

Taste deine Brüste beziehungsweise Hoden einmal im Monat selbst ab. Wenn dir dabei Knoten oder andere Veränderungen auffallen, lass einen Arzt draufschauen.

Krebshäufigkeit in Deutschland

  • 😟

    Jedes Jahr erkranken rund 510.000 Deutsche neu an Krebs. Mehr als die Hälfte der Patienten wird heutzutage geheilt.

  • 📈

    Aufgrund der immer älter werdenden Bevölkerung rechnen Experten mit einem Anstieg der Krebs-Neuerkrankungen um rund 23 Prozent zwischen 2015 und 2030.

  • 👥

    Krebserkrankungen sind mit circa 230.000 Todesfällen pro Jahr die zweithäufigste Todesursache - nach Herz-Kreislauf-Krankheiten mit 330.000 Toten.

  • Etwa 50 Prozent der bösartigen Tumoren betrafen Brustdrüse (69.000), Prostata (59.000), Dickdarm (58.000) und Lunge (58.000). Die Daten hat das Robert Koch-Institut 2016 erhoben, neue stehen noch aus.

  • Ebenfalls relativ häufig sind Hautkrebs, Gebärmutterhalskrebs bei Frauen und Blasenkrebs bei Männern.

Durchbruch in der Krebsforschung

Wissenschaftler haben eine Schwachstelle der Krebszellen gefunden: das Protein KIF18A. Ohne das Protein können sich die Krebszellen schlechter vermehren. Könnte es bald neue Medikamente geben?

Krebserregende Lebensmittel: Was dazu zählt und wie du dich schützen kannst

Nachgewiesene Ursachen für Krebs und wie du dich davor schützen kannst

  • 🍺

    Alkohol schädigt nicht nur die Leber, sondern erhöht auch das Risiko für Krebs >> So kannst du vorbeugen: Verzichte auf Alkohol oder schränke den Konsum zumindest stark ein.

  • 🍟

    Übergewicht erhöht das Risiko für mindestens 13 Krebsarten >> So kannst du vorbeugen: Ernähre dich gesund und mache Sport.

  • 🤾‍♂️

    Bewegungsmangel fördert ebenfalls die Entstehung von Krebs. 6 von 100 Krebs-Neuerkrankungen der 35 bis 84-jährigen Deutschen führten Experten 2018 darauf zurück >> So kannst du vorbeugen: Beweg dich mindestens 30 Minuten am Tag, mache regelmäßig Sport, geh Spazieren.

  • 💊

    Östrogene und Gestagene können in bestimmten Kombinationen und Therapieformen einige Krebsarten begünstigen (andere jedoch vorbeugen) - darunter die Pille (Östrogen-Gestagen-Kombi) >> So kannst du vorbeugen: Wäge Nutzen und Risiken einer Hormon-Ersatztherapie gut ab.

  • 🚬

    Rauchen (auch Passivrauchen) ist stark krebserregend >> So kannst du vorbeugen: Höre auf zu rauchen oder fange gar nicht erst damit an.

  • 🌞

    UV-Licht kann Krebs verursachen - und zwar schon, vor einem Sonnenbrand >> So kannst du vorbeugen: Nutze Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor (30 oder 50). Geh nicht ins Solarium.

  • Röntgen-Strahlung erhöht das Krebsrisiko >> So kannst du vorbeugen: Wenn der Arzt dir eine Röntgen-Untersuchung oder eine Computer-Tomographie empfiehlt, frage nach Alternativen wie einem Ultraschall. Oft ist jedoch die Röntgen- oder CT-Untersuchung sinnvoll, um schwerwiegende Erkrankungen auszuschließen. Was du auf jedem Fall tun kannst: Sage deinem Arzt, wenn du vor Kurzem erst ein Röntgenbild gemacht hast. Vielleicht ist dann ein neues unnötig.

  • 🧪

    Radioaktive Strahlung, einige Chemikalien und Baustoffe (etwa Asbest) sind krebserregend >> So kannst du vorbeugen: Wenn du mit gefährlichen Chemikalien arbeitest, trage immer eine Schutz-Ausrüstung. Hast du Sorge, dass in deinem Haus giftige Stoffe verbaut sind, lass dies einen Experten überprüfen.

  • 🏭

    Abgase und Feinstaub erhöhen das Risiko für Lungenkrebs und andere Krebsarten >> So kannst du vorbeugen: Ziehe nicht an stark befahrene Straßen in der Großstadt und meide Regionen mit Smog.

  • 🦠

    Bestimmte Infektionskrankheiten etwa mit humanen Papillomviren, Hepatitis-B/C-Viren, HIV oder Helicobacter pylori fördern Krebs >> So kannst du vorbeugen: Kinder zwischen 9 und 14 Jahren sollten eine HPV-Impfung erhalten. Sie schützt vor Gebärmutterhalskrebs und anderen Krebsarten. Wenn du ein erhöhtes Risiko für Hepatitis B hast, ist auch hier eine Impfung sinnvoll. So beugst du Leberkrebs vor. Die Hepatitis-B-Impfung wird auch für Säuglinge und Kleinkinder empfohlen.

Krebs kann gehäuft in einer Familie auftreten

5 bis 10 Prozent der Krebserkrankungen beruhen auf einer genetischen Veranlagung. Sie sind demnach vererbbar. Bei den Betroffenen ist die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass sich Zellen bösartig verändern. Darm-, Brust- und Eierstockkrebs werden gehäuft vererbt.

Wenn eine Krebsart bereits bei mehreren Familien-Mitgliedern aufgetreten ist, kannst du über einen Gen-Test nachdenken. Er zeigt, ob du auch ein erhöhtes Risiko hast. Welche Vor- und Nachteile der Gen-Test hat, erklären wir hier.

DNA-Fehler können auch so entstehen

  • 🧬

    Manchmal entstehen Fehler in der DNA auch zufällig.

  • 👴

    Im Laufe des Lebens häufen sich diese Schäden. Daher ist das Krebsrisiko von Senioren deutlich höher.

Krebsbekämpfung: Zellen zerstören sich selbst

Forscher haben eine Methode gefunden, mit der sich Krebszellen bald selbst zerstören könnten. Wie das funktionieren soll, siehst du im Clip.

Krebstherapie: Diese Behandlungen gibt es

Welche Therapie der Onkologe (ein auf Krebs spezialisierter Arzt) wählt, hängt immer von der Krebsart sowie der Lage und Größe des Tumors ab. Zudem ist entscheidend, ob es bereits Metastasen in anderen Körperteilen gibt.

Operation, Strahlen- und Chemotherapie

  • Meist versucht ein Chirurg zunächst möglichst viel des Tumors zu entfernen.
  • Es folgt oft eine Strahlentherapie - durch Bestrahlung von außen oder von innen mittels radioaktiven Materials. Sie schädigt die übrig gebliebenen Tumorzellen so stark, dass sie absterben.
  • Die Chemotherapie ist ebenfalls eine Option - teils auch in Kombination mit der Strahlentherapie. Sie beruht auf Medikamenten (Zytostatika), die sich schnell teilende Zellen zerstören, also vor allem Krebszellen.
  • Mitunter verordnet der Arzt schon vor der Operation eine Chemo- und/oder Strahlentherapie. Dadurch schrumpft der Tumor und ist leichter zu entfernen.

Immuntherapie

Eine der neueren Behandlungen ist die Immuntherapie. Sie sorgt dafür, dass das körpereigene Abwehrsystem die Krebszellen erkennt und angreift.

In Zukunft könnte auch die mRNA-Therapie Krebspatienten helfen. Wie das funktionieren soll, kannst du hier nachlesen.

Knochenmarks- oder Stammzelltherapie

Bei Leukämie erfolgt neben einer Chemotherapie oft eine Knochenmarks- oder Stammzelltherapie. Die zugeführten Stammzellen sollen sich im Körper der Patienten zu normalen Blutzellen entwickeln. Entweder stammen sie vom Patienten selbst oder von einem passenden Spender.

(Anti-)Hormontherapie

Bei Prostata- und Brustkrebs kommt teils auch die (Anti-)Hormontherapie zum Einsatz. Sie soll das Hormon-gesteuerte Wachstum der Krebszellen hemmen.

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Veröffentlicht: 19.03.2021 / Autor: Larissa Melville