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Neuer Ebola-Fall in Afrika - Wie sieht es in Deutschland aus?

Ebola gehört nicht, wie viele vielleicht denken, der Vergangenheit an. Es gibt immer wieder Ausbrüche - aktuell in der Demokratischen Republik Kongo. Wir klären, was bei Ebola passiert - und ob es auch hier bei uns zur Gefahr werden kann.
Neuer Ebola-Fall in Afrika - Wie sieht es in Deutschland aus?0

Das Wichtigste zum Thema Ebola

  • Typisch für Ebola sind Durchfall, Erbrechen, hohes Fieber sowie innere und äußere Blutungen. Mediziner sprechen von hämorrhagischem Fieber.

  • Verursacht wird die Krankheit durch Ebola-Viren. Sie zählen zu den gefährlichsten Erregern der Welt.

  • Sehr hohe Ansteckungsgefahr besteht bei direktem Kontakt mit Körperflüssigkeiten und -ausscheidungen von Patienten und Verstorbenen.

  • 1976 trat Ebola erstmals im Sudan und im Kongo auf - in Nähe des Flusses Ebola, daher auch der Name.

  • 2014/2015 kam es zum bisher größten Ausbruch mit 28.000 Fällen und 11.000 Toten. Vor allem Guinea, Liberia und Sierra Leone waren betroffen.

  • Das Virus zirkuliert in Afrika bis heute. Auf anderen Kontinenten wurde es bislang nicht entdeckt.

  • Das Risiko, Ebola könnte durch Reisende nach Deutschland gelangen, stuft das Robert Koch-Institut als sehr gering ein. Bei uns würde sich das Virus wohl kaum verbreiten, glauben Experten. Der Grund: unser gutes Gesundheitssystem.

Neuer Ebola-Fall im Osten des Kongos

2 Jahre dauerte der Ebola-Ausbruch im Osten der Demokratischen Republik Kongo an. Fast 2.300 Menschen starben - rund zwei Drittel der bekannten Erkrankten. Erst im Sommer 2020 wurde der Ausbruch für beendet erklärt.

Nun ist dort erneut eine Frau an Ebola gestorben. Sie soll mit einem Überlebenden eines früheren Ausbruchs verheiratet gewesen sein. Die Spermien von Überlebenden können noch einige Jahre lang Ebola-Viren enthalten.

Aktuell sucht die Behörde nach allen Personen, die mit der Frau Kontakt hatten, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. 70 sind bereits gefunden.

Auch im Westen des Kongos gab es vor Kurzem einen Ausbruch: Von Juni bis November 2020 starben dort 55 Menschen an Ebola.

Ebola Kongo


Mai 2018, Kongo: Mitglieder einer Hilfsorganisation bekommen ihre Schutzkleidung, welche sie vor dem gefährlichen Ebola-Virus schützen soll.
© IFRCAP-Photo

Impfung gegen Ebola

  • Seit November 2019 existiert ein zugelassener Impfstoff in der EU.

  • Getestet wurde der bereits gegen Ende des Ebola-Ausbruchs 2014/2015 in Westafrika und wird seit 2018 im Kongo eingesetzt.

  • In den betroffenen Regionen werden meist medizinisches Personal und Einsatzkräfte geimpft.

  • Da eine Impfung auch noch kurz nach Kontakt mit dem Virus vor einem Ausbruch der Krankheit schützt, wird sie auch Kontaktpersonen im Ausbruchsgebiet angeboten.

Die Symptome von Ebola

Zu Beginn verursacht Ebola Fieber, Unwohlsein, Müdigkeit, Gliederschmerzen ähnlich wie bei einem grippalen Infekt. Nach einigen Tagen sind Schmerzen im Oberbauch, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall häufig. Innere und äußere Blutungen, Delirium und Atemnot sind später ebenfalls möglich.

Abhängig von der Virus-Art - es gibt 5 verschiedene - und der medizinischen Versorgung sterben 30 bis 90 Prozent der Erkrankten.

Es gibt keine speziellen Medikamente gegen Ebola. Studien lassen aber hoffen: 2 Antikörper-Präparate sind offenbar bei früher Behandlung sehr wirksam.

So kann man sich mit Ebola anstecken

  • 💦

    Übertragen wird das Ebola-Virus von Mensch zu Mensch durch direkten Körperkontakt und durch die Berührung von Körperflüssigkeiten wie Blut, Schweiß, Speichel, Sperma und Exkrementen. Dies gilt auch für Verstorbene.

  • 🤒

    Infizierte Menschen können andere anstecken, sobald sie Symptome zeigen. Die Inkubationszeit dauert zwischen 2 und 21 Tagen.

  • Eine Übertragung über kontaminierte Gegenstände ist für eine gewisse Zeit möglich. Über die Luft wird das Virus aber nicht übertragen.

  • 🥩

    Durch den Kontakt mit infizierten Tieren oder infektiösen Tier-Produkten kann man sich ebenfalls anstecken.

  • 🦇

    Experten vermuten, dass Flughunde oder Fledermäuse das Reservoir für Ebola-Viren sind. Noch ist dies nicht sicher geklärt.

Veröffentlicht: 09.02.2021 / Autor: Larissa Melville