Themenseiten-Hintergrund

Eine Kugel Kopfschmerzen, bitte! So entsteht Hirnfrost

Wir genießen das leckere Eis oder trinken eine Cola mit Eiswürfeln - und plötzlich ist da dieser stechende Schmerz hinter der Stirn. Was hinter dem Hirnfrost steckt und was du dagegen tun kannst.

Das Wichtigste zum Thema Brain Freeze

  • Besonders jetzt im Sommer kennen viele den stechenden Schmerz nur zu gut: Du genießt dein Eis und wie der Blitz fährt es dir hinter die Stirn. Ausgelöst wird das durch einen Kältereiz am Gaumen oder der hinteren Rachenwand.

  • Brain Freeze hat viele Namen. Manche nennen es Hirnfrost, Eiscreme- oder Kälte-Kopfschmerz. Der Fachbegriff lautet "sphenopalatine Ganglioneuralgia".

  • Das Schmerz-Level wird oft mit mittlerer Stärke beschrieben und hält meist nur wenige Minuten an.

  • Angeblich können nicht nur Menschen Brain Freeze bekommen, sondern auch Tiere - zum Beispiel Katzen.

  • Menschen mit Migräne sind offenbar häufiger von dem Phänomen betroffen. Das könnte mit dem Trigeminus-Nerv zusammen hängen, der bei Migräne und bei Eis-Kopfschmerz eine Rolle spielt.

Wie gefährlich ist Brain Freeze?

Das Gefühl ist zwar unangenehm. Aber du musst dir keine Sorgen machen, dass das Gehirn Schaden davon nimmt. Brain Freeze ist für Menschen und Tiere nicht gefährlich, sondern eher eine Schutzfunktion des Gehirns vor Abkühlung. 

Wie entsteht der Hirnfrost?

  • 💡

    Es passiert zum Beispiel, wenn wir Eis zu schnell essen. Beteiligt sind offenbar die vielen Nerven des Flügelgaumen-Ganglions und der Trigeminus-Nerv.

  • 👅

    Eine Theorie besagt: Durch die Kälte im Mund kommt es zu einer Nervenreizung und in der Folge zu einer schmerzhaften Verengung der Hirngefäße.

  • 🧠

    Andere Experten glauben, dass sich die Hirngefäße eher erweitern und so die Schmerzen entstehen. Warum? Weil in Reaktion auf die Kälte mehr Blut ins Gehirn gepumpt wird - um zu verhindern, dass das Gehirn abkühlt.

  • 🧪

    Einer Studie der Uni-Klinik Halle zufolge ist 4 Grad kaltes Wasser eher ein Auslöser als ein Eiswürfel.

Diese Nervenbahnen sind am Kälte-Kopfschmerz beteiligt

Sowohl der Trigeminusnerv als auch das Ganglion sphenopalatinum werden in Verbindung mit Hirnfrost gebracht. Beide verlaufen in unserem Gesicht.

Was du gegen den Kältekopfschmerz tun kannst

Hirnfrost kannst du vorbeugen, indem du kalte Getränke oder Eis nicht zu schnell zu dir nimmst. Tritt er doch auf, kann es schon helfen, die Zunge an den Gaumen zu legen.

Oder du nimmst langsam etwas Warmes zu dir. Schmerzmedikamente bringen nichts, schließlich ist das Gefühl auch sehr schnell wieder vorbei.

Das Eis-Quiz: Bleibst du bei den Fragen cool?

Veröffentlicht: 09.08.2020 / Autor: Bianca Leppert