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CO2-Bilanz auf Lebensmitteln: Wie klimafreundlich ist dein Butterbrot?

Butter, Fleisch, Schokolade: Welches Produkt hat wohl den größten CO2-Fußabdruck? Weil wir so wenig darüber wissen, fordern Hersteller nun Klima-Labels auf Lebensmitteln. Aber wie realistisch ist das? Plus: Die größten Food-Klimakiller.

Das Wichtigste zum Thema Klima-Labels auf Lebensmitteln

  • Der ökologische Fußabdruck geht weit über das Fliegen oder Autofahren hinaus. Pro Kopf stößt unsere Ernährung jährlich rund 2 Tonnen CO2 aus. Aber wer weiß schon, wie klimafreundlich sein Mittagessen ist?

  • Bis zu 500 Gramm CO2 gelten Mahlzeiten als umweltfreundlich. Die CO2-Bilanz eines Burgers liegt aber schon bei 1.800 Gramm!

  • Viele Menschen möchten ihren ökologischen Fußabdruck verkleinern - doch gerade bei der Ernährung fehlt die Transparenz.

  • Laut einer Umfrage des Haferdrink-Herstellers Oatly fühlen sich nur 9 Prozent der Deutschen gut über die Klimabilanz ihrer Lebensmittel informiert. 85 Prozent wünschen sich eine Kennzeichnung auf der Packung, um einen Beitrag für die Umwelt zu leisten.

  • Oatly und andere Produzenten kämpfen nun für offizielle Klima-Labels und reichten ihre Petition dafür im Bundestag ein. Mehr als 56.000 Menschen stimmten dafür, die Antwort der Parlamentarier steht noch aus.

Geht die Rechnung auf? So könnte man die CO2-Bilanz bestimmen

Steht neben der Kalorien-Angabe auf deinem Frischkäse in Zukunft auch seine CO2-Bilanz? Die mögliche Einheit dafür gäbe es bereits: die Kohlendioxid-Äquivalente, kurz CO2e.

Sie errechnet sich aus allen Emissionen, die ein Produkt bei seiner Herstellung verursacht. Nehmen wir zum Beispiel dein Müsli: Seine Kohlendioxid-Äquivalente ergibt sich aus den Treibhausgasen der Traktoren bei Anbau und Ernte plus all die Emissionen, die bei Verpackungs-Herstellung und Transport entstehen.

Wie realistisch sind Klima-Labels?

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    In den USA, Frankreich, der Schweiz und England gibt es die Kennzeichnung der CO2-Bilanz bereits auf freiwilliger Basis.

  • 🤔

    Ein einheitliches Klima-Label in Deutschland? Darüber wird gerade heiß diskutiert. Die Theorie: ein wirksamer Schritt gegen den Klimawandel.

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    Die Praxis: detailreich und komplex. Beispiel Orangensaft: Alle paar Monate bezieht ein Hersteller Orangen aus verschiedenen Ländern mit anderen Transportwegen - je nach Saison.

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    Demnach müsste sich das Label alle paar Monate ändern. Noch komplexer wird die Rechnung bei Produkten mit mehreren Inhaltsstoffen - wie Gemüsebrühe oder Tiefkühl-Pizza.

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In den USA forschen Wissenschaftler bereits an dem Verfahren. Gelingt es, könnte aus einem gefährlichen Treibhausgas umweltfreundlicher Treibstoff entstehen.

Die TOP 5 der Klimakiller - hättest du's gewusst?

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    Alles in Butter? Nicht in Sachen Umweltfreundlichkeit! Für 1 Kilo braucht man rund 20 Liter Milch - dafür wiederum viele Kühe und die viel Futter aus moderner Landwirtschaft mit Traktoren, Bewässerung und Co. Ergibt in der Summe leider Platz 1.

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    Apropos Kühe: Rindfleisch belegt Platz Nummer 2 des Klimakiller-Rankings. Die Rinderhaltung erfordert viele Ressourcen - und die Tiere selbst stoßen das Treibhausgas Methan aus, das in ihren Mägen entsteht.

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    Auch Platz Nummer 3 stammt von der Kuh: Käse und Sahne sind die nächsten Übeltäter. Hier hilft es dem Planeten, wenn du zur fettärmeren Variante greifst, denn: Je mehr Fett, desto mehr Milch wurde verwendet.

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    Überraschender Twist: Platz Nummer 4 belegen Tiefkühl-Pommes! Warum? Sie müssen getrocknet, frittiert und tiefgekühlt werden - und das verbraucht extrem viel Energie. Das Gleiche gilt für andere, ähnlich aufwändige TK-Produkte. Also: lieber selber kochen.

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    Bitter statt süß: Platz Nummer 5 belegt die Schokolade. Die weit entfernten, exotischen Kakao-Plantagen brauchen Unmengen von Wasser. In den meisten Schoko-Produkten steckt Palmöl, für dessen Plantagen viel Regenwald abgeholzt wird - und Milch ist eben auch klimaschädlich. Die gute Nachricht: Es gibt immer mehr BIO-Schoki ohne Palmöl, dafür mit nachhaltiger Milch.

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Veröffentlicht: 16.09.2020 / Autor: Carina Neumann-Mahlkau