Ein Mann will so lange auf einem Eisberg leben, bis das Eis geschmolzen ist
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Ein Mann will so lange auf einem Eisberg leben, bis das Eis geschmolzen ist

vor 2 Monaten

Was er sich traut, hat zuvor noch keiner gewagt: Alexander Bellini plant momentan seinen mindestens einjährigen Aufenthalt auf einem Eisberg. Zwölf Monate in einer Überlebenskapsel im frostigen Grönland wohnen – inmitten von Schnee und Eis. Für Bellini ist das nicht nur das größte Abenteuer seines Lebens, sondern auch ein Weckruf, der auf den Klimawandel aufmerksam machen soll.

Der 38-jährige Italiener hat schon so einiges hinter sich: Er hat mit einem Ruderboot den Pazifik überquert und ist 70 Tage lang durch Amerika gejoggt. Aber seine neueste Herausforderung ist nochmal eine Nummer größer: Er will mindestens ein Jahr lang auf einem Eisberg leben – beziehungsweise so lange, bis das Eis geschmolzen ist. Je nachdem was von beidem zuerst passiert. Mit dieser Aktion will er seine eigenen Grenzen austesten und auf den Klimawandel aufmerksam machen. Denn früher oder später wird der Eisberg schmelzen, da er automatisch in wärmere Gewässer getrieben wird. Das waghalsige Projekt trägt den Namen Adrift.

Sein „Haus“ auf dem Eisberg ist eine extra für ihn angefertigte Überlebenskapsel. Diese schwimmfähige Kapsel besteht aus Aluminuim und wurde von der Firma Survival Capsule in Washington gebaut. Eigentlich sind diese Kapseln für Bewohner von Tsunami-Gebieten gedacht, damit die Menschen im Ernstfall einsteigen können, um nicht zu ertrinken. So sehen die Rettungskapseln aus:

Bellinis Spezialkapsel ist etwas größer – sie hat vier Fenster und enthält eine kleine Küche, ein Bett und einen Tisch. Von außen ist sie mit mehreren Kameras ausgestattet. Er darf die Kapsel auch verlassen, allerdings nur mit einem Gurt, den er vorher an der Kapsel befestigen muss. Für seine Sicherheit ist das extrem wichtig. Denn irgendwann wird der Eisberg schmelzen, und dann kann es jederzeit passieren, dass er umkippt. Falls Bellini sich dann draußen befindet, ist das der Punkt, an dem er schleunigst wieder in die Kapsel zurück und sich anschnallen muss.

Wenn die Kapsel dann ins Wasser fällt, kann sie durch einen eingebauten GPS-Sender von Rettungskräften gefunden werden. Das Ganze sollte innerhalb von zehn Stunden passieren, da der Sauerstoff in der Kapsel nicht länger ausreicht. Das Ganze ist also gar nicht mal so ungefährlich – deswegen muss Bellini rund um die Uhr mit seinem Team in Kontakt bleiben.

Ursprünglich soll das Projekt im Winter 2018 starten. Bellini muss allerdings bis dahin noch 500.000 Dollar zusammenbekommen. Auf seiner Homepage läuft dafür eine Spendenaktion.

Sobald er das Geld hat, braucht er dann nur noch die Genehmigung der dänischen Regierung, die für Grönland zuständig ist.

Die nächsten Schritte sind also: Geld zusammen bekommen, bei der dänischen Regierung anfragen und dann den passenden Eisberg finden. Da sind wir mal gespannt, ob das bis nächstes Jahr klappt.

Apropos Eisberg: Hättet ihr gedacht, dass schon mal ein Eisberg von der Antarktis in die Wüste transportiert wurde? Was dahinter steckt, erfahrt ihr im Video:

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