Deshalb war es letzten Freitag am Nordpol vier Grad wärmer als in Berlin
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Deshalb war es letzten Freitag am Nordpol vier Grad wärmer als in Berlin

vor 9 Monaten

Letzte Woche lagen die Temperaturen am Nordpol knapp 30 Grad über dem Normalwert dieser Jahreszeit. Es ist kaum vorstellbar, aber am Freitag war es am Nordpol sogar vier Grad wärmer als in Berlin. Wie ist das möglich? Forscher haben eine Erklärung dafür.

Plus zwei Grad Celsius zeigte das Thermometer am vergangenen Freitag am Nordpol an. Das ist für diese Jahreszeit und vor allem für diese Gegend viel zu warm. Betrachtet man den durchschnittlichen Temperatur-Wert der letzten 21 Jahre, wären am Nordpol minus 27,4 Grad Celsius im Februar normal. Zum Vergleich: Berlin hatte am selben Tag minus zwei Grad Celsius.

Gemessen hat diesen Wert die nördlichste Wetterstation der Welt, die Station in Kap Morris Jesup in Grönland. Sie misst alle drei Stunden automatisch die Wetterverhältnisse, die dann über einen Satelliten weitergeleitet werden. Die „World Meteorological Organization“ hat kurz darauf einen Tweet veröffentlicht. Er zeigt den Moment, in dem die Temperatur am Nordpol den Nullpunkt übersteigt. „Die Temperaturen stiegen in zwölf Stunden von minus 22 auf plus zwei Grad Celsius an“, schreiben sie darunter:

Bereits im November war der Zustand am Nordpol alarmierend: Zu diesem Zeitpunkt waren es schon zwanzig Grad über dem Normalwert. Zum einen geben die Forscher natürlich dem Klimawandel die Schuld. Die Ozeane in diesem Gebiet sind so warm wie noch nie seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Für den rasanten Temperaturanstieg gibt es jedoch eine andere Erklärung. Eigentlich herrschen am Nordpol zur Zeit die Polarnächte. Dadurch ist es seit Monaten dunkel, was die Eismassen eigentlich wieder stärken müsste.

Warum sie trotzdem weiter schmelzen, hat einen guten Grund: Schon im Januar haben Forscher über einen starken Atlantiksturm berichtet, der enorme Luftmassen an feuchtwarmer Luft vom Nordatlantik in die Arktis brachte. Obwohl der Sturm Ende Dezember an der Ostküste von Grönland endete, hielt die arktische Erwärmung bis zum Wochenende an. Der Sturm hat nicht nur die Luft am Boden erwärmt, sondern auch die Troposphäre in rund zehn Kilometern Höhe.

Solche Wärmeeinbrüche hat es schon öfter gegeben. Sie weisen immer wieder das gleiche Muster auf: Jedes Mal ziehen Tiefdruckgebiete vom Nordatlantik in die Framstraße und dann in die Barentssee, ein Randmeer des arktischen Ozeans, und bringen große Mengen an feuchtwarmer Luft mit.

Auf der Wetterkarten-Simulation sieht dieses Phänomen ziemlich spektakulär aus:

Nachdem der Wärmeeinbruch am Freitag seinen Höhepunkt erreicht hatte, sanken die Temperaturen nach dem Wochenende genauso schnell wieder wie sie gestiegen sind. Jetzt werden voraussichtlich minus 24 Grad erwartet. Da sind wir froh drüber, denn so hohe Temperaturen am Nordpol hätten sicherlich fatale Folgen für unsere Erde.

Nicht nur am Nordpol spielt das Wetter verrückt. Auch bei uns geht es von einem Extrem ins nächste. Der Sommer wird von sich abwechselnden Hitzeeinbrüchen und gewaltigen Niederschlägen beherrscht. Doch wie sieht es mit dem Rest der Welt aus?

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