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Corona: Warum Visiere keine Alternative zu Masken sind

In den letzten Monaten setzten viele auf Visiere statt Masken: Damit lässt sich besser atmen, und das Gesicht bleibt sichtbar. Doch Studien zeigen: Visiere schützen kaum vor der Übertragung von Corona-Viren. Vielerorts sind die Face-Shields daher schon verboten.
Gesichtsvisier

Das Wichtigste zum Thema Visiere

  • Kunststoff-Visiere sind keine gleichwertige Alternative zur Mund-Nasen-Bedeckung. So die aktuelle Einschätzung des Robert-Koch-Instituts (RKI).

  • Der Grund: Visiere liegen nicht eng am Kopf an und umschließen somit auch Mund und Nase nicht dicht. Sie verhindern daher kaum, dass kleine Tröpfchen (Aerosole) in die Luft gelangen. Die Kunststoff-Scheibe kann maximal Tröpfchen auffangen, die direkt auf die Scheibe treffen.

  • Eine eng anliegende Maske über Nase und Mund reduziert dagegen die Menge der austretenden Tröpfchen beim Husten, Niesen, Sprechen und Atmen nachweislich. Dies gilt vor allem für medizinische Masken und Alltags-Masken aus festgewebtem Stoff.

  • In den meisten Bundesländern sind daher heute Gesichts-Visiere, auch Face-Shields genannt, als Masken-Ersatz für die Allgemein-Bevölkerung verboten. Mehr erfährst du weiter unten.

  • Du kannst aber natürlich ein Visier in Kombination mit einer Maske tragen, um etwa deine Augen vor Corona-Viren zu schützen.

Hatschi! Schon ist es passiert!

Dass Visiere nichts taugen, zeigt auch eine Studie der Florida State University. Die Forscher stellten fest, dass sich der Großteil der ausgeatmeten Aerosole nach nur 16 Sekunden nicht mehr hinter dem Visier befand, sondern vor dem Kunststoff-Schild.

Der Grund: Die Partikel bewegten sich nach dem Ausatmen erst nach unten, dann wieder nach oben. Besser schnitten dagegen FFP-2-Masken und normale hellblaue OP-Masken ab.

In diesem Video siehst du, wieso Gesichts-Visiere nicht sinnvoll sind.

Visier statt Maske: Das kann teuer werden

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    Aufgrund der ablehnenden Haltung des RKIs gegenüber Visieren haben sich fast alle Bundesländer gegen Face Shields ausgesprochen. Darunter: Baden-Württemberg, Berlin, Brandenburg, Bremen, Sachsen-Anhalt, Sachsen, Saarland, Schleswig-Holstein und Hessen.

  • Träger der Kunststoff-Schilde verstoßen damit auch gegen die geltende Masken-Pflicht, da sie rein formal keine gültige Maske tragen.

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    Dafür kann ein Bußgeld zwischen 10 und 500 Euro fällig werden.

Das Corona-Alltags-Quiz: Teste dein Wissen!

Egal wie unbequem: Greife zur Maske

Keine Frage: Es gibt angenehmere Dinge als stundenlang eine Maske aus Stoff zu tragen, denn die Bedeckungen sind warm, stickig und erschweren das Atmen.

Vor allem für Menschen, die den ganzen Tag auf eine Alltagsmaske angewiesen sind, wie Friseure und Mitarbeiter aus dem Einzelhandel, erscheint ein Face Shield bequemer und komfortabler.

Außerdem können Masken für Brillen-Träger, Allergiker und Menschen mit Atemwegserkrankungen zur Herausforderung werden. Auch Hörgeschädigte leiden unter 'maskierten Gesichtern', weil sie nicht von den Lippen ablesen können.

Doch das Visier ist eben keine Alternative. Zum Schutz anderer und für dich selbst solltest du daher zur Maske greifen.

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Veröffentlicht: 09.11.2020 / Autor: Stephanie Arndt