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Bundeskanzler Scholz auf Corona-Gipfel

Verkürzte Quarantäne und Co.: Diese Corona-Regeln wurden heute beschlossen

Neues Jahr, neue Regeln: Die Regierungschefs der Bundesländer haben sich heute getroffen, um neue Corona-Regeln zu beschließen. Welche Regeln nun gelten, haben wir für dich zusammengefasst.
Bundeskanzler Scholz auf Corona-Gipfel

Das Wichtigste zum Thema Verkürzte Quarantäne

  • Omikron hat über die Feiertage keine Pause eingelegt: Dem RKI zufolge haben sich die Infektionszahlen in Zusammenhang mit der neuen Virus-Variante innerhalb der letzten Woche verdreifacht.

  • Auch wenn erste Studien andeuten, dass Omikron zu milderen Krankheitsverläufen führt, bleibt die Gefahr vor allem für Ungeimpfte hoch.

  • Gleichzeitig ist Omikron deutlich ansteckender - und schickt immer mehr Menschen in Quarantäne. Deshalb gilt es allem voran, die kritische Infrastruktur wie Kliniken, Polizei oder Feuerwehr zu sichern.

  • Gemeinsam mit dem Robert Koch-Institut (RKI) hat Gesundheitsminister Karl Lauterbach angepasste Quarantäne-Regeln erarbeitet, die die Regierungschefs der Länder heute abgesegnet haben.

  • Welche neuen Corona-Regeln die Bund-Länder-Runde heute beschlossen hat, haben wir für dich zusammengefasst.

Gefährdete Infrastruktur: Was für eine verkürzte Quarantäne spricht

Omikron hat Europa bereits erobert - und wird nach Meinung von Expert:innen auch bald die dominante Variante in Deutschland sein. Mit dem rasanten Anstieg der Fallzahlen müssen gleichzeitig immer mehr Menschen in Quarantäne.

Massive Personalausfälle können die Folge sein, auch im Bereich der kritischen Infrastruktur wie Krankenhäuser, Polizei oder bei der Strom- und Wasserversorgung.

Europäische Nachbarländer hatten deshalb bereits reagiert und die Isolations-Regeln verkürzt. In Frankreich müssen Infizierte nur noch 7 Tage in Quarantäne. Vollständig geimpfte Kontaktpersonen müssen sich nicht mehr isolieren, sondern lediglich einen negativen Antigen-Test vorweisen.

Gesundheitsminister Karl Lauterbach hatte auf Grund der starken Entwicklungen eine neue Quarantäne-Verordnung mit den Expert:innen des RKI ausgearbeitet. "Wir können also bis zu einem gewissen Grad die Quarantänezeit verkürzen, ohne ins Risiko zu gehen", erklärte Lauterbach.

Quarantäne: Was nun?

Quarantäne: Was nun?

Bereits zum Beginn der Corona-Pandemie mussten viele Menschen in häusliche Quarantäne. Galileo hat sich im März 2020 angeschaut, was gilt, wenn man als Kontaktperson die Wohnung nicht mehr verlassen darf?

Isolation oder Quarantäne: Wann gilt was?

Die neue Quarantäne-Verordnung sieht weiterhin eine Unterscheidung zwischen Quarantäne und Isolation vor.

⭕ In Quarantäne müssen sich alle begeben, bei denen der Verdacht auf eine Corona-Infektion besteht - beispielsweise, weil sie Kontakt zu einer nachweislich infizierten Person hatten.

⭕ Die Quarantäne ist eine Vorsichts-Maßnahme, um eine potentielle Ausbreitung zu verhindern. Die Entscheidung über die Quarantäne liegt beim zuständigen Gesundheitsamt.

❌ In Isolation müssen sich hingegen alle begeben, bei denen die Infektion bereits bestätigt wurde, also ein positives Test-Ergebnis vorliegt.

❌ Die Isolierung ist behördlich vorgeschrieben und bedeutet konkret die räumliche Trennung von Erkrankten und Nicht-Erkrankten.

Das sind die neuen Quarantäne-Regeln

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    Grundsätzlich gilt: Wer sich mit der Omikron-Variante infiziert hat oder Kontaktperson ist, muss für 10 Tage in häusliche Quarantäne bzw. Isolierung.

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    Diese kann aber nach 7 Tagen bereits beendet werden, wenn man sich mit einem negativen PCR-Test oder anerkannten Antigen-Test freitestet.

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    Personal der kritischen Infrastruktur kann sich nach 7 Tagen nur mit einem PCR-Test aus der Quarantäne freitesten.

  • Voraussetzung ist dabei immer, dass die Person seit mindestens 48 Stunden symptomfrei ist.

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    Das gilt unter anderem für Pflegekräfte, Ärzt:innen oder Feuerwehrkräfte.

  • 👧

    Kinder, die als Kontaktperson eingestuft werden, können sich mit einem PCR- oder Antigent-Test nach 5 Tagen ebenfalls freitesten.

  • 💉

    Die neue Regelung sieht auch Ausnahmen für Geboosterte vor: Wenn die Auffrischung mehr als 7 Tage zurückliegt, müssen sie als Kontaktperson nicht mehr in Quarantäne.

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    Gleiches gilt für 2-fach Geimpfte und Genesene, wenn die Immunisierung nicht länger als 2 Monate zurückliegt.

Wie funktioniert die Booster-Impfung?

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Auch nach der 2. Impfung ist eine Immunität nicht garantiert. Eine 3., sogenannte "Booster"-Impfung kann das Risiko allerdings verringern, am gefährlichen Virus zu erkranken. Wir erklären, wieso.

Kontaktbeschränkungen bleiben bestehen

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    Die bis jetzt geltenden Kontaktbeschränkungen bleiben weiterhin bestehen.

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    Geimpfte und Genesene können sich demnach nur in einer Gruppe von maximal 10 Personen treffen.

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    Für Ungeimpfte gilt weiterhin: Ein Haushalt darf sich mit maximal 2 Personen eines weiteren Haushalts treffen.

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    Kinder bis einschließlich 14 Jahre sind von den Kontaktbeschränkungen weiterhin ausgeschlossen.

2G-Plus in der Gastronomie

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    Um die Verbreitung der Omikron-Variante einzuschränken, wird auch der Zugang zu Restaurants und Cafés verschärft.

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    Der Grund: Es handelt sich hier meist um Innenräume, in denen sich Menschen über längere Zeit ohne Maske aufhalten.

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    Deshalb greift nun die 2G-Plus-Regel in der Gastronomie. Heißt: Zutritt haben nur Geimpfte oder Genesene mit einem negativen Corona-Test. Geboosterte müssen sich nicht zusätzlich testen lassen.

Einzelhandel und Kulturveranstaltungen

Unabhängig von der Inzidenz wird in ganz Deutschland der Zugang zum Einzelhandel sowie zu Kultur- und Freizeitveranstaltungen (Kino, Theater, etc.) weiterhin nur für Geimpfte und Genesene möglich sein. Die 2G-Regel bleibt also bestehen. Ausnahmen gelten für Personen, die nicht geimpft werden können sowie Jugendliche bis 18 Jahre.

Geschäfte des täglichen Bedarfs wie Supermärkte und Co. bleiben davon ausgeschlossen. Das Tragen von FFP2-Masken wird aber dringend empfohlen.

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FFP2-Masken sind aus dem Alltag in der Pandemie nicht mehr wegzudenken. Aber wie werden sie eigentlich hergestellt? Wir haben einen Hersteller besucht und gecheckt, wie die Produktion der Masken abläuft.

Höheres Ziel für Booster-Kampagne

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    Lauterbach rief nach neuen Modellierungen des RKI ein neues Ziel bei der Auffrischungs-Impfung aus.

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    80 Prozent der doppelt geimpften Personen sollten demnach geboostert sein - das sind rechnerisch knapp 56 Prozent der Gesamtbevölkerung in Deutschland.

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    Aktuell haben 58 Prozent aller 2-fach Geimpften eine Auffrischung erhalten. Das sind rund 42 Prozent der Gesamtbevölkerung Deutschlands. (Stand: 6. Januar)

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    Auch Virologe Christian Drosten bestätigte: "Was richtig schützt gegen Omikron, ist die Dreifach-Impfung."

Und wie sieht es mit der Impfpflicht aus?

In der Bund-Länder-Runde haben sich alle Regierungschefs sowie Bundeskanzler Olaf Scholz für eine Impfpflicht ausgesprochen und fordern einen zeitnahen Beschluss. Nun liegt es am Bundestag dies zu diskutieren und zu entscheiden. Bundeskanzler Scholz zeigt sich optimistisch, dass dies zeitnah passieren und der Bundestag eine Impfpflicht unterstützen wird.

Veröffentlicht: 07.01.2022 / Autorin: Nicole Lemberg