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Virenschleuder Smartphone? Mit diesen Tricks reinigst du es richtig

Wir tippen ständig darauf rum und haben es überall dabei - kein Wunder, dass sich schnell Dreck, Staub, Keime & Co. auf unserem Smartphone sammeln. Gerade in Corona-Zeiten solltest du es daher regelmäßig reinigen - am besten so:

Das Wichtigste zum Thema Smartphone-Reinigung

  • Durchschnittlich tippen wir über 2.500 Mal pro Tag auf unser Smartphone*. Jedes Mal landen dabei Keime, Bakterien und andere Erreger auf dem Touchscreen - meistens von Haut und Mund.

  • Auf einem Handy sind rund 80 mal mehr Bakterien als auf einer öffentlichen Toilette. Auf jedem 8. Handy finden sich laut britischen Forschern sogar Fäkal-Keime*.

  • Die Gefahr, sich über das Handy mit Corona anzustecken, ist Experten zufolge gering. Dennoch, eine Schmierinfektion kann nicht völlig ausgeschlossen werden.

  • Daher ist es keine schlechte Idee, das Smartphone regelmäßig zu reinigen - das macht im Schnitt nämlich nur gut jeder Vierte. Wir erklären dir, worauf es dabei ankommt.

*Techniker Krankenkasse; *London School of Hygiene & Tropical Medicine

So hältst du dein Smartphone sauber - ohne es kaputt zu machen

  • 📱

    Reinige dein Handy regelmäßig: Am besten jeden Tag mit Mikrofasertüchern, die sind fusselfrei und weich.

  • Glasreiniger, Spülmittel oder Alkohol können die Oberfläche beschädigen. Warmes Seifenwasser ist hier die bessere Lösung.

  • 💦

    Schalte dein Handy vor der Reinigung ab und achte darauf, dass keine Flüssigkeit ins Innere eindringt.

  • 💨

    Keine Druckluft, weil man dadurch Schmutz und Feuchtigkeit ins Gerät blasen könnte.

  • 🍕

    Während des Telefonats solltest du nicht essen. Sonst bleiben Reste auf dem Display - der ideale Nährboden für Keime.

  • 📵

    Nutze dein Handy nicht in Toiletten oder öffentlichen Waschräumen. Dort gibt es besonders viele Krankheitserreger.

  • 🚿

    Ganz wichtig: regelmäßig Hände waschen! So bleibt auch dein Handy clean.

  • Nicht nur das Handy ist eine Keimschleuder, sondern auch - falls vorhanden - die Hülle. Denke also immer daran, auch die Hülle separat zu reinigen.

Empfehlungen des TÜV Rheinland

Jetzt bist du gefragt

Bessere Handy-Hygiene: Ideen der Smartphone-Hersteller

Wegen Corona raten auch Smartphone-Hersteller zu einer besseren Handy-Hygiene. Der südkoreanische Hersteller Samsung hat sich Berichten zufolge die Bezeichnung "antimikrobielle Beschichtung" patentieren lassen. Diese soll das Protein des Virus verändern und so unschädlich machen - innerhalb von 2 Stunden sollen fast alle Viren eliminiert sein. Wann die spezielle Beschichtung auf den Markt kommt, ist noch nicht bekannt.

Apple hat in der Corona-Zeit sogar seine Reinigungsanleitung aktualisiert und empfiehlt, das iPhone mit "einem Tuch mit 70-prozentigem Isopropyl-Alkohol oder Clorox-Desinfektionstüchern" zu reinigen. Das soll Viren keine Chance lassen.

Desinfektionsmittel - sind die wirklich notwendig?

Aktuell gibt es laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) keine nachgewiesenen Fälle, in denen sich Menschen durch Kontakt mit kontaminierten Oberflächen mit dem Corona-Virus infiziert haben - also auch nicht via Smartphone. Die Viren können auf trockenen Oberflächen generell nicht sehr lange überleben.

Völlig ausgeschlossen ist eine Schmierinfektion deshalb aber nicht. Vor allem dann nicht, wenn der Zeitraum zwischen dem Kontakt mit der kontaminierten Oberfläche und den Schleimhäuten kurz ist. Corona-Viren können mehrere Tage auf Oberflächen überleben - und bleiben infektiös.

Deshalb solltest du dein Handy regelmäßig abwischen. Desinfektionsmittel brauchst du dafür aber nicht zwingend, sagen beispielsweise die beiden Hygiene-Experten Markus Egert, Mikrobiologe, und der Ärztliche Direktor des Deutschen Beratungszentrums für Hygiene (BZH), Ernst Tabori.

Das BfR sieht das ähnlich - und hält es bei gesunden Menschen ebenfalls nicht für nötig, Desinfektionsmittel anzuwenden.

Ein feuchtes Tuch reicht in der Regel für die Handy-Hygiene aus.


Ein feuchtes Tuch reicht in der Regel für die Handy-Hygiene aus.
© picture alliance / Karl Schöndorfer

 

Ein feuchtes Tuch (oder Brillenputztuch) entfernt schon die meisten Fettreste und Mikro-Organismen vom Touchscreen.

Wer in einem klinischen Umfeld arbeitet, sollte sein Handy dennoch regelmäßig desinfizieren. Dabei unbedingt darauf achten, dass die Mittel kein Alkohol enthalten und, dass keine Flüssigkeit in die Öffnungen kommt. Außerdem niemals direkt aufs Display sprühen. Weitere Tricks, um dein Handy sauber zu machen, erfährst du im Video oben.

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Corona: So schaffst du es dir nicht ins Gesicht zu fassen

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Auch wenn eine Infektion über eine unbelebte Oberfläche unwahrscheinlich ist, kann eine ordentliche Smartphone-Hygiene dabei helfen, eine mögliche Übertragung zu vermeiden. Im besten Fall solltest du dir aber gleich abgewöhnen, dir ins Gesicht zu fassen. Klingt schwierig? Wir haben dafür ein paar Tipps für dich.

Veröffentlicht: 09.09.2020 / Autor: Viviane Osswald