Urlaub trotz Corona: Bist du dafür oder dagegen?

Debatte um Oster-Urlaub trotz Corona: Was jetzt gilt

Ostern am Strand verbringen - das wünschen sich derzeit viele. Ab heute gilt: Die Einreise nach Deutschland ist nur noch mit einem negativen Test möglich. Ein generelles Verbot von Auslandsreisen soll es nach wie vor nicht geben. Was jetzt gilt - und Stimmen für und gegen Reisen in Corona-Zeiten.
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Das Wichtigste zum Thema Urlaub trotz Corona

  • Die Bundesregierung rät weiterhin von "nicht notwendigen, touristischen Reisen" ab. Für die meisten Länder hat das Auswärtige Amt eine Reisewarnung ausgesprochen, sie wurden von der Bundesregierung als Corona-Risikogebiet eingestuft.

  • Das heißt, dort gibt es mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in 7 Tagen.

  • Wer in ein Risikogebiet reisen will, muss einige Auflagen in Kauf nehmen: Quarantäne-Pflicht, negative Tests und Anmeldungen vor der Einreise.

  • Am 14. März wurden Mallorca und andere Regionen in Spanien, Portugal und Dänemark von der Liste der Corona-Risikogebiete gestrichen, weil die 7-Tage-Inzidenz dort unter 50 gefallen ist. Entsprechend wurde auch die Reisewarnung aufgehoben.

  • Ab 30. März gibt es aber eine neue Regelung: Für alle Flugreisenden - also auch zum Beispiel die, die auf Mallorca waren, gilt bei der Rückreise nach Deutschland eine Corona-Testpflicht. Das heißt, die Einreise ist nur noch mit einem negativen Ergebnis möglich.

  • Ein generelles Verbot von Auslandsreisen soll es nach wie vor nicht geben. Was spricht für Oster-Urlaub trotz Corona - und was dagegen? Die Meinungen gehen auseinander.

Reiseverbot ja oder nein? Was Bund und Länder beschlossen haben

Das Reizthema der letzten Wochen: Mallorca. Tausende deutsche Urlauber:innen flogen auf die spanische Insel, ohne sich auf das Corona-Virus testen zu müssen. Die Bundesregierung hatte sogar erwogen, Reisen in beliebte Urlaubsgebiete im Ausland vorübergehend zu verbieten. Die zuständigen Ressorts wurden gebeten, die juristischen Möglichkeiten zu prüfen. Zum jetzigen Zeitpunkt ist eine solche rechtliche Regelung aber nicht geplant.

Auf der letzten Bund-Länder-Runde am 22. März haben Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Länderchefinnen und Länderchefs aber beschlossen, dass es eine Testpflicht als Einreise-Voraussetzung bei Flügen geben soll. Dabei handelt es sich um eine Vorsichts-Maßnahme. Ansteckendere Virus-Varianten und ihre weltweite Verbreitung würden zeigen, dass der grenzüberschreitende Reiseverkehr weiterhin "auf das absolut erforderliche Mindestmaß begrenzt" werden müsse.

Das gilt jetzt für Flugreisende

  • Mit dem Flugzeug nach Deutschland einreisen - das geht jetzt nur noch mit einem negativen Corona-Test. Die Regel gilt unabhängig von der Corona-Lage in dem Land, aus dem jemand nach Deutschland fliegt und bislang nur für Flüge, nicht für andere Verkehrsmittel.

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    Laut Bundesgesundheits-Ministerium sind sowohl PCR-Labortests als auch Schnelltests möglich.

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    Benötigt wird ein Nachweis über das Ergebnis, auf dem das Datum und die Art des Tests steht. Dieser muss der Fluggesellschaft vorgelegt werden - entweder auf Papier oder in digitaler Form in Deutsch, Englisch oder Französisch.

  • Der Test muss schon vor dem Start im Abflugland gemacht werden - er darf aber maximal 48 Stunden alt sein.

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    Bezahlen muss man den Test aus eigener Tasche.

  • Wer kein negatives Testergebnis hat, darf nicht in die Maschine einsteigen. Auch bei falschen Angaben muss die Fluggesellschaft die Beförderung unterlassen. Eine Ausnahme gilt für die Crews und Kinder bis 5 Jahre. Gezwungen werden kann niemand.

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    Fällt der Test positiv aus, muss man nach den örtlichen Vorschriften in Quarantäne gehen - und die Kosten dafür in der Regel auch selbst tragen.

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    Aber: Auch ein negatives Ergebnis schließt nicht automatisch eine Quarantäne aus. Die entsprechenden Vorschriften auf Landesebene für Rückkehrer aus Corona-Risikogebieten gelten weiter.

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    Die neue Vorschrift der Coronavirus-Einreiseverordnung ist um 0.00 Uhr in der Nacht zu 30. März in Kraft getreten und gilt zunächst bis einschließlich 12. Mai

Oster-Urlaub trotz Corona: Das Voting-Ergebnis

Am 16. März konnten die Galileo-Zuschauer live zur Sendung abstimmen. Das ist das Ergebnis.

Oster-Urlaub trotz Corona: Das spricht dafür

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    Die wirtschaftliche Stabilität steht auf dem Spiel: Die weltweiten Reisebeschränkungen gefährden laut Norbert Fiebig, Präsident des Deutschen Reiseverbands, nicht nur Deutschland, sondern vor allem auch andere Länder, die abhängig vom Tourismus sind. Menschen in Ägypten und Tunesien sind zum Beispiel kaum finanziell abgesichert, Millionen von ihnen haben aktuell keinen Job mehr.

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    Von organisierten Reisen und Pauschal-Urlaub geht laut RKI kein erhöhtes Risiko aus. Der Grund: Im Urlaub haben Touristen teilweise weniger soziale Kontakte als zu Hause, wenn sie Familie oder Freunde treffen.

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    Hotels und Airlines haben strenge und kostenintensive Hygiene-Konzepte entwickelt - und diese sollen auch funktionieren: Gemessen an 100.000 Passagieren sei bei Flugreisen letzten Sommer eine 7 Tage Inzidenz von 0,54 beobachtet worden. In Hotels wird das Infektionsrisiko vom RKI als "niedrig" eingestuft.

Wie sicher ist das Fliegen in Zeiten von Corona?

Worauf müssen Passagiere achten und kann das Flugzeug auch zur Viren-Falle werden? "Galileo" macht den Test.

Oster-Urlaub trotz Corona: Das spricht dagegen

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    Die Überlastung der Krankenhäuser muss verhindert werden. Auch wenn sich die Krankenhäuser nach einem Jahr Corona langsam eingespielt haben, gibt es nicht genug Personal im Gesundheitswesen. Dr. Christoph Spinner, Oberarzt auf einer Infektiologie-Station in München, vermutet stark, dass die Infektions-Zahlen wieder steigen. Ein Reiseverbot trage in jedem Fall wirksam dazu bei, dass Corona-Infektionen weniger wahrscheinlich auftreten.

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    Je mehr wir unterwegs sind, desto höher ist das Risiko der Verbreitung. Im Urlaub, etwa am Strand, kommen sehr viele Menschen aus verschiedenen Ländern zusammen. So lange nicht ein großer Teil der Menschen geimpft ist, bestehe die Gefahr einer Verbreitung von Infektionen, erläutert die Virologin Prof. Dr. Ulrike Protzer.

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    Reisen könnte die Virus-Mutationen verbreiten: Die britische Virus-Variante etwa habe sich laut Prof. Dr. Protzer schnell durch Reisen in anderen Ländern verbreitet.

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PolitikReisen
Veröffentlicht: 30.03.2021 / Autor: Viviane Osswald