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Luftfilter gegen Corona: Darauf kannst du beim Kauf achten

Luftfilter fangen Aerosole - und können so im Kampf gegen Corona helfen. Welche Luftreiniger geeignet sind und worauf du bei der Anschaffung achten solltest, liest du hier.
Teaserbild: Luftfilter gegen Corona: Darauf kannst du beim Kauf achten

Du möchtest einen Luftfilter kaufen? Die 3 goldenen Regeln aus der Sendung

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    Christian Kähler, Strömungsforscher und Experte in Sachen Luftfilter, weiß: Diese 3 Dinge sind besonders wichtig für einen qualitativen Luftreiniger.

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    Erstens: Du solltest die genaue Größe des Raumes kennen, in dem der Luftfilter zum Einsatz kommt. Denn dieser sollte das Sechsfache des Raum-Volumens pro Stunde filtern können (die Rechnung zeigen wir dir unten).

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    Zweitens: Achte auf den richtigen Filter. Kähler empfiehlt spezielle Hochleistungs-Schwebstofffilter - genannt HEPA-Filter - und zwar der Klasse H13 oder H14. Denn diese filtern 99,995 Prozent aller Aerosolpartikel.

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    Drittens: Achte auf die Lautstärke. Denn vor allem kleine Luftreiniger können ganz schön laut sein - und das nervt. Deshalb: Teste den Filter wenn möglich vor dem Kauf - und überzeuge dich von seiner (hoffentlich) angenehmen Lautstärke.

Was muss der Luftfilter leisten? Eine Rechnung

Als erstes brauchst du die genaue Größe des Zimmers, wo der Luftfilter zum Einsatz kommt. Für die Berechnung des Raumvolumens multiplizieren wir Länge mal Breite mal Höhe.

Bei einem typischen Wohnzimmer mit 20 Quadratmetern kommen wir so auf 50 Kubikmeter Raumvolumen. Und das müssen wir jetzt mal 6 nehmen, weil der Filter die Luft 6-mal in der Stunde reinigen muss.

Ergibt 300 Kubikmeter. Das Gerät muss also mindestens 300 Kubikmeter Luft pro Stunde filtern können.

Bei diesen Modellen ist Vorsicht geboten

  • Manche Luftfilter arbeiten mit Ozon. Das Umwelt-Bundesamt rät von diesen Filtern ab, da es ein Reizgas für die Atemluft ist und gesundheitsschädigend sein kann.

  • Manche Luftfilter ionisieren die Raumluft. Ionisatoren helfen gegen Pollen, Staub und Gerüche. Allerdings setzen auch diese Geräte teils Ozon frei - und laut Umwelt-Bundesamt reicht eine Ionisation der Luft nicht aus, um Coronaviren gänzlich unschädlich zu machen.

Wann ist ein Luftreiniger sinnvoll?

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    Während der Pandemie helfen Luftreiniger vor allem in geschlossenen Räumen, wo mehrere Menschen aufeinander treffen.

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    Zum Beispiel in Wartezimmern von Arztpraxen, Restaurants oder auch Klassenzimmern.

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    Zuhause gibt es mehrere Ansteckungsrisiken - wie die Übertragung durch gemeinsames Essen oder Sprechen ohne Sicherheitsabstand.

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    Deshalb machen Luftreiniger für einen Privathaushalt nur bedingt Sinn. Kommen jedoch Freunde und Familie zu kleineren Feiern zusammen, bieten die Luftfilter zusätzlichen Schutz.

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    Aber nicht vergessen: Lüften und die AHA-Regeln bleiben trotz Luftfilter wichtig. Und nach dem Kauf des Filters (qualitative Modelle kosten 250 Euro aufwärts) kommen laufende Kosten wie erhöhter Stromverbrauch und neue Wechsel-Filter hinzu.

Unsichtbar und doch überall: Aerosole

Jedes Lebewesen produziert Aerosole und atmet sie ein, ohne es zu merken. Mit einem einzigen Atemzug setzten wir Tausende davon frei. Sie schweben als winzig kleine Tröpfchen in der Luft - und verbreiten so Corona-Viren.

Aerosole sind unvorstellbar winzig. Durch ihre geringe Masse können Aerosole lange in der Luft verweilen. Bei der Übertragung gelangen die Viren dann direkt in die Atemwege.

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Veröffentlicht: 17.11.2020 / Autor: Carina Neumann-Mahlkau