Impfung beim Arzt

Impfstoff von Johnson & Johnson: Die Prioisierung wird aufgehoben

Für den Impfstoff Johnson & Johnson wird in Deutschland die Priorisierung aufgehoben. Was ist das für ein Impfstoff, für wen ist er geeignet - und was sind seine Vorteile? Im Clip: "G-klärt: Angst vor dem Corona-Impfstoff".
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Das Wichtigste zum Thema Johnson und Johnson

  • In Deutschland werden aktuell die Impfstoffe von Biontech/Pfizer, Moderna, AstraZeneca und Johnson & Johnson eingesetzt.

  • Wie bereits bei AstraZeneca wird nun auch bei Johnson & Johnson die Priorisierung aufgehoben. Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt die Impfung ab einem Alter von 60 Jahren. Warum, erfährst du weiter unten.

  • Bald schon kann sich theoretisch jeder - nach einem Aufklärungsgespräch mit seiner Ärztin oder seinem Arzt - mit dem Vakzin impfen lassen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn möchte die Impf-Kampagne so weiter "pragmatisch" und "mit Geschwindigkeit" vorantreiben.

  • Laut Spahn wurden bisher rund 460.000 Impfdosen nach Deutschland geliefert. Davon wurden aber nur knapp 20.000 verimpft. Der Minister rechnet mit 10 Millionen Dosen bis Ende Juli.

  • Die meisten davon in Flüchtlings- und Obdachlosen-Einrichtungen. Viele Kommunen setzen das Vakzin dort ein, weil eine Dosis bereits Schutz bietet und die Impfungen so besser planbar sind.

  • Die Vor- und Nachteile einer Impfung mit Johnson & Johnson erfährst du weiter unten.

Impfstoff von Johnson & Johnson: Die Vorteile

  • Im Vergleich zu den anderen in der EU zugelassenen Vakzinen braucht man bei Johnson & Johnson nur 1 Impfung - und nicht 2.

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    Zudem kann das Vakzin bei Kühlschrank-Temperatur gelagert werden.

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    Expert:innen schätzen, dass das die Impf-Kampagne deutlich vereinfacht.

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    Durch die Aufhebung der Priorisierung erhalten nun mehr Menschen ein Impf-Angebot - das beschleunigt die Impf-Kampagne.

Impfstoff von Johnson& Johnson: Die Nachteile

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    Die Wirksamkeit liegt nach Angaben der EMA bei etwa 67 Prozent - und damit unter der von Biontech/Pfizer und Moderna.

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    Laut Studien gibt es aber einen 85-prozentigen Schutz vor schweren Verläufen.

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    In sehr seltenen Fällen können schwere Nebenwirkungen wie gefährliche Thrombosen nach der Impfung mit Johnson & Johnson auftreten.

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    Vor allem Frauen unter 60 Jahren haben ein erhöhtes Thrombose-Risiko.

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    Deshalb sollen vorrangig Menschen über 60 Jahren mit Johnson & Johnson geimpft werden.

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    Bis der Großteil der Impfdosen geliefert wird, sind hierzulande den Prognosen zufolge schon fast alle älteren Menschen geimpft - sodass das Vakzin voraussichtlich auch jüngeren Personen mit einem erhöhten Risiko für Nebenwirkungen verabreicht wird.

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    Wie auch bei AstraZeneca gibt es vor jeder Impfung ein medizinisches Aufklärungsgespräch, in dem die Impfung individuell abgewogen wird.

Verändertes "Adenovirus": So wirkt der Impfstoff

Laut EMA rüstet der Impfstoff den Körper dafür, sich selbst gegen Corona zu wehren. Dieses Vakzin nutzt dafür ein sogenanntes "Adenovirus", das das Gen zur Produktion von "Sars-Cov-2-Spike-Proteinen" enthält.

Dieses Gen wird in die Körperzellen geschleust. Die nutzen es dann zur Produktion des Spike-Proteins. Das wiederum regt die Produktion von Antikörpern an - und immunisiert den Körper gegen Corona.

Im Vergleich: die 3 zugelassenen Impfstoffe in Deutschland

Die zugelassenen Impfstoffe von Moderna, Biontech/Pfizer und AstraZeneca im Vergleich.

Warum dauern Impfstoff-Zulassungen so lange?

Damit ein Impfstoff nicht nur wirkt, sondern auch sicher ist, braucht es eine Weile. Warum das so ist, erfährst du im Clip.

Ist eine schnelle Prüfung auch gründlich?

Die Wissenschaftler:innen der EMA haben Forschungs- und Test-Daten des Impfstoffs wochenlang nach einem schnelleren Verfahren bewertet. Laut eigenen Angaben sei gründlich und nach höchsten Sicherheits-Standards geprüft worden.

Bei einer bedingten Zulassung ist der Hersteller verpflichtet, auch danach noch Daten zu liefern, zum Beispiel zur Langzeit-Wirkung. Auch Angaben zu möglichen Nebenwirkungen werden weiterhin geprüft.

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Veröffentlicht: 11.05.2021 / Autor: Carina Neumann-Mahlkau