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Fake News zum Corona-Virus: Wie du die Falschmeldungen erkennst

Über das Corona-Virus kursieren massenhaft falsche oder irreführende Informationen - insbesondere auf Whatsapp, Facebook und Co. So unterscheidest du Fakten von Fake News.
Impfpflicht, Bill Gates oder Bleichmittel - zum Thema Corona kursieren viele Falschmeldungen und Verschwörungstheorien.

Wichtige Infos zu Corona im Überblick

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    Das neuartige Virus heißt SARS-CoV-2, die durch das Virus ausgelöste Krankheit Covid-19 (steht für Corona-Virus-Disease aus dem Jahr 2019).

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    Übertragen wird es via Schmier- und Tröpfchen-Infektion - also über Husten, Niesen oder Berührung von Mund und Nase. Es gilt mittlerweile als wahrscheinlich, dass man sich mit SARS-CoV-2 auch über Aerosole, also winzig kleine Tröpfchen in der Luft, infizieren kann.

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    SARS-CoV-2 ist eng mit dem alten SARS-Virus verwandt. Die Viren verursachen Erkältungsanzeichen bis hin zu einer Lungenentzündung. Auch Schädigungen von Organen, wie den Nieren, wurden verstärkt beobachtet.

Corona-Fallzahlen in Deutschland

Corona-Fake-News: EU will Berichte von Facebook und Twitter

Die Corona-Krise ging mit einer massiven Welle falscher oder irreführender Informationen einher, so gab es zum Beispiel falsche Schuldzuweisungen bezüglich des Ausbruchs der Corona-Pandemie oder die Behauptung, das Trinken von Bleichmittel könne gegen das Virus helfen. Absoluter Quatsch!

Die Europäische Union wirft Russland und China in der Corona-Krise Kampagnen mit Falschnachrichten vor und fordert von sozialen Netzwerken deshalb monatliche Berichte über ihren Kampf gegen Desinformationen.

Um Fake News besser entgegentreten zu können, müssten Plattformen wie Facebook und Twitter enger mit Faktencheckern zusammenarbeiten, heißt es in einem veröffentlichten Papier der EU-Kommission (Stand: 10. Juni).

Wie funktioniert eigentlich so ein Faktencheck auf Facebook und Twitter? Das erfährst du auf dieser Seite. 

So erkennst du Fake News selbst

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    Die meisten Falschmeldungen werden heutzutage über soziale Medien verbreitet. Kommt dir eine Nachricht verdächtig vor, gib die Schlüsselwörter in einer Suchmaschine ein. Wie aktuell ist die Nachricht? Wird sie auch über größere, etablierte Medien verbreitet? Geben andere Medien noch Zusatz-Informationen, die etwas am Sachverhalt ändern?

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    Immer noch keine Klarheit? Dann schau dir den Verfasser der Nachricht genauer an. Wie lange ist derjenige bereits auf einer Social-Media-Plattform aktiv? Ergeben die bisher veröffentlichten Beiträge Sinn? Wer und wie viele Leute haben die Beiträge geteilt? Ein neues Profil mit nur wenigen Followern deutet darauf hin, dass es sich um einen Social-Bot (ein Roboter-PC-Programm) handelt, das selbstständig Nachrichten verfasst und weiterleitet.

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    Wenn Beiträge auf Websites verlinken, solltest du dir das Impressum genau anschauen. Das muss in Deutschland jede Website haben. Es gibt Auskunft über den Urheber. Eine Seite ohne Impressum ist nicht vertrauenswürdig.

  • Nutze journalistische Angebote, die dabei helfen, Fake News zu identifizieren. Dazu zählen zum Beispiel der Faktenfinder der ARD oder Spezialseiten wie mimikama.at oder hoaxmap.org. Hier kannst du einen Suchbegriff eingeben und überprüfen lassen, ob es sich um Falschmeldungen handelt.

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    Schau dir Bilder genau an. Oft sind die zwar echt, wurden aber in einen falschen Kontext gesetzt. Hier hilft die Google-Bildersuche: Sie zeigt, wo und in welchem Kontext das Bild zum ersten Mal veröffentlicht wurde.

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    Bei Videos muss man besonders gut hinsehen, um zu erkennen, ob es womöglich manipuliert wurde. Wenn du nicht sicher bist, ob ein bestimmtes Youtube-Video echt ist, kannst du den Link bei einer speziellen Suchmaschine von Amnesty International eingeben. Sie funktioniert wie eine Rückwärtssuche und findet heraus, ob es möglicherweise ähnliche Videos gibt, die in einem anderen Kontext stehen oder anders geschnitten sind.

Corona-Mythen aus WhatsApp Kettenbriefen: Was stimmt? Was ist falsch?

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Corona-Mythen aus WhatsApp Kettenbriefen: Was stimmt? Was ist falsch?

Auf WhatsApp kursieren bis heute Kettenbriefe, die Insidertipps gegen das neuartige Corona-Virus geben wollen. Doch das Wenigste stimmt? Ärzte klären auf.

Mythos oder Fakt? Laut WHO sind diese Annahmen FALSCH

© Getty Images

 

"Pakete aus China oder Ost-Asien sind eine Ansteckungs-Gefahr!" Nein.

Laut WHO stellen sie keine Gefahr dar, da die Viren unterwegs absterben.

"Auch Haustiere übertragen Corona!" Nein.

Sie können sich zwar infizieren, bisher wurde aber keine Ansteckung durch Haustiere auf Menschen nachgewiesen.

"Händetrockner helfen gegen das Virus!" Nein.

Die WHO rät zwar nicht von den elektrischen Trocknern ab, doch sie dämmen das Virus auch nicht ein.

"Antibiotika hilft gegen Corona!" Nein.

Denn hier handelt es sich um Viren, nicht um Bakterien. Und Antibiotika wirkt nur gegen Letzteres.

"Sich Einsprühen mit Ethanol oder Chlor beugt dem Virus vor!" Nein.

Die äußerliche Einwirkung dieser Mittel schützt nicht vor der Ansteckung - und das Einnehmen ist sogar giftig.

"Grippe-Impfungen helfen gegen Corona!" Nein.

Die Grippe wird durch Influenza-Viren übertragen - und nicht durch Corona-Viren. Zwar wird mit Hochruck an einem Corona-Impfstoff geforscht - doch aktuell hilft nur der Schutz gegen Ansteckung.

"Ein sehr heißes Bad beugt dem Virus vor!" Nein.

Zu heißes Wasser stresst den Körper eher.

 

Auch diese Mythen kursieren, stimmen aber ebenfalls nicht

  • 💊

    Knoblauch und Vitamin-C-Brausetabletten schützen dich nicht vor einer Ansteckung. Das Gleiche gilt für Sesamöl.

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    Nasentropfen bewahren dich nicht vor einer Infektion mit dem Corona-Virus - auch nicht, wenn du sie oft benutzt. Ganz im Gegenteil, dann sind sie eher eine Belastung für deine Schleimhäute.

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    Rauchen schwächt dein Abwehrsystem und ist sicher keine wirksame Maßnahme gegen das Corona-Virus. Ebenfalls Quatsch und lebensgefährlich ist das Einatmen von Gas oder Feuerwerksrauch.

Diese Symptome sind typisch für Corona

Öffentliche Bereiche desinfizieren - ist das sinnvoll?

In vielen Ländern versucht man, das Virus durch Reinigungs-Aktionen einzudämmen: Märkte, Schulen und öffentliche Einrichtungen werden großflächig desinfiziert.

Die Londoner desinfizieren ihre öffentlichen Verkehrs-Mittel. In China wurden sogar Desinfektions-Tunnel aufgestellt:

 

Deutschland ergreift bisher keine vergleichbaren Maßnahmen. Warum? Sobald der erste Fahrgast einsteigt, ist die Ansteckungsgefahr wieder da, argumentieren die Verkehrsbetriebe.

So kannst du dich wirklich schützen

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    Wasche deine Hände mit Seife - und zwar oft, mindestens 20 Sekunden und gründlich. 80 Prozent der Infektionskrankheiten werden über die Hände übertragen.

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    Desinfiziere deine Hände, wenn du sie nicht waschen kannst. Besonders wichtig: Vor dem Essen, nach der Bahnfahrt und natürlich nach dem Arztbesuch.

  • 🤭

    Achte darauf, möglichst nicht deine Augen, Nase und Mund mit den Händen zu berühren.

  • 🤚

    Auf Türklinken oder Haltegriffen in Bus und Bahn können Viren mehrere Stunden haften. Trage deshalb am besten Handschuhe. Öffne Türen mit dem Ellenbogen.

  • 🗣

    Halte mindestens 1,5 Meter Abstand zu Erkrankten.

  • 🚃

    Wenn du immungeschwächt bist, solltest du Menschenmengen besser meiden.

  • 🏃‍♀️

    Stärke dein Immunsystem! Ernähre dich gesund und ausgewogen, schlafe genug, bewege dich oft an der frischen Luft und stresse dich nicht.

Alltag mit Corona: Wie verhältst du dich am besten? Finde es raus in unserem Quiz

Veröffentlicht: 18.06.2020 / Autor: Carina Neumann-Mahlkau