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  2. Corona-Virus
Coronapatient:in im Krankenhaus

Hospitalisierungsrate ersetzt Inzidenz als maßgebender Richtwert

Die Inzidenz hat als maßgebender Richtwert ausgedient. In Zukunft wird vor allem die Hospitalisierungsrate entscheidend sein. Warum das sinnvoller ist, erfährst du hier. Im Clip: Was bei Corona im Körper passiert.
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Warum die Inzidenz ein guter Richtwert war - es aber nicht mehr ist

  • Bis Ende November wurde die epidemische Lage verlängert. Das ist die Rechtsgrundlage für konkrete Krisen-Maßnahmen wie Test-Pflicht, Kontakt-Beschränkung, Ausgangssperre, Lockdown, Homeoffice und Homeschooling. Wann welche Maßnahme greift, hängt von Richtwerten ab, die im Infektions-Schutzgesetz festgelegt sind. Der wichtigste Indikator war seit der ersten Corona-Welle im Frühjahr 2020 die Inzidenz, also die Zahl der Corona-Neuinfektionen innerhalb von 7 Tagen pro 100.000 Einwohner:innen.

  • Hauptziel der Inzidenz-Richtwerte und der damit verbundenen Maßnahmen war es, die Ausbreitung des Corona-Virus zu verhindern und vor allem, dass nicht so viele Menschen auf einmal an Corona erkranken. An oberster Stelle steht nämlich: Das Gesundheitssystem darf nicht überlastet werden - insbesondere die Krankenhäuser und Intensivstationen.

  • Über ein Jahr lang hat die Inzidenz die Corona-Situation gut abgebildet: Wenn die Inzidenz stieg, nahm kurz darauf auch die Zahl der Corona-Patient:innen in den Krankenhäusern zu - ebenso die Todesfälle.

  • Das Problem: Seit einigen Monaten - schon bei der dritten Welle im Frühjahr 2021 - sagt die Inzidenz die Zahl der künftigen Krankenhaus-Patient:innen, belegten Intensivbetten und Todesfälle nicht mehr zuverlässig voraus. Eine hohe Inzidenz geht nicht mehr automatisch mit vielen schweren Verläufen einher.

  • Der Grund: die hohe Impf-Quote - vor allem bei Risikopatient:innen wie Senior:innen. Die aktuell moderate Belastung des Gesundheitssystems wird hauptsächlich durch ungeimpfte Personen verursacht. Am 31. August waren 60,6  Prozent der Menschen in Deutschland vollständig geimpft, 65,3 Prozent hatten zumindest eine Dosis erhalten.

  • Da die Inzidenz als Richtwert nicht mehr zeitgemäß ist, wird sie aus dem Infektions-Schutzgesetz gestrichen. Das Bundeskabinett hat den Vorschlag von Gesundheitsminister Spahn bereits angenommen, die Pandemie mittels neuer Indikatoren zu bewerten. Insbesondere die Hospitalisierungsrate wird dabei in Zukunft entscheidend sein.

  • Weitere angedachte Indikatoren zur Bewertung des Infektions-Geschehens: die verfügbaren Intensivbetten, die Zahl der Geimpften und der Neu-Infektionen pro 100.000 Einwohner in 7 Tagen aufgeteilt nach Altersgruppen. Die Inzidenz soll also weiterhin berücksichtigt werden, jedoch weniger Gewicht haben. Geplant ist, dass die Landesregierungen im Hinblick auf die jeweilige Krankenhaus-Kapazität, Schwellen-Werte für die Indikatoren bestimmen.

Gesundheitsminister Jens Spahn auf Twitter

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Was genau versteht man unter Hospitalisierung?

  • 🚑

    Die Hospitalisierung beziehungsweise Hospitalisierungsrate an sich meint die Zahl der Infizierten, die einen so schweren Corona-Verlauf haben, dass sie im Krankenhaus behandelt werden müssen. Oft haben sie Atemnot, eine erhöhte Atemfrequenz und Sauerstoff-Mangel im Blut.

  • 🏥

    Die Hospitalisierungsrate wird, wie die Inzidenz, pro 7 Tage angegeben und ins Verhältnis zur Einwohnerzahl (pro 100.000) gesetzt. Sie ist regional sowie tagesaktuell messbar. Überdies lässt sich mittels Hospitalisierungsrate auch die künftige Belegung der Intensivstationen abschätzen.

Aktuelle Lage in den Krankenhäusern

Am 1. September betrug die Zahl der hospitalisierten Corona-Fälle der letzten 7 Tage pro 100.000 Einwohner:innen 1,81. Bis zu diesem Datum wurden bereits fast 282.000 Menschen wegen Covid-19 in deutschen Krankenhäusern behandelt. Der Altersdurchschnitt der Krankenhaus-Patient:innen wird zunehmend niedriger. Anfang 2021 lag er laut Robert Koch-Institut (RKI) bei 77 Jahren, Mitte August etwa bei 48 Jahren.

Am 1. September befanden sich 1.096 Corona-Patient:innen auf einer Intensivstation. Die Zahl der COVID-19-Patient:innen, die intensivmedizinisch behandelt werden mussten, sank seit Anfang Mai. Seit den letzten Wochen steigen die Zahlen aber wieder leicht an, schreibt das RKI. Der größte Anstieg ist dabei bei den 40- bis 49-Jährigen zu verzeichnen.

Zahl der Hospitalisierten im täglichen RKI-Lagebericht

Lagebericht RKI 1. September 2021

Im täglichen Lagebericht des Robert Koch-Instituts steht die Zahl der Hospitalisierten bereits seit Mitte Juli 2021.

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Infektions-Schutzgesetzt: 35er- und 50er-Inzidenz als derzeitige Richtwerte

  • 😷

    Aktuell bestimmen die im Infektions-Schutzgesetz vermerkten Inzidenzwerte 35 und 50, wann Bundesländer Corona-Maßnahmen erlassen müssen.

  • 📑

    Ab einer Inzidenz von 35 sind "breit angelegte Schutzmaßnahmen" (darunter die Nachweis- und Test-Pflicht), ab 50 "umfassende" erforderlich.

  • 📅

    Zur Einordnung: Am 1. September lag die Inzidenz in Deutschland bei 75,7.

  • 👉

    Gut zu wissen: In einige Bundesländer spielt schon jetzt die Inzidenz bei der Festlegung der Schutzmaßnahmen nicht mehr die entscheidende Rolle, in anderen dagegen schon.

Inzidenz, Corona-Patient:innen im Krankenhaus und auf der Intensivstation

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Die Corona-Impfstoffe von BioNTech, AstraZeneca und Co. schützen effektiv vor COVID-19. Doch was genau passiert nach der Impfung im Körper? Und was ist der Unterschied zwischen den mRNA- und Vektor-Impfstoffen?

Veröffentlicht: 02.09.2021 / Autor: Larissa Melville