Forscher haben in Uganda Mutantenaffen entdeckt
via Facebook/ Sebitoli Chimpanzee Project

Forscher haben in Uganda Mutantenaffen entdeckt

vor 3 Monaten

Wir alle wissen, dass Pestizide und aggressive Düngemittel gefährlich für Natur und Tiere sind. Immer mehr Menschen gehen auf die Straße, um gegen große Pharmaunternehmen zu demonstrieren, die damit ihr Geld verdienen. Doch Forscher haben in Afrika jetzt etwas entdeckt, das zeigt, was für eine große gesundheitliche Gefahr die Düngemittel tatsächlich darstellen.

Im Westen Ugandas liegt der Kibale National Park. Seine Besonderheit: Er bietet 13 verschiedenen Affenarten einen Lebensraum und ist einer der artenreichsten Gebiete in ganz Afrika. Doch in den vergangenen Jahre fiel den Forschern, die die Lebensweise der Affen erforschten, etwas Erschreckendes auf: Bei Schimpansen und Pavianen traten immer häufiger bizarre Deformationen im Gesicht und am Körper auf.

Vor allem in den Gesichter der Affen sah man die Deformation deutlich: Viele hatten eine gespaltene Lippe, ein eingedelltes Gesicht oder eine unnatürlich flache Nase. Bei manchen Tieren war sogar der komplette Körper betroffen. Das Fell war bei ihnen ungleichmäßig und lückenhaft, bei manchen fehlten Extremitäten wie Zehen oder sogar Beine. Die Forscher stellten fest, dass mehr als 25 Prozent der Primaten betroffen waren. Hier seht ihr einen der betroffenen Affen:

Allerdings traten diese Mutationen nur bei Tieren auf, die in der Region Sebitoli lebten. Nur wenige Kilometer entfernt waren die Tiere kerngesund und wiesen keinerlei Mutationen auf. Zunächst vermuteten die Forscher, dass die Affen in Sebitoli unter einem bakteriellen Infekt oder einer ähnlichen Krankheit litten, die sie an die nächsten Generationen weitergegeben hatten. Doch nach genauen Untersuchungen stellten sie fest, dass sich keinerlei Bakterien oder Viren auffinden ließen.

In einer neu veröffentlichten Studie haben die Forscher nun den wahren Grund für die Mutationen herausgefunden: Da Sebitoli als sehr fruchtbares Gebiet gilt, bewirtschaften nicht nur zahlreiche Bauern hier ihre Felder, auch zwei große Teefabriken haben hier ihren Sitz und pflanzen Tee in Massen an. Um das Wachstum der Saat zu beschleunigen und die Qualität zu verbessern, nutzen sowohl die Fabriken als auch die Bauern giftige Pestizide, darunter zum Beispiel Glyphosat und DDT. Viele dieser Düngemittel können erhebliche Mutationen der Gene hervorrufen und so zu den deformierten Gesichtern und Gliedern der Affen führen.

Allerdings können die Forscher nicht hundertprozentig bestätigen, dass die Mutationen ausschließlich ein Resultat der Pestizide sind. Ein zusätzlicher Faktor könnte die wachsende Größe der Affenpopulation sein, die zu Inzucht führt. Fakt ist aber, dass sich die schädlichen Düngemittel sowohl im Wasser als auch in den Pflanzen, die die Affen essen, befinden und so zu einem sehr großen Teil für die verzerrten Gesichter und fehlenden Gliedmaßen verantwortlich sind.

Das traurige Schicksal der Affen sollte für viele Bauern und auch Konzerne ein Anstoß sein, die Verwendung von Pestiziden noch einmal zu überdenken. Denn schließlich essen nicht nur Affen die Pflanzen, sondern hauptsächlich wir Menschen.

Auch bei diesen Tieren sind Genmutationen aufgetreten. Doch leiden sie darunter oder steigt ihre Lebenserwartung dadurch vielleicht sogar? Das erfahrt ihr in diesem Video: 

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